Michael Robotham: Sag, es tut dir leid

Mit dem siebten Band der Joe O’Loughlin Reihe von Michael Robotham, der Insider, war ich ja nicht so glücklich gewesen, wenngleich es in diesen Tagen eine ungeahnte Aktualität gewonnen hat. Erheblich versöhnlicher hat mich dann der achte Band, Sag, es tut dir leid  gestimmt.

Der Psychologe Joe O’Loughlin möchte eigentlich nur ein paar Tage mit seiner Tochter verbringen, als er kurzerhand von der Polizei als Berater bei einer Ermittlung zu einem Mordfall hinzugezogen wird um ein Gutachten über einen Verdächtigen zu erstellen. Gründlich, wie O’Loughlin ist, stößt er dann auch kurzerhand auf einige Ungereimtheiten. Der Verdächtige scheidet für den Psychologen als Täter aus, doch die Polizei hält an ihm als potenziellen Mörder und Brandstifter fest.

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Zeitgleich taucht unweit des ersten Tatorts die Leiche einer jungen Frau auf. Natasha McBain war vor wenigen Jahren als minderjährige zusammen mit ihrer Freundin spurlos verschwunden. Schnell wird klar, dass ein Zusammenhang zwischen den beiden Tatorten besteht und eine verzweifelte Suche nach dem zweiten Mädchen beginnt, wobei die ermittelnden Beamten in Ermangelung an besseren Alternativen stur an ihrem Verdächtigen festhalten.

Joe O’Loughlin und der hinzugezogene Vincent Ruiz folgen nicht der Theorie der örtlichen Polizei, verfolgen selber aber auch nicht die richtige Spur. Erst Kommissar Zufall und die vermisste Piper Hadley selber bringen die Ermittlungen langsam auf die rechte Spur.

Der Roman ist gut, spannend und setzt die Reihe um Joe O’Loughlin gut fort, hat aber seine Schwächen. Vincent Ruiz hat allerdings nur eine eher unbedeutende Nebenrolle und wirkt ein wenig deplatziert. Sein Beitrag ist aus meiner Sicht zu gering und nebensächlich um ihn wirklich in dem Band auftauchen zu lassen. Zwischenzeitlich gewinnt man gar den Eindruck, dass der Autor vergessen hat, dass er einige Seiten früher Ruiz auch nach Oxford, an den Ort des Geschehens, entsendet hat. Auch die Tatsache, dass nur der Zufall die Ermittlungen immer wieder voran bringen und die Polizei stur an schwachen Strohhalmen der Ermittlung festhält, wirken ein wenig schwach. Das Ende wiederum ist recht vorhersehbar und damit kaum überraschend.

Dabei bietet die Story eigentlich ausreichend Elemente der Verwirrung und falscher Fährten, denen die Protagonisten, aber auch der Leser folgen kann. Doch so recht überzeugend ist es dann nicht.

Empfehlen mag ich den Thriller dennoch, vor allem, wenn man die vorausgegangenen Romane der Reihe bereits gelesen hat. Hat man dies noch nicht, so rate ich mit den ersten und deutlich besseren Bänden rund um Joe O’Loughlin und Vincent Ruiz zu beginnen.

Ach ja, mein Lieblingszitat aus dem Buch:

Ich kriege eine Grippe. Meine Tochter hat mich angesteckt. Wenn Sie mich fragen, hat man den Ratten die Schuld für die Pest fälschlicherweise angehängt. Ich glaube, es waren Kinder.

Die empfehlenswerte Joe O’Loughlin Reihe von Michael Robotham:

  1. Adrenalin 
  2. Amnesie 
  3. Todeskampf 
  4. Dein Wille geschehe 
  5. Bis du stirbst
  6. Todeswunsch
  7. Der Insider
  8. Sag, es tut dir leid 
  9. Erlöse mich 
  10. Der Schlafmacher  (Januar 2016)

Außerhalb der Joe O’Loughlin Reihe: Um Leben und Tod 

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