Wochenpost 2019-09: Alaaf …

Die Jecken sind los, zumindest in den karnevalistischen Hochburgen. Ich selber zähle mich – wenngleich inmitten einer dieser Hochburgen wohnhaft – nicht zu den Jecken und schiebe lieber Dienst …

Doch abgesehen vom Karneval, gab es in dieser Woche wieder ein paar Neuigkeiten, so auch zur viel diskutierten CCXP COLOGNE. Ansonsten habe ich auch etwas zur FeenCon, zu digitalen und analogen Würfel und dem Ende der 7te See und einer Neuauflage von John.

Rollenspiel

Comic Con Experience Cologne (CCXP): Preise, Runden und Gejammer

In dieser Woche veröffentlichten die Organisatoren der RPC Nachfolgeveranstaltung CCXP die Eintrittspreise für die viertägige Veranstaltung in der Kölner Messe. Der Startschuss wurde dabei mit einer E-Mail an einen Verteiler von ehemaligen RPC Besuchern (Online Eintrittskartenkäufer) gelegt, wonach diese als treue Stammkunden einen besonderen Rabatt erhalten sollten, allerdings nur für knapp zwei Tage. Der angebotene Preis von 19, bzw. 24 € für eine Tageskarte (Donnerstag oder Freitag, bzw. Samstag oder Sonntag) klang nicht einmal schlecht und dürfte in etwa dem entsprechen, was auch sonst für die RPC gezahlt werden musste.

Diese Frist ist nun abgelaufen, doch auch weiterhin gibt es günstige Tickets, die nach Kaufzeitpunkt deutlich im Preis ansteigen (25/30 € bis zum 25.3., 30/35 € bis zum 26.5., 38/45 € bis zum 26.6. und an der Tageskasse (27.-30.6.2019) dann sogar mehr als verdoppeln auf 45/52 €). Natürlich kann man auch mit einem Full Experience Ticket 1.450 € ausgeben – bitte, wer macht denn sowas?

Alle Tickets sind personalisiert und damit nicht übertragbar, sicherlich um einen Schwarzhandel zu unterbinden.

Während die Rollenspielcommunity im Augenblick in den Sozialen Medien noch mit Aussagen wie “Not my CCXP” über das neue Konzept schimpft, zeigen sich dennoch die ersten Händler und Aussteller, die trotz allem vier Tage auf der Messe sein werden. Ein Vabanque Spiel?

Die GFR e.V., die in den vergangenen Jahren vor Ort die Spielrundenverwaltung übernommen hat, ist auch in diesem Jahr als örtlicher Rollenspielverein wieder dabei. Spielleiter können sich bereits online mit ihrer Spielrunde registrieren und werden dabei auch weiterhin mit einer kostenlosen Dauerkarte von Seiten der Veranstalter der CCXP belohnt.

Insgesamt geben sich die Veranstalter der CCXP also größte Mühe, um die Rollenspielergemeinschaft auf der Veranstaltung zu halten und gegen die zeitgleich in Stuttgart stattfindende Comic Con Germany anzutreten. Die Ticketpreise sind bei der CCXP nach der Early Bird Phase allerdings deutlich teurer. Und auch was die Programmpunkte und Stargäste betrifft, ist man in Stuttgart schon deutlich aussagekräftiger – allerdings ist die Comic Con Germany keine Rollenspielveranstaltung.

Und ich? Nun, ich habe das lukrative Spezialangebot verfallen lassen. Doch neugierig bin ich schon, zumal die Kölnmesse für mich ja in wenigen Minuten erreichbar ist. Die CCXP ist nicht die RPC, die ist Geschichte. Also betrachte ich die Veranstaltung als das, was sie ist, eine Comic Con mit buntem Treiben. Die Würfel sind also noch nicht gefallen, allerdings werde ich sicherlich keine 30 € (oder gar 1.450 €) für eine Karte ausgeben.

FeenCon

In diesem Jahr feiert die FeenCon ihr 30jähriges Bestehen. In diesem Zuge wurden auch die Internetseiten modernisiert. Für die Rollenspiel Convention in Bonn (Bad Godesberg) vom 20.-21.07.2019 können Aussteller, Spielleiter, Künstler und Co. nun auch ihre Programmpunkte eintragen. Dementsprechend wächst hier nun die Liste der Events für die Veranstaltung.

Meine Programmpunkte sind noch nicht vermerkt, da ich noch in der Findungsphase bin, aber sicherlich werden auch von mir wieder (mindestens) drei (nein, nicht wieder vier!) Spielrunden angeboten werden.

Pegasus Spiele: 7te See eingestellt

7te See Grundregelwerk (Hardcover)

Bild via Amazonkommerzieller Link (Link zum Angebot)

Eine andere Meldung hatte sich bereits abgezeichnet: Pegasus stellt die deutschsprachige Veröffentlichung des Rollenspiels 7te See ein. Begründet wird dies mit den Veränderungen beim Lizenzgeber John Wick, der durch die Entlassung aller Mitarbeiter wohl kaum noch Produkte plangemäß auf den Markt bringen wird.

Schade ist dies durchaus, denn das Mantel- und Degen Setting ist nicht besonders stark vertreten im Rollenspielumfeld. Und damit entfällt dann auch die Entwicklung der Settingbeschreibung für die Eisen, also die “Deutschen Lande”, die Pegasus exklusiv hätte erstellen dürfen.

Mit dem Mitte März erscheinenden Quellenband “Die Neue Welt”, endet dann die deutschsprachige Publikation.

6 Gedanken zu “Wochenpost 2019-09: Alaaf …”

  1. “Insgesamt geben sich die Veranstalter der CCXP also größte Mühe, um die Rollenspielergemeinschaft auf der Veranstaltung zu halten” – ähh, nein. Das sind wohl eher kleine Zugeständnisse.

