Rollenspiel für Kinder – das Ritter Bogo RPG

Lesezeit etwa 12 Minuten

Die bessere Hälfte will zu ihrem Geburtstag einen Brunch mit ihren Freundinnen veranstalten. Doch was tun mit dem Kleinen – und dem Mann? Die werden dann einfach in den Keller geschickt. Und die Kinder der Gäste gleich dazu.

Was beginnt wie eine Horror-Story, war der Anstoß sich einmal genauer Gedanken dazu zu machen, ob man mit vier- und fünfjährigen Kindern nicht schon ins Rollenspiel einsteigen könnte. Tatsächlich hatten schon einige zuvor gute Erfahrungen damit gemacht und die ersten tastenden Versuche mit dem eigenen Sohn waren auch schon sehr vielversprechend, zumindest müssen nun regelmäßig Geschichten rund um Ritter Bogo vor dem Schlafengehen erarbeitet werden.

Als Erzählspiel und mit nur einem Kind funktionierte das also bislang sehr gut, doch geht das auch mit vier Kindergartenkindern, Würfeln und vielleicht auch ein paar Spielregeln?

Hinweis: Diese Kurzbeschreibung richtet sich vornehmlich an rollenspielerfahrene Menschen und setzt einige Grundzüge und -begrifflichkeiten aus dem Umfeld des Rollenspiels voraus. Eine losgelöste, eigenständige Beschreibung folgt bei Gelegenheit in einem separaten Beitrag.
Der vierjährige Miterfinder von Ritter Bogo hat immerhin schon ein Faible für Würfel. Zwar macht ihm das Zählen nach wie vor Probleme, aber so langsam akzeptiert er dann doch, dass es zwischen der zwei und vier auch noch eine weitere natürliche Zahl gibt. Klassische sechsseitige Würfel sollten demnach für die Kinder keine allzu große Herausforderung darstellen, wenn sie denn Augen und keine Ziffern tragen.

Der Charakterbogen

Ich beginne gleich mit einem der haptischen Elemente im Pen&Paper Rollenspiel, dem Charakterbogen. Des Lesens sind die Kinder noch nicht mächtig und damit ist in jedem Fall ist klar, dass der Charakterbogen möglichst einfach gehalten werden muss. Ohne Text und ohne endlose Liste an Attributen und Fertigkeiten, ganz geschweige denn von irgendwelchen Abhängigkeiten zwischen den Werten. Ergo habe ich mit dem Zeichenprogramm meiner Wahl (Microsoft Excel …) ein wenig experimentiert und den Charakterbogen auf sechs Werte reduziert. Zwar hadere ich noch mit mir, ob nicht auch vier Werte ausreichen könnten, doch um nicht zu viele Abstriche machen zu müssen, starte ich mit dem größeren Set.

Die Attribute und Fertigkeiten

Neben den textuellen Begrifflichkeiten wie “Geschicklichkeit”, “Stärke” etc. habe ich ikonische Bilder eingefügt (eine Seiltänzerin für die Geschicklichkeit, einen Gewichtheber für die Stärke, etc.), sodass die Kinder leicht erkennen sollten, wofür die einzelnen Werte stehen. In der folgenden Liste sind die Attribute erläutert und auch das zugehörige Bild beschrieben. Alle Zeichnungen sind einfach gehalten und eignen sich als Ausmalbilder.

  • Schnelligkeit [Bild: schnaufender Jogger] – dies soll repräsentieren, wie schnell der Held laufen (fliegen, schwimmen, reiten, etc.) kann, wenn denn mal eine Verfolgungsjagd ansteht oder der Held auf der Flucht die Beine in die Hand nehmen muss.
  • Geschicklichkeit [Bild: Seiltänzerin] – dieser Wert steht für ein breites Spektrum, zum einen ist es die klassische Fingerfertigkeit, wenn es darum geht beispielsweise ein Schloss zu knacken, soll aber auch für andere eher körperliche Proben stehen, wie z.B. das Klettern oder Balancieren.
  • Stärke [Bild: Gewichtheber] – wenn der Held einen schweren Gegenstand aufheben soll, dann ist dies der Wert der Wahl.
  • Intelligenz [Bild: lesender Fuchs] – unter diesem Attribut subsumiere ich alle geistigen Elemente, also nicht nur die klassische Intelligenz, aber auch sozial/geistige Aspekte (Emotionale Intelligenz, Überzeugen, Bildung, etc.).
  • Zauberkraft [Bild: Magier mit Zauberstab] – dies steht für die Fähigkeit Magie zu wirken
  • Kampfkraft [Bild: kämpfende Ritter] – ist nichts anderes als das Talent mit einer Waffe oder einfach nur den Fäusten umgehen zu können.

Poolwerte und Personendaten

Neben den Attributen gibt es noch drei weitere Werte auf dem Bogen: einem Pool für Glück, Geld und Erfolge, die vielleicht in den ersten Runden nicht zum Tragen kommen, aber wir werden sehen. Die Poolwerte sind auf dem Bogen ganz unten angeordnet, sodass sie auch einfach entfernt werden können, falls dies doch noch zu anspruchsvoll für die Kinder ist, oder hier mit Münzen oder Chips gearbeitet wird.

Natürlich gibt es auch für die Poolwerte Symbole: Glück wird mit einer klassischen Schweinchen, Kleeblatt und Hufeisen Kombination oder einer lachenden Sonne symbolisiert, für das Geld steht ein Sack voller Münzen und neben den Erfolgen findet man einen Pokal.

Über all diesen Werten prangt natürlich ein großes Feld, in dem ein Bild des Helden gemalt oder geklebt werden kann. Tatsächlich habe ich sogar im Netz nach geeigneten Ausmalbildern gesucht und rund 20 ansprechende Bilder von Rittern, Zauberern, Hexen, Abenteurern, Feen und natürlich Prinzessinnen gefunden. Diese wurden passend verkleinert und schon einmal prophylaktisch in die vorgefertigten Bögen eingefügt. (Dadurch ist allerdings die Möglichkeit der Veröffentlichung des illustrierten Charakterbogens derzeit nicht gegeben, aber wenn sich jemand findet, der ein paar geeignete Bilder zeichnen kann …)

Die Wahl der Heldenbilder zeigt, in welche Richtung das Spiel gehen soll: Das Setting ist ein einfaches Fantasy Setting (ja, genau, ICH, ausgerechnet ich mache Fantasy …) mit Rittern, Gespenstern, Magiern, Drachen etc.

Neben dem Charakterportrait, das die Kinder gerne selber kolorieren dürfen, ist ein weiteres großes Feld vorhanden, in dem die Kinder ihre Ausrüstung eintragen, bzw. einzeichnen können.

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4 Gedanken zu “Rollenspiel für Kinder – das Ritter Bogo RPG”

    • Na, bis dann ist es bestimmt auch als 500 Seiten starkes, vollfarbiges Grundregelwerk mit ungefähr 42 Abenteuer- und Quellenbänden in limitierter Sammleredition verfügbar.

      Tatsächlich prüfe ich aktuell, ob es, z.B. auf der diesjährigen FeenCon in Bonn, Interessenten für einen entsprechenden Programmpunkt gibt. Dann gäbe es neben der Hüpfburg auch noch ein “echtes” Abenteuer zu erleben.

      • da wirst du sehr wahrscheinlich einen Abnehmer für finden.
        Eltern mit Kindern auf der Feencon werden dir ihre Kinder nachwerfen, wenn sie sehen, was du anbietest.

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