Mats Strandberg: Die Überfahrt

Lesezeit etwa 3 Minuten

Vor geraumer Zeit wurde mir das Buch “Die Überfahrt” durch den Algorithmus des Internetkaufhauses Amazon empfohlen. Die Rezensionen auf der Seite sprachen allerdings ein anderes Bild. Als der Roman dann nun auch als Hörbuch verfügbar war, habe ich dann doch einmal zugeschlagen und mich durch 16 Stunden auf einer Fähre geschlagen.

Es dauert nicht wirklich lange, bis der Autor Mats Strandberg andeutet, worum es in seinem Roman geht. Eine Mutter mit kränklich aussehendem Sohn befindet sich neben hunderter anderer Gäste auf einer Ostsee Fähre. Doch die Beiden sind weniger an der Überfahrt, als an den anderen Passagieren interessiert, oder – um es noch deutlicher zu machen – an deren Blut.

Ich komme in dieser Rezension nicht drum herum ein wenig zu Spoilern. Wer also absolut nichts über den Inhalt erfahren möchte, sollte gleich zum Fazit am Ende dieses Beitrags springen und die nachfolgenden Abschnitte ignorieren.

Die Überfahrt: Roman

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Der Leser, bzw. Hörer rätselt bis recht genau in der Mitte des Buchs, was denn genau hinter der Geschichte steckt. Ist es eine andere Form von Zombies, die hier die Menschen anfallen und sie dann ebenfalls zu blutsaugenden Wesen werden lassen? Ich gestehe, dass ich – geprägt von diversen Zombie-Thrillern – bei dem aktuellen Roman nicht auf die andere Sorte von Blutsaugern gekommen bin, aber letztlich macht dies wohl auch keinen so großen Unterschied.

Die Geschichte spielt vollständig an Bord der schwedischen Ostsee-Fähre Baltic Charisma, wobei eine Handvoll Passagiere mit ihren ganz persönlichen Sorgen und Nöten vorgestellt werden bevor dann irgendwann das Unausweichliche passiert. Eine Familie mit gehbehinderter Mutter, adoptiertem Sohn und psychisch erkranktem Vater, ein homosexuelles Pärchen, das sich auf der Fähre verloben möchte, ein abgehalfterter Schlagersänger und einige mehr, die vor allem den Alkoholausschank und die Party an Bord als Gelegenheit nutzen wollen.

Insgesamt ist die Handlung dann doch eher langatmig bis zäh. Die Hintergrundgeschichten, Zusammenhänge und Komplikationen der einzelnen Protagonisten werden zwar detailliert beschrieben, beinhalten allerdings kaum ausreichend Tiefgang oder Spannung. Zumindest bei mir habe ich keine Bindung zu auch nur einem Charakter aufbauen können. Die dazwischen und vor allem danach erfolgenden Angriffe der verwandelten Menschen wiederholen sich und nutzen sich auf Dauer leider ab.

David Nathan als Sprecher des Hörbuchs Die Überfahrtkommerzieller Link gibt sich größte Mühe, doch wirkt er auf Dauer eintönig und ermüdend und änderte nichts daran, das ich an diversen Stellen zu gerne vorgespult hätte um eine interessantere Passage zu finden. Das habe ich allerdings nicht, also weder vorgespult, noch eine interessante Passage gefunden.

TitelDie Überfahrt
AutorMats Strandberg
VerlagFischer TOR
Seiten512
ISBN-10
ISBN-13
3596295998
978-3596295999
Preis14,99 €
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Meine Einschätzung
Inhalt (61 %)bronze
 - Spannung (50 %) bronze
 - Originalität (15 %) bronze
 - Nachvollziehbarkeit (15 %) silber
 - Schluss (20 %) silber
Sprache (15 %)gold
Sprecher (21 %)silber
Cover (3 %)gold
Gesamtbewertung1.2 / 4 = 28.8 %

bedingte Empfehlung
Skala: 0 - 4 Sterne mehr dazu
Amazon Äquivalent: 3 Sterne

Fazit

Mats Strandberg nutzt ein interessantes Szenario für eine Horror Geschichte: die abgeschlossene Welt einer Ostsee-Fähre. Der Griff zu blutdürstigen Wesen, die dann über die Besatzung und Passagiere herfallen, ist schwierig, wenn nicht gar gewagt und scheitert in meinen Augen in diesem Fall. Die Protagonisten sind überladen mit eigenen Problemen, sodass man gelegentlich die Ereignisse an Bord vielleicht als optimale Lösung für viele der Problemkinder betrachten könnte. Nein, da habe ich schon deutlich bessere Horror-Romane gelesen und bin bei Mats Strandberg: Die Überfahrtkommerzieller Link doch eher zurückhaltend mit meiner Empfehlung.

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