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Bild: © PDPics / Pixabay (modifiziert)

Tool zur ADFGVX Verschlüsselung

Die ADFGV, bzw. ADFGVX Verschlüsselung ist ein Verschlüsselungsverfahren aus den Anfangszeiten des vergangenen Jahrhunderts, das sich hervorragend für die Codierung von Nachrichten per Hand eignet. Damit erreicht es natürlich längst nicht die Sicherheit, die moderne unsymetrische Kryptographieverfahren basierend auf großen Primzahlen erzielen, doch der unschlagbare Vorteil, dass nur Papier und Stift erforderlich sind um die Verschlüsselung und Entschlüsselung vorzunehmen, macht sie recht charmant.

Um auch noch Papier und Stift einzusparen, kann das folgende auf JavaScript basierende Tool verwendet werden um die Nachrichten zu codieren oder zu decodieren. Die Verwendung von JavaScript hat den Vorteil, dass weder die Nachricht, noch eingegebene Kennwörter über das Netz übertragen werden, sondern alle Berechnungen lokal auf dem Computer des Nutzers ausgeführt werden.

Wie die Verschlüsselung tatsächlich funktioniert, erläutere ich in dem Beitrag über die klassische ADFGVX Verschlüsselung.

Im Eingabefeld des folgenden Formulars ist der zu Ver- oder Entschlüsselnde Text einzugeben. Die klassische ADFGVX Verschlüsselung berücksichtigt nur Buchstaben (A bis Z) und Ziffern (0-9), also weder Sonder- und Satzzeichen, noch Leerzeichen. Auch wird Groß- und Kleinschreibung nicht unterschieden. Zeichen, die nach drei Doppelkreuzen “###” eingegeben werden, werden bei der Verarbeitung ignoriert.

Danach folgen zwei Felder für die erforderlichen Kennwörter. Für die Kennwörter werden ebenfalls nur Buchstaben und Ziffern verwendet, eine Unterscheidung zwischen Groß- und Kleinschreibung findet nicht statt. Passwort 1 wird dabei für die Durchmischung der Übersetzungstabelle verwendet. Dieses sollte möglichst lang sein und möglichst wenige mehrfach vorkommende Buchstaben und Ziffern aufweisen. Passwort 2 ist für die Spaltenpermutation erforderlich. Um eine mehrfache Permutation vorzunehmen und damit die Sicherheit deutlich zu erhöhen, können in das Passwort 2 Feld mehrere Kennwörter mit Leerzeichen voneinander getrennt eingegeben werden.

Die Ausgabe kann optional auch noch für die Übertragung codiert werden. Hierzu stehen verschiedene Mechanismen wie Morse- oder Klopfzeichen zur Verfügung. Falls die Eingabe bereits in einer solchen codierten Form (Morse- oder Klopfzeichen) vorliegt, kann sie durch diese Einstellung auch vor der Entschlüsselung in den korrekten Eingabetext umgewandelt werden.

Durch Drücken des Buttons zur Ver- oder Entschlüsselung wird der zuvor eingegebene Text nun entsprechend verarbeitet und anschließend angezeigt. Verschlüsselte Botschaften werden hier zur besseren Lesbarkeit in Fünfergruppen dargestellt. Da das klassische Verfahren keine Leer- und Satzzeichen kennt, ist die Ausgabe des entschlüsselten Texts eine fortlaufende Folge von Buchstaben. Die Trennung von einzelnen Wörtern und Sätzen muss dann von Hand vorgenommen werden. Am Ende des dechiffrierten Texts können noch zufällig generierte Restbuchstaben enthalten sein, da das Verfahren je nach Buchstabenanzahl des zweiten Passworts mehr Zeichen im Ursprungstext benötigt.

Die Option “Umlaute und Satzzeichen umwandeln” übersetzt “,” in das Wort KOMMA und “.” in das Wort PUNKT, bzw. bei der Dechiffrierung wieder in die andere Richtung. Da bei klassischen Nachrichten diese Satzzeichen ausreichen, wurde diese Option als Komfortfunktion nur für diese beiden Sonderfälle mit eingebaut. Der Austausch der Zeichenketten PUNKT und KOMMA erfolgt dabei allerdings rigoros, so dass z.B. das Wort “Startpunkt” anschließend als “START.” erscheint. Für die Chiffrierung werden in dem Fall auch Umlaute und das “ß” ebenfalls umgewandelt, nicht jedoch bei der Entschlüsselung.

Die zweite Option für eine “Lesbare Ausgabe” fügt nach jedem Buchstaben ein Leerzeichen ein. Dies ist macht den dechiffrierten Text, insbesondere wenn keine Satzzeichen verwendet wurden, ggf. leichter zu lesen.

Die Option “Invers auffüllen” implementiert eine damals gängige Methode um die Abschätzbarkeit der letzten Zeichen in der Übersetzungsmatrix zu verhindern. Nach dem ersten Passwort werden die weiteren Zeichen in umgekehrter Reihenfolge aufgefüllt.

Das Tool nutzt standardmäßig die ADFGVX Verschlüsselung, kann allerdings auch die kürzere ADFGV Verschlüsselung realisieren. Hierzu muss lediglich die entsprechende Option deaktiviert werden. Bei der ADFGV Verschlüsselung können lediglich 25 Zeichen codiert werden, was also nicht für das ganze Alphabet ausreicht. Der Buchstabe “J” wird dabei bei der Verschlüsselung durch ein “I” ersetzt.

Die nächsten Optionen sind ein Versuch den Code noch sicherer zu machen. Bei “Zeichenausgleich” ist der Preis, dass die Nachrichtenlänge deutlich ansteigt. Bei diesem Ansatz werden der Nachricht weitere Buchstaben hinzugefügt, so dass jedes Zeichen gleich häufig vorkommt. Dies macht eine stochastische Auswertung fast unmöglich.

Der zweite Ansatz “Zeilenvertauschung” sieht vor, dass in den Vertauschungsschritten nicht nur Spalten, sondern auch Zeilen vertauscht werden. Hierzu werden allerdings mindestens zwei Kennwörter bei Passwort 2 benötigt.


Nachricht
Einstellungen




verbesserter Algorithmus (beta)


Passwort 1
Passwort 2
Ausgabe

Hinweis: Die Verwendung dieses Tools erfolgt auf eigenes Risiko! Bitte beachten Sie, dass die Verschlüsselung nicht annähernd dem Stand der heutigen Technik entspricht.

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