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#RPGaDAY2015 – Frage und Antwort 9

Gestern lag ich mit meiner Einschätzung, dass The Big Bang Theory wohl die meistgenannte Antwort sein würde ziemlich daneben. Wieder etwas gelernt und tatsächlich habe ich auch einige interessante Antworten in den Sozialen Netzwerken und Weblogs gesehen, wenngleich doch einige der genannten Serien doch zu speziell und mehr für meinen Sohn sind. Dennoch hat sich meine ToSee-Liste noch einmal erweitert hat.

Und nebenbei bemerkt endet heute Mittag die Kickstarter Kampagne des deutschen Dresden-Files Rollenspiels. Mit rund 42.000 € und rund 360 Unterstützern ist das Projekt fast schon mit 300% finanziert. Wer da also noch einsteigen möchte, für den ist dies also der allerletzte Aufruf.

Aber zum Thema: Die neunte Frage der #RPGaDAY Aktion diesen Jahres ist wieder einmal nicht so leicht zu beantworten.

Welcher Film/welches Buch sähest du am liebsten als ein Rollenspiel?

(Favourite Media you wish was an RPG?)

Rollenspielsysteme gibt es zwischenzeitlich schon in nicht unerheblicher Stückzahl und so decken sie auch bereits fast jedes erdenkliche Setting ab.

  • Fantasy Mittelalter (DSA, D&D, Pathfinder, Game of Thrones, etc.)
  • Fantasy Zukunft (Shadowrun, Earthdawn, Numenera, etc.)
  • Urban Fantasy/Gegenwart (Dresden Files, etc.)
  • Horror in diversen Zeitaltern (Cthulhu in verschiedenen Varianten, etc.)
  • Steampunk/Pulp Abenteuer (Space 1889, Eis und Dampf, Hollow Earth, etc.)
  • Steampunk Kriminalgeschichten (Private Eye)
  • Science Fiction (Nova, Contact, Paranoia, etc.)
  • Vampire, Werwölfe und Co. (World of Darkness, Vampires, etc.)
  • (Stoff-)Tiere (Ratten, Plüsch, Power und Plunder, etc.)

(Diese Sammlung erhebt absolut keinen Anspruch auf Vollständigkeit…)

An und für sich bin ich kein großer Freund von Cross-Merchandising, so dass ich mir eigentlich kein Rollenspielsystem basierend auf dem Roman von XYZ wünsche. Ja, ich habe auch das “Das Lied von Eis und Feuer Rollenspiel” und aktuell auch das Dresden Files Rollenspiel gebackt, aber mehr als Fantasy Alternative zu DSA, bzw. interessantes Gegenwartssetting, als des Buchtitels wegen.

Von Natur aus lese ich aber gerne und lieber Thriller, speziell Psychothriller. Ob sich hieraus ein Rollenspielsystem ableiten ließe? Im speziellen fällt mir da nun die Romanreihe von Paul Cleave ein, der in seiner neuseeländischen Heimatstadt Christchurch das Verbrechen wüten lässt. Die Ermittler machen dabei regelmäßig eine Gratwanderung zwischen gut und böse, zwischen Wahnsinn und Verstand. Damit wäre eine Welt gegeben, ein Setting, psychopathische Gegenspieler und jede Menge rasante Abenteuer. Ich sollte Paul einmal kontaktieren…

Links:

Weitere Teilnehmer aus der deutschen Rollenspielszene

Wie angedroht hat nun auch Sal auf w6 vs. w12 seine bereits über Twitter veröffentlichten Beiträge zum #RPGaDAY2015 nun auch auf dem Weblog zusammengefasst und kommentiert.

Aktuelle Tweets zum Thema

2 Gedanken zu “#RPGaDAY2015 – Frage und Antwort 9”

  1. Hallo Michael,

    beim Lesen gerate ich etwas ins Grübeln, ob es verschiedene (Meta-)Arten von Genres gibt. Nachdem Du Horror, Fantasy, Steampunkt usw. angeführt hast, scheinen bereits Kriminalgeschichten, teilweise Pulp Abenteuer sowie Thriller nicht zum Rest zu passen.

    Das eine bezieht sich auf das Setting, während das Andere auf die gespielte Art von Abenteuer referiert. (Pulp Abenteuer unter Vorbehalt, weil man die Pulp-Genrekonventionen auch als eigenständiges Pulp-Setting verstehen kann.)

