anRUFung 2019 – cthuloider Wahnsinn

Rund 100 Patienten wurden am vergangenen Donnerstag in das Arkham Sanatorium, auch bekannt unter der früheren Bezeichnung Burg Hessenstein, eingewiesen, oder haben sich zumindest freiwillig dorthin zur Behandlung begeben. So auch ich.

Von Donnerstag bis Sonntag stand die Burg, in der auch bereits in den letzten Jahren die anRUFung stattgefunden hatte, ganz im Zeichen des horrorbasierten Rollenspiels.

“Arkham Sanatorium”, ein fiktiver Ort aus den Werken des Autors H. P. Lovecraft, war dabei das Motto der diesjährigen anRUFung, der Cthulhu Convention und lieferte somit im Vergleich zu den Titeln der vorangegangenen Jahre ein greifbares Thema. So verwunderte es dann auch nicht, dass auf dem Burghof und in den Fluren immer wieder Teilnehmer in weißen Kitteln unterwegs waren.

Meinen aktiven Part an der Veranstaltung hatte ich neuerlich gesteigert und mich als Spielleiter für insgesamt vier Spielrunden vorangemeldet. Eine Runde wollte ich dann selber spielen und noch einige Punkte aus dem Rahmenprogramm mitnehmen.

Spielrunden

Spoileralarm! Die Zusammenfassungen in diesem Abschnitt geben grob auch den ein oder anderen Aspekt der jeweiligen Abenteuer wider. Natürlich verrate ich nicht die entscheidenden Elemente, jedoch wollte ich diese Warnung vorab mitgeben.

Den Auftakt machte ich am Donnerstag Abend mit meinem Abenteuer Tangaroa. Gezielt hatte ich dieses Abenteuer gewählt, das ich nun schon so oft geleitet hatte, dass es nach der Anreise (und den leider seit einigen Tagen quälenden Kopfschmerzen) unproblematisch verlaufen sollte. Zudem sollte dies das “Finale” für das Abenteuer werden, das ich mit der Veröffentlichung bei Pegasus nun in die freie Wildbahn entlasse.

So tauchten meine vier “Spezialisten” im Zelt auf dem Burghof in die Tiefen des Pazifischen Ozeans ab um dort dem Wahnsinn gegenüber zu treten. Durch Absage eines Teilnehmers saßen nur drei Spieler am Tisch und ich selber kam in die Verlegenheit den vierten Protagonisten zu mimen. Passend zum Abenteuer setzte in der Nacht dann der Regen ein und einem Sturzbach ähnlich plätscherte es zwischen den Planen hinein.

Nur zwei der Protagonisten kamen mit dem Leben davon und ein NSC konnte gerettet werden … aber die Gefahr ist längst noch nicht gebannt.

Am Freitag – das Sanatorium und die verordneten Tabletten zeigten endlich Wirkung und meine Kopfschmerzen waren weg – standen meine neuen Abenteuer auf dem Programm und zugleich auch meine größten Ängste.

Phase IV hatte ich bereits einmal auf der FeenCon 2018 geleitet, das Manuskript und die Idee dann aber rund ein Jahr ruhen lassen. Im Rahmen der Vorbereitung waren weder das Manuskript noch die Ideen weiter voran geschritten, sodass es hier auf einiges an Improvisation hinauslaufen sollte. Doch jeder Befürchtung zum Trotz, entwickelte sich das Abenteuer in den 1970er Jahren prächtig, wenngleich der kurze Zeitslot von nur drei Stunden mich ein wenig unter Druck setzte.

Das Abenteuer endete episch, auch diese meine Spieler waren großartig und haben mir dazu verholfen, dass ich das Abenteuer zu einem “Ende” bringen und noch das ein oder andere Mal anbieten werde.

Die “Weltpremiere” feierte am Nachmittag The Hangover, eine cthuloide Variante des gleichnamigen Hollywood Films. Zwei Spielern war der Film bekannt, den anderen beiden nicht, was sich als hervorragende Konstellation herausstellte. Meine vier Mitspieler wachten nach einer durchzechten Nacht in einem verwüsteten Hotelzimmer auf, nur um festzustellen, dass nicht nur einer ihrer Freunde fehlt, sondern auch noch die Erinnerung an die vergangene Nacht.

In dieser Situation mussten die Spieler nun im Sinne einer Schnitzeljagd herausfinden, was in der letzten Nacht geschehen ist, denn der verlorene Freund soll ja in wenigen Stunden zur Hochzeit antreten. Das Abenteuer ist gespickt mit WTF-Momenten und bietet auch denen, die den Film bereits gesehen haben eine spannende Spielrunde.

Übrigens: Ja, sie haben Doug gefunden und nebenbei auch noch Las Vegas gerettet.

In der Pause nach dem Spiel wanderten meine Handouts und ein knapper Spielbericht an Ralf Sandfuchs, der an dem Abenteuer mitgewirkt hatte und dieses im nächsten Slot leiten sollte.

Meine Anspannung war für den Tag damit durch, denn beide “Wackelabenteuer” waren erfolgreich gelaufen, es hatte viel konstruktives und positives Feedback gegeben, sodass ich mich ganz entspannt zum Tablequizz und Rum-Tasting begeben konnte.

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