Das war die FeenCon 2018

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Ich bin zurück von der diesjährigen FeenCon in Bad Godesberg (Bonn), der großen Rollenspiel Veranstaltung der Gilde der Fantasy-Rollenspieler (GfR) mit rund 2.000 Besuchern. Seit einigen Jahren bin ich dort immer wieder gerne als Spielleiter im Einsatz und hatte für dieses Jahr auch zeitoptimiert vier verschiedene Abenteuer angesetzt – ein gewagtes Unterfangen, wie ich zugestehen muss.

Gleich um 11 Uhr am Samstag, also eine Stunde nach Öffnen der Pforten, sollte meine erste Spielrunde beginnen. Den Auftakt machte mein eigenes Abenteuer, Tangaroa, das mir damit auch gut von der Hand ging, wenngleich durch einiges an Würfelpech auf Spielerseite ein wenig mehr improvisiert werden musste, als das Abenteuer eigentlich vorsah. Alle vier Mitspieler (3 m / 1 w) standen pünktlich auf der Matte und begaben sich mit mir im Keller der Stadthalle auf eine Tiefe von 5.000 m unter dem Meeresspiegel.

Nach knapp drei Stunden standen dann schon die vermeintlichen Spieler für die nächste Runde an meinem Tisch und drängten mich zur Eile. Wie sich allerdings dann herausstellte, standen die “drängelnden” Spieler der Folgerunde am falschen Tisch und hatten mich dahingehend ein wenig aus dem Konzept gebracht, als dass ich so das Abenteuer eine gute Stunde früher beendete, als geplant war.

Faktisch war das Abenteuer auch schon durch. Zwei Investigatoren sind bei den Fischen geblieben und die anderen beiden … naja. Insgesamt ergab sich ein schönes, offenes Ende, das geradezu nach einer Fortsetzung geschrien hat. Und tatsächlich habe ich schon einige Ideen für ein “Return to Tangaroa”. Aber das muss noch etwas reifen und außerdem freue ich mich, dass das Abenteuer – diese Info trudelte nämlich auch während der FeenCon in meinem Postfach ein – für den nächsten Abenteuerband von Pegasus gesetzt ist.

Ein weiterer Vorteil des frühen Endes war dann der, dass ich neben einem überteuerten Stück Fleisch im Brötchen auch noch kurz Gelegenheit hatte, um einmal durch den Ausstellerbereich zu hetzen und Patrick Götz vom Uhrwerk Verlag die Freigabe für eine Verpodcastung eines Space 1889 Abenteuers abzuringen. [Nun gut, es bedurfte keiner besonderen Probe auf Überzeugen oder gar Überreden …] Die #WasSollIchLeiten-Challenge wird also voraussichtlich auch etwas nachhaltiges abwerfen.

Für 15 Uhr hatte ich The Infinity Shiftkommerzieller Link angeschlagen, einem Abenteuer für das Cypher System (vgl. Numenéra), dass ich allerdings für mich für Cthulhu now adaptiert hatte. Ausgeschrieben war das Abenteuer für 6 Teilnehmer, angetreten sind dann 4 (3 m / 1 w). Während ich Tangaroa schon das ein oder andere mal geleitet hatte, war The Infinity Shift eine Premiere und funktionierte inhaltlich besser als erwartet, wenngleich viele Elemente des Abenteuers in der vorgesehenen Zeitspanne von vier Stunden nicht umgesetzt, bzw. entdeckt werden konnten.

Dennoch war es insgesamt eine unterhaltsame Runde, bei den jedoch leider die immersive Spieltiefe der vorausgegangenen Runde nicht erreicht werden konnte. Dafür wurden die Charaktere (Airforce Soldaten) nicht seriös genug gespielt und strapazierten oft genug mehr die Lachmuskeln. Effektiv sind drei der Investigatoren mit temporärem Wahnsinn panisch in die Schneebedeckte Wildnis Alaskas gerannt, während sie ihren schwerstverletzten Kameraden (verbliebene Trefferpunkte: 1) zurückgelassen haben und sich dieser – zwar noch voll bei Verstand – sich letztlich einsam und verlassen nur noch filmreif eine Kugel geben konnte.

Die dritte Spielrunde des Tages, zwischenzeitlich war es bereits 19 Uhr und ich musste bereits deutliche Anzeichen der nachlassenden Konzentration und einsetzenden Müdigkeit bei mir feststellen, sollte ein weiteres Abenteuer aus meiner Feder werden, allerdings als “Premiere” und das mit einem unfertigen Abenteuer und nur einer groben Idee, wie es weiter-, bzw. ausgehen sollte. Also eine Konstellation, die für Rollenspiele nicht ungewöhnlich, mir allerdings äußerst unbehaglich ist, vor allem, wenn man unter anderem zweien aus dem Team von Pen&Podcast gegenübersitzt.

Immerhin habe ich nun einen Eindruck davon gewinnen können, wie die Jungs spielen. Darüber hinaus habe ich auch einige Punkte identifizieren können, die ich in meinem Konzept zum Abenteuer unter dem Arbeitstitel Phase IV optimieren muss und wie das Abenteuer weitergehen kann. Sogesehen eine wertvolle und erfolgreiche Runde, wenngleich ich den Eindruck hatte, dass meine vier Mitspieler (4 m) gerne noch einige Zeit weitergespielt hätten.

Danach war aber auch dringend die Heimfahrt und der Besuch des heimischen Betts angezeigt, wenngleich die Nachtruhe durch ein querliegendes Meterstück im Bett noch einmal kürzer war als erhofft.

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