Wochenpost 2020-02: Beteigeuze – Last chance to see?

Fernsehserien

Weihnachtszeit ist Fernsehzeit … neben den ganzen Weihnachtsklassikern flimmerten aber auch ein paar neue Produktionen auf dem Bildschirm.

Game of Thrones

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Ja, es ist schon über ein halbes Jahr her, dass das Finale der TV Serie Game of Thrones gelaufen ist. Ich selber hatte die letzte Staffel seinerzeit nicht gesehen, sondern mir

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vorbestellt um meine Sammlung zu komplettieren. Anfang Dezember trudelten die Silberscheiben dann ein und ich habe meinen visuellen Backlog aufgearbeitet.
Interessanterweise ist es mir in den Monaten gelungen, mich nicht zu spoilern. Dies war allerdings auch nicht weiter schwer, denn nach dem Ende brach das große (Ver-)Schweigen über die Serie ein. Von daher war ich zumindest vorgewarnt, dass die Reihe kein episches Ende finden würde. (Einen ähnlichen Effekt konnte man übrigens auch nach dem Ausscheiden der deutschen Mannschaft bei der letzten Fußball WM beobachten, als das Thema WM von jetzt auf gleich keines mehr war.)

Wie auch immer. Nun habe ich die Staffel dann auch bis zum bitteren Ende durchgeschaut, diverse Besprechungen in Podcasts (z. B. hier bei System Matters und da im Ausgespielt Podcast) nachgeholt und … Nun ja. Dort ist alles gesagt worden. Abgehakt.

Das Boot

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Eine andere Serie aus dem Pay-TV ist dieser Tage auch in der ZDF Mediathek gelandet und kann dort kostenfrei angesehen werden. Es handelt sich um die aus acht Episoden bestehende “Neuverfilmung” des Klassikers “Das Boot”. U-Boote üben auf mich seit jeher einen gewissen Reiz aus und ich habe nicht nur die Romane von Lothar-Günther Buchheim (Das Bootkommerzieller Link verschlungen und Die Festungkommerzieller Link gelesen), sondern auch den Film “Das Boot” in verschiedenen Ausführungen (Das Boot, die TV Serie, die Kino-Fassung, der Director’s Cutkommerzieller Link) in meiner Sammlung.
Nun also eine Neuverfilmung des Stoffs, sogar mit dem Stern Kompliment “Großes Kino”. Ehrlich gesagt, konnte ich keinen Zusammenhang mit den beiden Romanen von Buchheim erkennen, wenn man einmal davon absieht, dass ein U-Boot beteiligt ist und die Handlung während des Zweiten Weltkriegs spielt.
Frauen tauchen in der Serie grundsätzlich nur auf, um der Vergewaltigung oder anderer Gewaltakte zum Opfer zu fallen. Die gesamten U-Boot-Fahrer werden als ein Haufen gewaltfixierter Hohlköpfe dargestellt, die auch jenseits der militärischen Operationen einfach nur aufs Morden und Meutern aus sind – von der vielbeschworenen Kameradschaft an Bord: Fehlanzeige. Der Atlantik scheint ein harmloseres Gewässer als die Ostsee zu sein, denn eine rettende Sandbank fängt das Boot ab (ja, das gab es auch im alten Film, aber da setzte man bei Gibraltar auf Grund auf …) und ausgesetzte Männer im Schlauchboot, kommen gesund und munter in New York an.

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Zugegeben, die TV-Fassung aus den 80ernkommerzieller Link hat (wie auch der Director’s Cutkommerzieller Link) seine Längen und man muss schon eine ordentliche Portion Durchhaltevermögen besitzen um sich den Streifen anzusehen. Dafür hat die Umsetzung von Wolfgang Petersen als Anti-Kriegsfilm deutlich mehr Hand und Fuß sowie subtilere Kritik am Heldenepos der U-Boot-Männer. Die drückende Stimmung und beengende Lage, in der die Soldaten in den Stahlröhren steckten, spürt man als Zuschauer von Petersens Werk in jeder Minute, wogegen der aktuelle Streifen einem Sonntagsausflug ähnelt. Auch die Schauspieler der 80er (inklusive Herbert Grönemeyer) versprühen mehr Charisma und Charakter, als es in diesem optisch sicherlich gelungenen Werk aus 2019 der Fall ist – und da hilft es auch nicht, dass der klassische Soundtrack von Klaus Doldingerkommerzieller Link recycelt wurde.

Inhaltlich wird man – wenig überraschend – mit einer Melange aus U-Booten, Resistance, Gestapo, merkwürdigen Verwicklungen der Amerikaner, Verrat, Sex und Gewalt konfrontiert.
Ob sich der 2007 verstorbene Buchheim angesichts dieser Neuverfilmung, bzw. vermeintlichen Fortsetzung im Grab herumwälzt, vermag ich nicht zu beurteilen. Jedoch von meiner Perspektive aus erhält die neue Serie nicht ansatzweise eine Empfehlung, sondern eher den Stempel “Auch wenn kostenlos: Finger weg!”

Jetzt habe ich zum Ende dieses Beitrags doch schon wieder genörgelt, jedoch habe ich auch den Eindruck, dass ich da nicht gänzlich alleine stehe mit meiner Meinung … Also widme ich mich nun einmal Dracula und The Witcher auf Netflix – in der Hoffnung hier bessere Unterhaltung zu finden.

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