Kickstarter

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Crowdfunding – ein kritischer Rückblick auf drei Jahre Crowdinvestment

Crowdfunding 2013

Crowdfunding Investment 2013

Insgesamt habe ich in dem Jahr 2013 acht Projekte gesponsert und die Bilanz ist nicht ganz so katastrophal ausgefallen, wie die ersten drei Projekte vermuten lassen. Zwei weitere Kartenspiele, ein Buch, ein Rollenspiel und einen E-Mail Client habe ich noch unterstützt. Die beiden Kartenspiele sind auch zeitnah bei mir eingetroffen. Sowohl die Neuauflage des Kleine Helden Spiels ist zwischenzeitlich für kleineres Geld regulär erhältlichkommerzieller Link, als auch das optisch anstrengende Retro Rechner Quartettkommerzieller Link. Das Quartett war aus rein nostalgischen Gesichtspunkten gekauft worden, schließlich habe ich eine ganze Reihe dieser Geräte noch erlebt.

Eis und Dampf: Eine Steampunk-Anthologie (Eis & Dampf)

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Das Buch (meine Förderung betraf nur die eBook Version) kam vergleichsweise pünktlich. Meine Belohnung war

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 und die eigentlich zu fördernde Anthologie Eis und Dampfkommerzieller Link. Das Lesen Steampunk Werks rund um eine zerbrochenen Puppe war bislang eine Qual, so dass ich dieses bislang nicht beendet habe und mich an das andere Steampunk Buch gar nicht erst herangetraut habe. Beide belegen also nun einfach nur Platz im Speicher des eBook Readers. Dieses Projekt verbuche ich für mich also unter der Kategorie Enttäuschung.

Bei dem Rollenspiel handelt es sich ebenfalls um ein Steampunk Produkt: Space 1889. In Deutschland erhältlich über den Uhrwerk Verlag, sollten hier in einem britischen Ableger eine ganze Reihe an weiteren Abenteuern und Settings neu aufgelegt werden. Das Projekt verlief äußerst gut in der Finanzierungsphase, so dass letztlich ein Stretchgoal nach dem anderen geknackt wurde, bis letztlich über 1.000 Investoren 72.379 Pfund (93.250 €) zusammengetragen haben.

Unter einem Stretchgoal sind zusätzliche Boni zu verstehen, die im Rahmen der Finanzierungskampagne freigeschaltet werden, wenn gewisse Finanzierungsschwellen überschritten werden. Bei Projektinitiatoren sind diese besonders beliebt, da sie Funder dazu verleiten immer weiter und mehr Geld in das Projekt zu investieren um möglichst viele weitere Goodies zu erhalten. Bei Space 1889 wurden 22 dieser sogenannten Stretchgoals geknackt, so dass es zahlreiche weitere Dokumente, Karten und sogar Miniaturfiguren geben sollte. Als Liefertermin war Januar 2014 genannt, auf Teile der Belohnungen warte ich noch heute.

Space: 1889: SF-Rollenspiel in einer zivilisierteren Zeit

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Für den deutschen Verlag war der anfängliche Erfolg dieser Kampagne im Nachhinein dann doch ein finanzielles Desaster. Eigene Mittel mussten beigesteuert werden um die versprochenen Belohnungen ausliefern zu können. Tatsächlich fehlen auch hier bis heute noch einige der versprochenen Artikel. Immerhin konnten durch diese Kampagne auch auf dem deutschsprachigen Sektor zahlreiche Produkte für das Space 1889 Rollenspiel verfügbar gemacht werden.

Für mich war dies auch das erste Investment auf der Kickstarter Plattform und sogleich das bis dahin größte Einzelinvestment. Kickstarter stand Projekinitiatoren in Deutschland seinerzeit nicht zur Verfügung und sehnsüchtig schaute so mancher dorthin, denn mit dieser internationalen Plattform steht ein noch größerer Kunden-, bzw. Investorenkreis zur Verfügung. Der Uhrwerk Verlag wählte hier also nicht umsonst ein Konstrukt eines “Strohmannes” in einem von Kickstarter freigegebenen Land und zahlte das bereits erwähnte bittere Lehrgeld.

Die Unterstützung für einen freien E-Mailclient hatte ich ohne materiellen Hintergedanken getätigt. Hier ging es mir nur um ein gutes, freies Softwareprodukt, Belohnungen gab es dabei nicht. Dieses Engagement tätigte ich darüber hinaus auf erstmalig auf der Plattform IndieGoGo, die anders als Kickstarter und Startnext den Projekten auch die Möglichkeit bietet mit einem sogenannten flexiblen Zielbetrag zu agieren. Während bei den anderen Plattform der Projektinitiator das Kapital nur erhält, wenn der ursprünglich angesetzte Mindestbetrag erreicht oder überschritten wird, erhält das Projekt bei einem flexiblen Zielbetrag das eingesetzte Kapital auch dann, wenn der erhoffte Zielbetrag nicht erreicht wird.

Die Ergebnisse von 2013 im Überblick

  • Finanzierte Projekte: 8 (100%)
    • davon via Startnext: 6
    • Kickstarter: 1
    • IndieGoGo: 1
  • gelieferte Belohnungen (Stand 14.02.2016): 6,5 (81%)
    • davon fristgerecht: 5 (63%)
  • Zufriedenheit mit den gelieferten Produkten (Schulnote): 2,7
  • Eingesetztes Kapital: 279,10 €
    • davon bislang verlorenes Kapital (nicht gelieferte Leistungen):  71,00 € (25,4%)
      • davon vermuteter Totalausfall: 50,00 € (17,9%)

2 Gedanken zu “Crowdfunding – ein kritischer Rückblick auf drei Jahre Crowdinvestment”

    • Du meinst das Die Zwerge Projektupdate vom 30.09.2017. Ja, das ist ganz großes Kino und ich bin wirklich froh damals nicht in die Versuchung gekommen zu sein mir die Holzbox zu gönnen. Die Zwerge in Essen im Rahmen der SPIEL ’17 abzuholen, kann ich noch verschmerzen, da ich eh dorthin wollte, aber korrekt – und die Kunden wieder zu besänftigen – ist anders. Ich denke mal, dass dieser Kickstarter für Pegasus sehr lehrreich war.

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