Kickstarter

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Crowdfunding – ein kritischer Rückblick auf drei Jahre Crowdinvestment

Crowdfunding 2015

Crowdfunding Investment 2015

Nach den Erfahrungen des Vorjahres habe ich in 2015 meine Aktivitäten zurückgefahren und bei der Auswahl der Projekte genauer hingeschaut. Bei 13 Projekten habe ich mich engagiert. Die sich abzeichnende Verlagerung hin zu Kickstarter hat sich nun deutlich vollzogen. 11 der dreizehn unterstützten Projekte habe ich auf der internationalen Kickstarter Plattform gefunden und nur noch zwei auf Startnext. Für die Crowdfunding Plattformen ging der steile Umsatzanstieg aus dem Vorjahr noch einmal weiter.

Das erste Projekt in 2015 waren die NIP’AJIN Shots. Inhaltlich ging es wieder um die Finanzierung der Druckkosten für die Mini Rollenspiele von Markus Leupold-Löwenthal. Die guten Erfahrungen des Vorjahres ließen mich auch diesmal Fördergelder springen. Allerdings war die Relation zu den Belohnungen deutlich schlechter, doch es ging hier ja um eine gute Sache. Das Projekt war wie gehabt erfolgreich und auch das finanzierte Heft traf zeitnah bei mir ein.

Ein finanzierter Kartensatz als Ideengeber für Handlungsstänge (Plotbuilder) wurde finanziert und geliefert. Nur gänzlich zufrieden war ich dann mit dem Produkt wieder nicht. Ähnlich gelagert war es mit einem Soundtrack, der als musikalische Untermalung für Horror-Rollenspiele dienen sollte. Geliefert wurde mit einem halben Jahr Verzug und dann auch nicht in der Art, wie ich es mir erhofft hatte.

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Das Kartenspiel Unspeakable Words – weiß der Geier, was mich da geritten hat – sollte im August 2015 erscheinen. Man ahnt es wahrscheinlich: Obwohl von einem professionellen Spieleverlag betrieben wurde bis heute nichts geliefert.

Das Computerspiel Shadowrun Hongkong war hingegen einmal eine positive Überraschung. Geliefert wurde fristgerecht und die Qualität des Spiels ist auch gut. Dazu gab es noch eine Reihe an Soundtracks. Eine insgesamt positive Erfahrung im Crowdfunding bei einem 22 € Projekt, dass ich nur am Rande beobachtet hatte.

Die zweite eher positive Erfahrung machte ich mit der Pebble Time. Die Neuauflage der

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wurde wieder einmal ein Kassenschlager auf Kickstarter und erschien rechtzeitig vor der großen Konkurrenz. Einziges Manko: Ich hatte das preiswerte Modell bestellt, welches doch arg anfällig für Kratzer ist.

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Und wieder einmal Pegasus. Der deutsche Spieleverlag, der 2014 bereits mit den Bergen des Wahnsinns nicht ganz überzeugt hatte, versuchte sich nun international mit einer englischsprachigen Version des Brettspiels Die Zwerge und mehreren Erweiterungen dazu. Erfreulicherweise konnten die Komponenten alternativ auch in deutscher Sprache vorbestellt werden. Finanzierungsende war im Juni 2015, ein halbes Jahr später, im Dezember wollte man liefern. Wenn man den wenig informativen Updates auf Kickstarter glauben schenken darf, ist man eifrig dabei. Wobei genau, weiß man allerdings nicht und ein aktualisierter, belastbarer Liefertermin wird nicht genannt. Die Verzögerung möchte man mit einer Gratiszugabe wieder wettmachen, doch die Tonlage der Backer in dieser 118.000 € Kampagne wird zunehmend angespannter.

Äußerst dreist war aus meiner Sicht bereits bei der Projekterstellung, dass als Belohnung Artikel aus dem eigenen Hause angeboten wurden, die im regulären Handel als Neuware zu deutlich günstigeren Konditionen erhältlich waren.

Alle weiteren finanzierten Projekte haben Zieltermine, die noch nicht erreicht sind, aber ganz gleich, ob es ein Zombie Rollenspiel, ein exotischer Würfelsatz, ein paar selbstdrehende Würfel oder das deutschsprachige Dresden-Files Rollenspiel ist, alle machen aktuell nicht den Eindruck, dass mit einer Lieferung entsprechend des Projektplans zu rechnen ist. Im Falle des Dresden-Files Rollenspiels verhalten sich die Backer angesichts einer Änderung im Projektteam sogar äußerst trollig. Die entspannte Lage mit der sich Projekte wie Numenera, die tatsächlich schon 8 Monate überfällig sind, konfrontiert sehen, dürften sich die Macher um Christian Löwenthal von Prometheus Games wohl nur wünschen.

Die Ergebnisse von 2015 im Überblick

  • Finanzierte Projekte: 13 (100%)
    • davon via Startnext: 2
    • Kickstarter: 11
    • IndieGoGo: 0
  • gelieferte Belohnungen (Stand 15.02.2016): 5 (38%)
    • davon fristgerecht: 4 (31%)
  • noch im Projektstatus: 7 (54%)
    • davon bereits verspätet: 2 (15%)
  • Zufriedenheit mit den gelieferten Produkten (Schulnote): 2,5
  • Eingesetztes Kapital: 796,67 €
    • davon bislang verlorenes Kapital (nicht gelieferte Leistungen): 117,63 € (14,7%)
      • vermuteter Totalausfall: 0 € (0,0%)

2 Gedanken zu “Crowdfunding – ein kritischer Rückblick auf drei Jahre Crowdinvestment”

    • Du meinst das Die Zwerge Projektupdate vom 30.09.2017. Ja, das ist ganz großes Kino und ich bin wirklich froh damals nicht in die Versuchung gekommen zu sein mir die Holzbox zu gönnen. Die Zwerge in Essen im Rahmen der SPIEL ’17 abzuholen, kann ich noch verschmerzen, da ich eh dorthin wollte, aber korrekt – und die Kunden wieder zu besänftigen – ist anders. Ich denke mal, dass dieser Kickstarter für Pegasus sehr lehrreich war.

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