Glen Cook: Black Company 2 – Todesschatten

Der zweite Grund für die zuletzt kurze Pause im Blog war der 300 Seiten starke Dark Fantasy Roman Black Company 2 von Glen Cook. In Todesschatten, so der Untertitel des zweiten Bandes der Black Company Trilogie, muss sich die gefürchtete Söldnertruppe mit dem Erstarken und der drohenden Wiederkehr des Dominators befassen. Im Auftrag der Lady, der Herrscherin über das Land, unternimmt die Armee einen Gewaltmarsch bis an die äußerste Grenze des Landes um dort auf eine ungewöhnliche, wachsende Burg zu stoßen. Doch es ist nicht nur die Gefahr, die von diesem Bauwerk ausgeht, mit der die schwarze Kompanie sich auseinandersetzen muss.

“Wir haben uns mit der Finsternis eingelassen, Croaker. Ich weiß, dass das wirklich egal ist. Logisch gesehen. Wir sind die Schwarze Kompanie. Wir sind nicht Gut oder Böse. Wir sind einfach nur Soldaten mit Schwertern zum Anheuern.”

The Black Company 2 - Todesschatten: Ein Dark-Fantasy-Roman von Kult Autor Glen Cook
Todesschatten knüpft an den ersten Band von Black Company (Seelenfänger, ) an. Aus Sicht des Soldaten und Arztes Croaker wird geschildert, wie sich die Einheiten der Black Company der letzten Rebellen im Land entledigen. In einem Landgasthof haben sie sich verschanzt und eine Falle errichtet um Zug um Zug die Gegner der Lady auszuschalten, eine Strategie, der die Truppe um Croaker fast selber zum Opfer fällt.

Nach getanem Werk ereilt die Schwarze Kompanie ein neuer Auftrag: Die Lady fordert sie zur Unterstützung eines Herzogs im äußersten Westen des Landes, in Juniper an. Ein Vorauskommando soll von den “Entführten” auf einem der fliegenden Teppiche bis dorthin gebracht werden, während die Hauptmacht der Söldner den langen und beschwerlichen Fußmarsch über Land vornimmt.

In Juniper wird eine merkwürdige, schwarze Burg errichtet. Niemand weiß, wer sie erbaut, doch jeder fürchtet sie. Hier setzt dann auch der zweite Handlungsstrang an, denn der aus der Black Company desertierte Raven befindet sich bereits in Juniper zusammen mit der taubstummen Darling, die er vor dem Zugriff durch die Lady schützen möchte. Raven selber weiß offensichtlich um das Geheimnis der schwarzen Burg und macht mit ihr gute, aber auch äußerst düstere Geschäfte.

Achtung! Spoileralarm!
Der Inhalt enthält Informationen, die entscheidende Elemente des Werks verraten können und ist daher standardmäßig ausgeblendet. Der spoilerhafte Inhalt kann hier eingeblendet werden.
Zusammen mit dem Wirt Shed sammelt Raven in der winterlichen Stadt des Nachts die Leichen Erfrorener im Buskin ein und bringt diese zur Burg. Für jede Leiche erhalten die beiden ein kleines Vermögen, das Raven verwendet um für sich und Darling ein Schiff zu bauen und auszurüsten, der Wirt wiederum zur Begleichung seiner Schulden nutzt.

Shed rutscht bei dieser zwielichtigen Handlung immer tiefer vom rechten Pfad ab. Zwar gelingt es ihm seine Schulden und damit seinen größten Widersacher zu beseitigen, doch vom neuen Reichtum überfordert, folgen immer weitere Untaten um sich Geldverleiher und Erpresser vom Leib zu halten bis das System eine Eigendynamik entwickelt, aus der es kein Entrinnen mehr gibt.

