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Bild: © Esther Merbt (EME) / Pixabay
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Rollenspiel für Kinder – das Ritter Bogo RPG

Regelvarianten

Regeln vereinfachen

Erscheinen die Regeln zu komplex (z.B. bei den ersten Spielrunden und Kindern unter 5 Jahren), sollte man auf die Pools (Glück, Geld und Erfolge) schlichtweg verzichten. Reicht dies immer noch nicht zur Vereinfachung, kann man auch noch die Attribute auf vier reduzieren, indem man Schnelligkeit und Geschicklichkeit sowie Stärke und Kampfkraft zusammenfasst. Basierend auf meiner Erfahrung ist dies allerdings nicht erforderlich.

Regeln für Fortgeschrittene

Sind die Kinder etwas älter, mit den grundsätzlichen Regeln und auch der Möglichkeit des Scheiterns vertraut, können die Regeln angepasst werden um das Spiel anspruchsvoller zu gestalten:

  1. Bei Proben muss der Wert des Attributs überboten werden, bei Gleichstand gilt die Probe als gescheitert. Dies bedeutet, dass ein Attribut mit dem Wert 6 durch eine Würfelprobe nie gelingt und auch das beste Attribut (eins) eine Chance für einen Fehlschlag birgt.
  2. Glückspunkte führen nicht mehr zu einem automatischen Erfolg, sondern ermöglichen lediglich den Probenwurf zu wiederholen.
  3. Gegner schlagen nun zurück: Je nach Angriff muss der Held mit einer Probe auf Geschicklichkeit ausweichen oder Kampfkraft/Zauberkraft parieren. Für den Gegner wird nicht gewürfelt, es reicht der Verteidigungswurf des Helden. Scheitert dieser, muss bei einem beliebigen Attribut der Wert um eins erhöht werden (maximal auf sieben). Dafür entfällt aber der Schaden bei einer gescheiterten Attacke durch den Helden.

Allgemeines zum Rollenspiel mit Kindern

Ein paar Punkte sollten beim Spiel berücksichtigt werden.

  • Mehr noch als beim Spiel mit jugendlichen und erwachsenen Spielern steht das Kind im Mittelpunkt. Das Kind erschafft die Welt mit seiner Phantasie. Will es den Ritter mit einer Pistole ausstatten, dann ist das völlig in Ordnung, ebenso wie wenn es das Gespenst einfach wegpusten will. Wird die Geschichte wirr, schräg oder gar abstrus und die Kinder haben Spaß, dann ist das Ziel erreicht.
  • Die Aufmerksamkeitsspanne von Kindern währt nicht ewig. Mehr als eine Stunde sollte das Abenteuer bei den Kleinen nicht dauern. Werden die Kinder unruhig oder albern, ist dies ein deutliches Zeichen dafür die Geschichte ganz schnell zum Abschluss zu bringen. Das kann dann im Zweifelsfall auch einfach erzählerisch erfolgen.
  • Die Spielregeln können die Kinder überfordern. Im Zweifelsfall geht der Spielspaß über die Regeln und im Extremfall sollte man die Würfelei über Bord werfen und die Geschichte mit den Kindern rein erzählerisch fortführen. Ich kenne kein Kind, das nicht bei einer erzählten Geschichte gebannt zuhört. Und mit einfachen Rückfragen an die Kinder wie “Welche Tiere sieht er hinter dem Zaun? Welche Farbe hat das Haus? Was sagt der Held?” kommt eine ungeahnte Interaktion zustande.
  • Für das Abenteuer bietet es sich an die Kinder vorab zu fragen, was sie sich denn in dem Abenteuer, bzw. in der Geschichte wünschen. Jedes Kind kann ein Stichwort liefern und wenn nachher eine bunte Mischung auch einem Cowboy, einem Drachen, einem Feuerwehrmann und einer Fee zusammen kommt, weiß man sehr genau, wie die Village People zusammengestellt wurden :-)

In einem zweiten Teil werde ich dann ein Beispielabenteuer mit Spielbericht vorstellen.

Dieser Beitrag hat 8 Kommentare

  1. Frosty Pen&Paper

    Sehr schön wieviel Arbeit du dir gemacht hast

    Komm ich inpaar Jahreb drauf zurück, wenn ich es brauche für meine Kinder

    1. Na, bis dann ist es bestimmt auch als 500 Seiten starkes, vollfarbiges Grundregelwerk mit ungefähr 42 Abenteuer- und Quellenbänden in limitierter Sammleredition verfügbar.

      Tatsächlich prüfe ich aktuell, ob es, z.B. auf der diesjährigen FeenCon in Bonn, Interessenten für einen entsprechenden Programmpunkt gibt. Dann gäbe es neben der Hüpfburg auch noch ein “echtes” Abenteuer zu erleben.

      1. Frosty

        da wirst du sehr wahrscheinlich einen Abnehmer für finden.
        Eltern mit Kindern auf der Feencon werden dir ihre Kinder nachwerfen, wenn sie sehen, was du anbietest.

  2. Sven

    Moin Michael,

    das klingt wirklich sehr gut. Ich möchte meine Tochter (6J) auch gerne für Pen and Paper begeistern und war auf der Suche nach einem passenden System. Ich kann als Einstieg auch Maus und Mystik (ab 7) empfehlen, das klappt auch gut mit 6 jährigen Kindern.
    Insbesondere würde ich das System auch gerne mal als “Aktion” im Kindergarten durchführen. Hier würde ich als Zielgruppe die Vorschulkinder wählen, die ja schon fünf, bzw. sechs Jahre als sind. Das kann ich aber erst im Laufe des nächsten Jahres schaffen.
    Generell bin ich ein großer Fan von Open Source, bzw. Open Knowledge und damit von Community-basierten Produkten. Vielleicht lässt sich dein Projekt ja auch auf diese Weise entwickeln. So könnten sich viele Menschen mit Illustrationen, Abenteurn usw. beteiligen und die Welt bereichern.
    Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie deine weiteren Erfahrungen sind.

    1. Michael L. Jaegers

      Hallo Sven,
      danke für Dein Feedback und ich bin sehr interessiert an Deinen Erfahrungen.

      Hinsichtlich der Lizenz (Open Source, etc.) bin ich derzeit noch in der Diskussion mit mir. Vermutlich wird aber mit einer Überarbeitung eine CC-BY oder CC-BY-NC Variante dabei herum kommen. Vielleicht auch die OGL – mal sehen. Ich möchte niemanden daran hindern, sich hier mit einzubringen, eher im Gegenteil. Und da das Regelgerüst ja hier schon kostenlos veröffentlicht ist …

      Schönen Gruß,
      Michael

  3. Birgit

    Hi Michael,

    unser Sohn (5 1/2) ist sehr interessiert an solchen Spielen. Wir haben schon versucht, aus den Spielen, die wir haben, vereinfachte Versionen zu basteln. Obwohl ihn die gruseligen Monster und das Töten nicht abschrecken, sind diese Spiele in dem Alter wahrscheinlich pädagogisch nicht so wertvoll. Wäre daher an deinem Spiel interessiert. Kann man es irgendwo kaufen oder herunterladen?

    Viele Grüße
    Birgit

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