Kellerruine

Bild: © Johannes Wünsch / Pixabay (modifiziert)

Wulf Dorn: Mein Böses Herz

Der Output an Büchern ist bei Wulf Dorn nicht so hoch wie bei manch anderem Autor, doch dafür waren alle Werke bislang von herausragender Qualität. Jüngst habe ich nun “Mein böses Herz” aus seiner Feder ausgelesen, einem weiteren Psychothriller, allerdings diesmal ein über 400 Seiten starkes Jugendbuch.

“Ich musste ihnen beweisen, dass ich nicht verrückt war. Ihnen, aber auch mir selbst. Dies war vielleicht meine einzige Chance mit dem Freak in mir fertigzuwerden, wegen dem Mum sich nachts die Augen ausweinte.”

Mein böses Herz

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Doro steht kurz vor dem Abitur und zieht aus Fahlenberg zu ihrer Mutter nach Ulfingen. Zuvor hatte Doro einige Monate in einer psychiatrischen Klinik verweilt. Grund hierfür war ein Nervenzusammenbruch, den sie nach einem tragischen Ereignis erlitten hatte: Doros zweijähriger Bruder ist vor über einem Jahr im Kindbett verstorben.

Mittlerweile hat sich das Leben der Familie durch diese Ereignisse sehr verändert. Die Eltern geschieden, Doro mit dem Makel der psychisch Kranken, versuchen Mutter und Tochter in Fahlenberg nun den Neuanfang.

Doch bereits kurz nach der Ankunft hat Doro wieder Halluzinationen und wird von ihrem toten Bruder und anderen Erscheinungen verfolgt. Als sie dann eines Nachts einen verletzten Jungen in ihrem Garten antrifft, ist sie überzeugt, dass etwas nicht mit rechten Dingen einher geht. Doch leider fehlt von dem Jungen als die Rettungskräfte eintreffen jede Spur. Doro ist damit schon kurz nach ihrer Ankunft im kleinen Ort Ulfingen als Psycho abgestempelt. Dennoch findet sie zwei Freunde, die ihr Glauben schenken und mit ihr auf die Suche nach dem verletzten Jungen gehen – natürlich nicht ohne Verluste.

Der Thriller ist Wulf Dorns erstes Jugendbuch und beschreibt die Handlungen in Ulfingen aus der Sicht von Doro. Dem Leser ist ebenso wie der Protagonistin nur selten klar, wann es sich um Einbildungen der Schülerin und wann es sich um wahre Begebenheiten handelt. So entwickelt sich eine spannende Erzählung, bei der wirklich erst zum Abschluss klar wird, was wahr und was falsch ist.

Als Psychothriller ist der fiktive Roman, der sich inspiriert von realen Ereignissen aufspannt, wohl geeignet um als Einstiegsdroge in dieses Metier zu dienen. Es könnte aber auch der Anstoß zu der Frage sein, ab welchem Alter ein solcher Thriller denn überhaupt für Jugendliche geeignet ist, in dem eine Jugendliche von Halluzinationen und Mördern verfolgt wird.

[Warum hat der Verlag bei diesem Werk eigentlich die Seitenzahlen auf die Innenseite der Blätter drucken lassen? Seitenzahlen sind für mich in Romanen eher von überschaubarer Bedeutung, doch auffällig ist dies neben dem recht großen Zeilenabstand schon.]

Für mich also eine Leseempfehlung, nicht nur für thrillerinteressierte Jugendliche, sondern auch für Fans von Verfolgungswahn: Wolf Dorn – Mein böses Herz.

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