Till Berger: Breakdown – Welt am Abgrund

Das dritte Buch meiner diesjährigen Urlaubslektüre war das Erstlingswerk von Till Berger. Ich muss gestehen, ich weiß nicht mehr genau, wann ich es gekauft habe, aber es war ein Spontankauf im örtlichen Buchhandel. Titel und Klappentext hatten mich angesprochen und meinem kleinen Fable für Geschichten kurz vor oder kurz nach dem Zusammenbruch der Weltordnung entsprochen. Damit wurden also die 9,99 € investiert und das Buch gesellte sich zunächst auf den SUB und kam nun in die engere Wahl der Urlaubslektüre.

Breakdown - Welt am Abgrund: Thriller

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Das Buch beginnt mit einer Rückblende und schildert die Geschichte von Laura Dupont und ihrem Freund Dean Lund am Vorabend ihrer Verlobung. Beide sind Wissenschaftler, doch Dean wird nach Druck durch die Industrie von der Universität entlassen und erhält ein Angebot seine Arbeit für den Klimaschutz in der privatwirtschaft fortzuführen. Am kommenden Tag, Laura sitzt mit den Verlobungsringen im Restaurant, taucht Dean nicht mehr auf. Es bedarf keiner besonderen Intelligenz um nicht zu vermuten, dass Dean für den Fortgang der Geschichte noch einmal von Bedeutung werden wird.

Einige Jahre später ist Laura an die Universität St. Gallen gewechselt und ist als Expertin in Sachen Klimaschutz in einem Wissenschaftsgremium der Vereinten Nationen unterwegs. Während einer Vorlesung wird sie kurzfristig von Europol abgeholt und mit einem Sonderflug nach Den Haag gebracht um hier bei der Aufklärung eines angedrohten Terrorakts mitzuwirken. Die Aktivisten einer Umweltschutzorganisation drohen das Bankensystem durch einen gezielten Angriff auf SWIFT außer Gefecht zu setzen. Dass sie dies können, haben sie durch eine kurze Demonstration bereits wirklungsvoll gezeigt. Der dauerhafte Ausfall von SWIFT hätte katastrophale globale Folgen für die Weltwirtschaft und in der Folge auch für die gesamten Zivilisationen. Um jeden Preis möchten die Regierungsvertreter daher verhindern, dass die Ökoterroristen ihr Ziel erreichen. Die Forderungen, die sofortige Ratifizierung und Umsetzung der Klimaschutzziele innerhalb einer kurzen Frist, hingegen, möchte man allerdings auch nicht erfüllen.

Laura Dupont hat recht schnell den Verdacht, das ihr Ex-Freund an der Erpressung beteiligt sein könnte, gerät aber auch recht bald selber in das Visier der Ermittler. Die Geschichte entwickelt sich hin zu einer bunten Verfolgungsjagd bei der ersichtlich wird, dass deutlich mehr Parteien ihre Finger im Spiel haben, als es zunächst erscheint. Zahlreiche Wendungen halten dabei die Spannung aufrecht, denn nicht jeder Beteiligte scheint sich an seine vermeintlichen Interessen zu halten und dann gänzlich andere zu verfolgen.

Insgesamt handelt es sich bei Breakdown um einen recht einfachen Thriller, den sicherlich einer der privaten deutschen Fernsehsender entdecken wird um ihn für ein Mittwochabendkino zu verfilmen. Für das große Kino reicht es jedoch nicht, dazu sind mir persönlich einige Handlungen zu fragwürdig. Die Grundidee in Till Bergers Breakdown gefällt mir recht gut, hinsichtlich der Umsetzung weist es dann aber einige Schwächen auf. Dennoch ist es eine nette, teilweise spannende Urlaubslektüre.

Hinweis: Ein ähnliches Setting findet sich übrigens bei Marc Elsberg in seinem Thriller Blackout. Auch hier versuchen Terroristen die Welt über den Abgrund zu stoßen indem sie durch gezielte Hackerangriffe die Stromversorgung sabotieren. Im direkten Vergleich ist für mich Elsbergs Thriller die bessere Wahl.

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