      • Najut, aber die CCXP ist die Nachfolgeveranstaltung der RPC und es wäre natürlich schlau, Altpublikum zu halten und neues zu gewinnen. Aber genau das scheint nicht gewollt – No RPC ist ja nicht nur bei uns Rollenspielern angesagt, sondern genauso für LARPer. Die bieten schon die potentiel bessere Nachfolgeveranstaltung an und machen aus ihrer LARPwerkerconvention die Weltenwerkerconvention und laden aktiv die anderen Szenen ein. So geht es!

        • Dass es die RPC nicht mehr gibt, finde ich – bei aller Kritik, die ich an der Veranstaltung hatte (zu laut, zu Messe, zu C-ZZ promilastig …) – schade, wie vermutlich ein nicht unerheblicher Teil der Rollenspielszene. Dass die CCXP als “Nachfolgeveranstaltung” angepriesen wurde, war ein Marketing Trick um genau das zu tun, was Du sagst: versuchen das Altpublikum zu halten.
          Doch bei allem darf man nicht vergessen, dass die RPC (und jetzt die CCSP noch viel mehr), eine auf Gewinn ausgerichtete, kommerzielle Veranstaltung war (ist) und sich damit schon von allen anderen Rollenspiel Conventions in Deutschland unterscheidet. Das wird in meinen Augen oft vergessen. Dass das nicht unbedingt dazu führt, dass die Veranstaltung für die Szene Besucher “besser” oder zielgerichteter wird, versteht sich von selbst. Das haben wir bei der RPC ja auch Jahr für Jahr gesehen, wie versucht wurde anderes (zusätzliches, zahlreicheres, zahlendes, gewinnbringenderes, …) Klientel auf die Messe zu ziehen und in der Folge damit das Rollenspiel immer weiter in eine Nische zu drängen bis – wie es nun geschehen ist – es sogar aus dem Titel der Veranstaltung verschwindet. Muss einem nicht gefallen (tut es mir auch nicht), ist aber die Entscheidung der Veranstalter. Die Entscheidung derjenigen, denen das nicht gefällt, ist ebenso einfach: Nicht mehr hingehen.
          Die erste CCXP in Köln wird von daher – wie geschrieben – interessant. Für die Verlage kann (!) es sich lohnen, weil man in Kontakt mit neuen (rollenspielfremden) Besuchern kommt, es kann aber auch ein (sehr teurer) Reinfall werden, weil die Besucher sich für ihre Produkte nicht interessieren und die Rollenspieler ausbleiben.
          Was der Weltenwerker Konvent kann (oder wird), muss sich noch zeigen. Und für eine Veranstaltung in der Größenordnung sind noch einige Fragezeichen gesetzt, nicht nur was die Lokation betrifft. Dass man viel will, vorhat und verspricht, heißt noch lange nicht, dass das auch funktioniert und letztlich besser wird. Bis jetzt (!) ist der Weltenwerker Konvent ja noch nicht einmal das, was die CCXP bei ihrer Ankündigung vor einem Dreiviertel Jahr war, eine wenig aussagekräftige Webseite und ohne Termin und Ort. (Nicht falsch verstehen, jeder fängt klein und besser vorsichtig an. Aber auf der Basis Vorschußlorbeeren zu vergeben, habe ich mir abgewöhnt, dafür habe ich schon zu viele vollmundige Versprechen platzen sehen.)
          Egal ob RPC, CCXP, SPIEL oder Weltenwerker Konvent, ob eine solche Messe für die Rollenspielszene (und da schließe ich LARP, Tabletop und Co. mit ein) dann letztlich ein Erfolg wird, hängt allerdings auch (!) von der Szene selber ab. Boykottiert man die Veranstaltung, darf man sich nachher auch nicht wundern, wenn man nicht mehr eingeladen wird (und möglicherweise überhaupt keine “dedizierte” Rollenspiel Messe mehr hat). Zeigt man Interesse und Masse, hat man auch Verhandlungs- und Gestaltungsmöglichkeiten.
          Ich nörgele und maule bekanntlich ja sonst gerne schon mal rum, aber in dieser Sache bin ich zu ambivalent. Wie gesagt, die CCXP ist keine Rollenspiel Convention, bzw. Messe (und allen Marketingversprechen zum trotz, auch nicht die RPC). Und damit im Hinterkopf setze ich diesmal tendenziell eher auf ein “mal eine Chance geben” – aber natürlich nicht um jeden Preis.

  2. Ja,die CCXP ist eine Comiccon und damit leider uniteressanter (für mich) als eine Messe oder Convention. Vielleicht wäre für die RPC ein Rückgang an einen kleineren Messestandort eine gute Lösung gewesen – Munster hätte man gut füllen können. Ob sich das rechnet, möchte ich nicht durchrechnen, so ist die CCXP doch letztlich nen biilliger Marketingtrick. Und prinzipiell wünsche ich der Sache schon ein hartes Mißlingen, dass ist imho die einzige Chance so etwas ähnliches wie die RPC wieerzusehen. Bei Erfolg werden noch mehr C-Promis eingeladen und der bisherige RPC-Teil rutscht weiter durch. Und ja, dass mit den Weltenwerkern ist eher das Zerfleischen des kranken Schafs bzw. des schon toten.

    Ich nörgele übrigrens normalerweise recht wenig, aber hier fühle ich mich nach Strich und Faden verarscht.

    • Vielleicht wäre für die RPC ein Rückgang an einen kleineren Messestandort eine gute Lösung gewesen

      .
      Damit – und mit Deinen Befürchtungen hinsichtlich der weiteren C-Promis und daraus resultierenden Konsequenzen – gehe ich zu 100% konform!

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