Die Burg wiederum wächst mit jeder neuen angelieferten Leiche. Je frischer, desto schneller können die geheimnisvollen Wesen die Festung, die sogleich das Portal für den Dominator, dem gefürchteten und verstorbenen Ehemann der Lady, darstellt, ausbauen. Als dann die schwarze Kompanie in Juniper eintrifft, ist nicht mehr viel Zeit um mit der Eroberung und Vernichtung der Burg zu beginnen, zumal sich dann auch noch die “Entführten” gegen die Soldaten der Black Company richten.

“Aber ich bin es müde, dass unsere Arbeit in einem schlimmen Ende resultiert. […] Raven hatte damals in Charm die richtige Idee. Er ist rechtzeitig verschwunden, zur Hölle noch mal.”

Kritikpunkte? Der Roman ist durchaus spannend und stringenter erzählt, als dies noch im ersten Band der Fall war. Der Schreibstil des Autors ist weiterhin gewöhnungsbedürftig, denn in einer abgehackten, einem Plauderton angepassten Erzählform geschrieben, mit vielen verblosen Sätzen gerät der Lesefluss nicht selten ins Stocken. Auch hat der Autor mich hier und da inhaltlich abgehängt, so dass ich Seiten zurückblättern musste und dennoch nicht verstanden habe, wie es auf einmal zu dieser plötzlichen Wendung gekommen ist.

An einige Namen kann ich mich allerdings nicht gewöhnen, bzw. damit anfreunden. Die “Entführten” (im englischen wohl Taken) klingt immer holprig, “Darling”, “Lady” und “Dominator” sind nur eine kleine Auswahl der Namen, die auch sogleich Programm sind. Aber dies war in den 80ern eher angesagt.

Glen Cook vermeidet explizite Sprache. Auch eine detailierte Beschreibung von mystischen Wesen sucht man im Roman vergebens, so dass es dem Leser selber überlassen bleibt sich die düsteren Gestalten aus der schwarzen Burg vorzustellen. Für mich hat dies bestens funktioniert. Kampfhandlungen werden knapp und nur am Rande beschrieben, das Hauptaugenmerk liegt auf der Geschichte und weniger auf Effekten. Die rund 300 Seiten waren damit für mich auch keineswegs zu lang.

Erschienen ist die Neuauflage des Werks aus den 80er Jahren im für solche Klassiker bekannten Mantikore Verlag, derzeit nur als eBook, doch in Kürze dann wohl auch in Print. Die Umschlaggestaltung ist mit einem vor düsteren Wolken stehenden Ritter äußerst ansprechend geworden und passt sich an das Design des ersten Bandes an. Den ersten Teil zuvor zu lesen macht durchaus Sinn, da es sich bei Black Company um eine zusammengehörige Romantrilogie handelt und der Mittelteil für sich genommen wenig Sinn macht. Insgesamt besteht die Reihe aus 9 Werken, die hier erwähnte Trilogie läuft dabei unter der Bezeichnung “die Bücher des Nordens” und bildet die ersten Romane der Reihe ab.

Fazit

Daumenwertung 3 von 4
3 von 4
Obsidiansteinen

Glen Cooks Black Company 2  Todesschatten hat mir durchaus gefallen und macht Lust auf den dritten, derzeit allerdings noch nicht in der Neuauflage erschienenen Band. Die sprachlichen Schwächen verbuche ich unter Stilmittel eines harten Soldaten, der besser mit Schwert und Knochensäge als mit einer Feder umzugehen vermag. Insgesamt erhält die Handlung von Black Company mit dem zweiten Band nun eine klare Struktur und wer keine Lust auf klassische Seifenoper-Fantasy hat, sondern sich auch an zwielichtigen Charakteren erfreuen kann, der ist in der Black Company gut aufgehoben. Von daher von meiner Seite aus durchaus eine Leseempfehlung.

Titel The Black Company 2 - Todesschatten
Autor Glen Cook
OriginaltitelShadows Linger
Verlag Mantikore Verlag
Seiten 400
ISBN-10
ISBN-13

9783945493618
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