Holzbrücke

Bild: © PublicDomainPictures / Pixabay (modifiziert)

Rob Blackwell: Verflucht – Nacht der Toten

Lord Halloween ist zurück! 12 Jahre sind vergangen, seit ein brutaler Serienmörder in der Kleinstadt Loudon sein Unwesen trieb und zahlreiche Menschen abschlachtete. Doch nun ereignen sich neue Morde, die in ihrer Grausamkeit den Verbrechen von damals in nichts nachstehen.

Quinn O’Brian ist Journalist für den örtlichen Lokalteil der Washington Post und kämpft mit seinen alljährlich im Oktober wiederkehrenden Albträumen, in denen er von einem kopflosen Reiter verfolgt wird. Als ihm eine neue Kollegin zugeteilt wird, kommen sich die beiden stetig näher, geraten allerdings auch in den Fokus den Killers, der Loudon unsicher macht. Zudem hat Kate, so heißt Quinns neue Kollegin, auch ihr Päckchen zu tragen und eine Historie in Bezug auf den Killer von damals hat.

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Bei ihren Recherchen stoßen die Beiden auf Spuren in Bezug auf den Serienmörder, die vermuten lassen, dass der seinerzeit von der Polizei verhaftete Täter wohl unschuldig gewesen ist und der wahre Täter sich nun wieder aus seinem Versteck herausgewagt hat.

Rob Blackwells erster Roman Verflucht ist ein spannender und mit vielen Ideen versehener Roman, der den Täter erst auf den letzten Seiten enttarnt. Der Leser begleitet Quinn, Kate und ihre Kollegen bei ihren Recherchen, die nur sehr langsam ein konkretes Bild über die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Aspekten der Geschichte ergeben. Liest es sich zunächst wie eine dialogstarke Horrorstory, die mich an Verfilmungen wie Ich weiß, was Du letzten Sommer getan hastkommerzieller Link, etc. erinnert hat, entwickelt sie sich im Verlauf zu einer belastbaren Mischung aus 75% Psychothriller und seichten 25% Horrorroman mit einem Schuss Mystery, wie es sich für eine Handlung in der Zeit vor Halloween gehört.

Blackwell bedient sich dabei zahlreicher Elemente aus Legenden und Mythen, insbesondere der Legende von Sleepy Hollow, die selber bereits Grundlage für zahlreiche Verfilmungen diente. Nicht nur, dass der kopflose Reiter selber Bestandteil des Romans ist, so ergeben sich auch Parallelen hinsichtlich der Namen und örtlichen Gegebenheiten.

Der Roman wirkt recht lang, doch keineswegs langatmig. Die Länge machte eher den Effekt einer gut ausgearbeiteten Geschichte aus, bei der ich am Ende das Werk recht befriedigt aus den Händen legen konnte.

Die Legende von Sleepy Hollow

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Als Bonus wurde in der deutschen Ausgabe eine aktuelle Übersetzung des 200 Jahre alten Werks “The Legend of Sleepy Hollow” beigefügt. Blackwell referenziert in seinem Roman immer wieder auf die Legende vom Kopflosen Reiter, der ebenfalls bereits für zahlreiche Verfilmungen (z.B. mit Johnny Deppkommerzieller Link oder der neueren Serie mit gleichem Namenkommerzieller Link) Pate stand.

Die Übersetzung hält sich recht genau an das Original von Washington Irving, wodurch der Text mit langen, blumigen Sätzen daher kommt und einen Kontrast zur modernen Literatur bildet. Auch wird in der Legende etwa Zweidrittel auf Situationsbeschreibung und -einordnung verwendet, bevor es zur vom Leser erwarteten Handlung kommt, die abgesehen vom Titel, dem Kopflosen Reiter und einigen Namen eher wenig mit den bekannten Verfilmungen gemein hat. Dafür überrascht die Erzählung mit einem interessanten Schluss.

Fazit

Daumenwertung 3 von 4
3 von 4
Seelenverbindungen

Verflucht - Nacht der Totenkommerzieller Link ist ein Roman, der nicht eindeutig in eine Schublade zu stecken ist, dafür aber sicherlich Freunde verschiedener Genres gefallen wird. Der Mystery Anteil ist gering genug um auch als Psycho durchgehen zu können und belastet den Realismus der Handlung erfreulicherweise nicht und strapaziert auch die Anleihen an den Legenden rund um Sleepy Hollow nicht unnötig. Aus meiner Sicht also eine klare Leseempfehlung.


Transparenzhinweis: Dieses Werk habe ich im Rahmen meiner Lektoratstätigkeit für den Mantikore-Verlag gelesen.

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