Gefallener Engel

Bild: © StefanoT / Pixabay (modifiziert)

Stephen Kenson: Gefallene Engel – 3 Shadowrun Romane

Lesezeit etwa 4 Minuten

Urlaubszeit geht für mich einher mit Lesezeit. Nachdem der erste Thriller (Paul Cleave: Der 5-Minuten-Killer) ausgelesen war, erwählte ich nun einen Sammelband aus drei Romanen von Stephen Kenson zur Lektüre. Es handelt sich dabei um Romane, die in der Welt des Rollenspiels Shadowrun spielen, also eine handvoll Jahrzehnte in der Zukunft.

Die drei einzelnen Romane “Born to Run”, “Giftmischer” und “Fallen Angels” sind dabei zusammengehörig und stellen aufeinander aufbauende Abschnitte aus dem Leben von Kellan Colt, einer jungen Runnerin aus Kansas City dar, die in Seattle versucht ihr Glück zu machen. Die drei Romane Romane passen in dem Sammelband sehr gut zusammen und können daher auch als drei Teile angesehen werden, die insgesamt eine abgerundete Story ergeben.

Gefallene Engel: 3 Shadowrun-Romane

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Meine Wahl auf diesen Roman war eher zufällig gefallen und meine Erwartungshaltung gegenüber einen Roman basierend auf ein Rollenspielsystem war basierend auf früheren Erfahrungen eher bescheiden. Meine Motivation dieses Werk zu lesen war eher dem Wunsch nach einem besseren Verständnis dieser futuristischen Welt geschuldet und in dieser Hinsicht wurde ich keineswegs enttäuscht. Insbesondere der erste Teil liest sich wie eine gut gemachte Einführung in die Welt der 2060er Jahre, beschreibt kurz und knapp, was geschehen ist und mit welchen Metamenschen wir es zu tun haben.

Denn zwischenzeitlich ist nicht nur die Magie bei den sogenannten Erwachten wieder gegeben, sondern aus den Menschen haben sich auch Zwerge, Orks, Trolle und Elfen entwickelt. Die 50 Jahre seit dem Erwachen hat die Welt aber nicht nur in Bezug auf seine Bewohner verändert, sondern auch die Gesellschaft hat sich gewandelt. Staatsgrenzen haben sich verschoben und große Konzerne üben eine Macht aus, die teilweise größer als die der Staaten angesiedelt ist. Menschen und Metamenschen werden nur dann akzeptiert, wenn sie offiziell registriert sind und eine ID, die sogenannte SIN, haben. Wesen ohne SIN haben keinen Anspruch auf Sozialleistungen, haben durch die fehlende Registrierung aber auch die Möglichkeit in den sogenannten Schatten zu arbeiten und dort Aufträge zu erfüllen, die gegebenenfalls am Rande der Legalität oder für den Auftraggeber in der öffentlichkeit ethisch bedenklich sind. Diejenigen, die sich mit solchen Jobs verdingen, werden Shadowrunner genannt und die Hochburg der Shadowrunner ist der Metroplex Seattle.

Und eben nach Seattle hat es die noch junge Kellan Colt mit ihren letzten Finanzmitteln verschlagen um auf der einen Seite in der Hauptstadt der Shadowrunner sich einen Namen zu machen, zum anderen aber auch auf die Suche nach ihrer Mutter zu gehen. Kellans Mutter hatte sie vor Jahren bei ihrer Tante in Kansas City abgesetzt und der regelmäßige Briefverkehr endete dann auch vor einiger Zeit. In Seattle wird Kellan bei einem einschlägig bekannten Shadowrunner vorstellig, der schon bald ihr Potenzial erkennt, vor allem da in Kellan magische Fähigkeiten zu stecken scheinen. Um diese zu stärken und auszubilden wird Kellan einem einem großen Magier vorgestellt, der sie auch als seine Schülerin annimmt, aber auch auf die ersten Runs mitnimmt bei denen Kellan die Bekanntschaft mit einer Gruppe Runner macht, die sie im Verlauf der folgenden Abenteuer immer wieder begleiten. Es handelt sich dabei um Vertreter aus allen Arten der Metamenschheit (Orks, Trolle, Elfen und Zwerge), aber auch um Spezialisten in den verschiedenen Disziplinen des Shadowruns (Magier, Samurais, Rigger, Adepten, Decker, etc.)

Das Abenteuer im ersten Band ist gut, wenngleich durch die Beschreibung der Welt Platz für mehr Tiefe des Runs fehlt. In den folgenden beiden Bänden kann aber auf den eher einführenden Band aufgesetzt werden und die Story gewinnt an Fahrt. Intrigen, Freundschaften und Abenteuer bilden die Würze in Gefallene Engel vorn Stephen Kenson. Etwas komisch mutet die Nutzung der Matrix (das Internet in den 2060ern) an, denn der Zugriff auf das globale Netz erfordert ein Kabel. Damit ist der Roman von 2008 konform mit der Spielwelt der ersten Shadowrun Editionen. (Zwischenzeitlich, man ist mit der fünften Edition von Shadowrun im Jahre 2075 angelangt, ist der Zugriff auf die Matrix natürlich auch drahtlos möglich.)

Zusammenfassend handelt es sich für mich bei Gefallene Engel also um ein äußerst gelungenes Werk um in die Welt von Shadowrun einzusteigen. Die Beschreibung der Historie und der Gegebenheiten im Jahre 2060 ist knapp und unterhaltsam in den Kontext eingebaut worden und lässt sich damit sehr angenehm lesen. Die Geschichte insgesamt wird erst durch den in dem Sammelband enthaltenen zweiten und dritten Teil rund. Für diejenigen, die sich mit Shadowrun befassen (wollen), kann ich die drei Romane entsprechend empfehlen.

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