    Ich kenne die Paul Cleave Romanreihe nicht. Während Fantasy und Co. aber auf Settings aufbaut, scheint mir ein Thriller eigentlich in jedem Setting spielbar. (Was wiederum nicht zu Pulp als eigenständiges Setting passen würde, weil Pulp Abenteuer nun einmal eher keine Thriller sind.) Ebenso können beispielweise Fantasy-Helden Nachforschungen anstellen und die Runde daher eine Pathfinder-Detektivgeschichte spielen usw.

    Deshalb ist meine Überlegung, dass es zwei Arten Genre gibt, die du in dem Beitrag zusammenwirfst. Einmal Genre (Setting) (GS) und einmal Genre (Plotgestaltung) (GP).

    Während sich das GS dazu eignet, ein entsprechendes Rollenspiel-Setting dafür aufzuziehen, wäre GP nur dafür relevant, welche Abenteuer man in einem Setting spielt. Die These wäre, dass Paul Cleave ein GP ist und es deshalb nicht sinnvoll ist, daran ein eigeneständiges Rollenspiel aufzuziehen.

    Dabei betrachte ich natürlich stark den Fluff Anteil. Regeltechnisch könnte man einwenden, dass bestimmte Regeln bestimmte GPs unterstützen können. Für deinen Wunsch könnte man beispielsweise Regeln entwickeln, die einen Moralwert und einen geistigen Stabilitätswert bieten.

    Das sind alles nur lose Gedanken, die mir gerade kommen.

    Beste Grüße
    Sal

    • Hallo Sal,

      selbstverständlich lässt sich vermutlich jedes Setting in jedem Genre abbilden. Faktisch müsste man hier eine Matrix zur Klassifizierung erstellen, also in den Zeilen die Genres (Fantasy, Science Fiction, etc.) und in den Spalten dann die Settings. Den kläglichen Versuch dies in der Kurzform einer Liste abzubilden hast Du in meinem Beitrag gesehen. Vielleicht gibt es dann auch Kombinationen in dieser Matrix – weiße Flecken – die weniger gut funktionieren. Für mich ist es jedenfalls schon ein Unterschied, ob Elfen, Trolle und Orks in einer historisch oder Science Fiction anmutenden Welt unterwegs sind, auch wenn das zu lösende Abenteuer vielleicht inhaltlich ein und dasselbe ist. Auch ist es ein Unterschied, ob die Charaktere “nur” Menschen sind, Tiere oder gar Fabelwesen. Jeder hat da seine Vorlieben und die sind nun einmal mehrdimensional.

      Mein Vorschlag ist hier allerdings in der Tat weniger ein vollständig neues Rollenspielsystem mit ggf. neuen Spielregeln aufzubauen. Wir haben definitiv schon genug Regelsysteme mit ausreichend Stärken, Schwächen und Inkaopatibilitäten zueinander, so dass vermutlich kein Neues erforderlich ist. [Dazu komme ich dann aber in einem späteren Beitrag am 25. August noch einmal zurück.] Daraus resultierend ist wahrscheinlich für eine Klassifizierung sogar eine dreidimensionale Matrix erforderlich, die in der dritten Dimension das Regelsystem und damit die Spielweise (Storytelling, Würfellastig, etc.) aufzeigt.

      Das Setting in dem von mir beschriebenen Falle ist dann aber ggf. schon ein etwas anderes, da eine teils fiktive, teils realistische Welt zu beschreiben ist. Der Plot – um möglichst nah am Handlungsstrang des Autors Paul Cleave zu bleiben – ist dann eine Mischung aus Detektivgeschichte mit knalliger Action, dafür aber in der Jetztzeit in einem existierenden Land, das den meisten hinsitchtlich Kultur und ggf. für das Spiel relevanter existenter oder vom Autor konstruierter Gesetzgebung. Der Ansatz aus Moralwert und geistiger Stabilität gefällt mir dabei besonders gut.

      Letztlich sollte der Beitrag aber auch nur eine “spontane” Antwort auf eine Frage sein, die ich mir bislang noch nie gestellt habe und weniger eine Magisterarbeit zur Taxonomie von Rollenspielen ;-)

      Aber schön, dass man so zu einem interessanten Diskurs kommt. Danke für Deinen Beitrag und die losen Gedanken!

      Nächtlichen Gruß aus dem Rheinland,

      Michael

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