Katzen im Weltall – ein Interview mit Martin vom Eskapodcast

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Anfang

Es ist ein wenig still geworden um den Eskapodcast, unlängst erschien überraschend eine Interviewfolge mit Judith und Christian Vogt nach einer längeren Sendepause sowie gestern eine Folge in neuer Besetzung zum Thema Atmosphäre im Rollenspiel. Auf der MantiCon traf ich Martin vom Eskapodcast und versuchte sogleich vergeblich zwischen zwei Spielrunden ein wenig mehr aus ihm herauszulocken. Immerhin konnte ich ein Interview mit ihm vereinbaren um hinter die Kulissen des Eskapodcasts zu schauen und vielleicht auch das ein oder andere Geheimnis zu lüften.

Hallo Martin, sonst bist Du ja immer derjenige, der Fragen stellt, heute freue ich mich, dass ich Dir einmal ein knappes Dutzend dreckiger Fragen stellen darf – und Du diese dann beantwortest!

Vor etwas mehr als zwei Jahren, im Juli 2015, ist wie aus dem Nichts der Eskapodcast gestartet. Wie kam es dazu?

Ich muss sagen, dass die Idee dafür schon einige Jahre in mir rumorte. In einer Lebensphase, in der ich lange Autofahrten absolvieren musste, hatte ich es mir zur Gewohnheit gemacht, mich ausführlich durch die Welt der Podcasts zu hören, zumeist solche aus dem englischen Sprachraum. Schlussendlich war ich der Ansicht, dass es bei uns im Land eine gewisse Lücke gibt, was Rollenspielpodcasts von der Art des Eskapodcasts angeht. Nun bin ich zu meinem großen Glück mit einem einzigartig engagierten Freundes- und Bekanntenkreis gesegnet, in dem sich unglaublich fähige Leute befinden und mit dem man, wenn es darauf ankommt, Pferde stehlen kann.

Und so kam eben eines zum anderen. Irgendwann standen die Sterne einfach richtig. Mein spärlicher Beitrag zum Projekt war es im Wesentlichen, auf den Tisch zu hauen und zu sagen: „Wir machen das jetzt.“

Mal ehrlich, jede Woche eine Podcast Folge machen neben Job und Familie – kommt man da dann überhaupt noch zum Spielen?

Die lästige Rollenspielerei war anfangs ein Problem, ja. Mittlerweile haben wir Stuntmen, die das für uns erledigen.

Was die Podcast-Folgen angeht, da besteht vielleicht noch ein Missverständnis, denn so aufwändig ist das gar nicht. Wir machen das wie alle anderen auch. Wir hören ausländischen Polizeifunk, übersetzen eine Dreiviertelstunde davon, und fertig ist die Folge. Dass da viel über Rollenspiel geredet wird, ist reiner Zufall. Eigentlich wollten wir coole Polizeiberichte senden.

Wir haben in über 60 Folgen Tanja, Sara, Robert, Holger, Gernot, Carsten und Dich ja nun stimmlich vernommen. Wie sieht das Studio aus? Wie läuft denn die Aufzeichnung ab?

Wir haben insgesamt drei Haupt-Studios, neben diversen kleineren Anlagen. Das Studio in Atlantis wird gerade renoviert, weil ein Bartenwal gegen die Kuppel gedonnert ist. In demjenigen neben dem Trump-Tower finden gerade Dreharbeiten statt. Ich verfasse den Text für dieses Interview daher gerade in unserem Studio über den Wolken. Von hier aus hat man einen schönen Blick über den Südpazifik. Bei gutem Wetter kann man R’lyeh sehen!

Über die Aufzeichnungen kann ich wenig Interessantes berichten, auch da machen wir es wie alle anderen: Jedes Mitglied im Cast hat einmal das Alphabet eingesprochen, und daraus schneide ich dann eben die jeweiligen Folgen zusammen..

In einer der Folgen wurde angedeutet, dass ihr im Nachgang mit der Namenswahl für den Podcast ein wenig unglücklich wart. Unter welchem Titel würdest Du ihn heute launchen?

Pen and Paper – Podcasts müssen zwingend einen Namen tragen, der den Inhalt so gut es geht verschleiert. Das weiß jeder. Das hat zum einen etwas mit dem Datenschutz zu tun und außerdem wollen wir auf diese Weise natürlich auch unter unseren Hörern die Spreu vom Weizen trennen.

Deshalb hat der Eskapodcast auch den unglücklichsten Namen weit und breit. Wenn ich ihn noch einmal launchen würde und hätte keinen Sinn für Traditionen, dann würde ich ihn wohl „Der Rollenspiel-Podcast“ nennen.

Und dann, nach 75 wöchentlichen Folgen, gerade als wir alle dachten, ihr zieht lockerflockig an euren Erzfeinden vom DORPCast vorbei, war im Januar dieses Jahres auf einmal Schluss. Was war da los? Welchen billigen Trick haben die Euch in die Mikrofone geworfen?

Es war für alle Beteiligten klar, dass einer der beiden Podcasts pausieren musste. Ein 80-tägiges Rennen um die Welt sollte zu einer Entscheidung führen. Die Queen hatte dem Eskapodcast noch hoffnungsvoll zugewinkt, als sie den beiden Teams in London der Startschuss gab. Erst sah auch alles ganz gut aus für uns. Aber was soll ich sagen? In Bengalen hat unser Reit-Elefant versehentlich Radmuttern gefressen und dann war die Sache im Wesentlichen gelaufen.

Man muss aber anerkennen, dass der Herr Michalski einen Fesselballon steuert wie kein Zweiter. Und auch das Ding mit den Doppelgängern, den Aktenkoffern und dem falschen Diamanten bei der Sphinx, puh. Das war respektabel.

Was macht ihr denn alle in der Sendepause? Womit verbringt ihr die Zeit? Doch wohl hoffentlich mit einer Vielzahl an Redaktionssitzungen für dann irgendwann tägliche Sendungen, oder?

Wir arbeiten vor allem an unseren stimmlichen Fähigkeiten. Im Alltag leben wir ein striktes Schweigegelübde und trinken Unmengen rohe Eier leer, weil das die Stimmbänder stärkt. Das wird nur für gelegentlichen Sprachunterricht unterbrochen. Dann versuchen wir mit den Mündern voller Flusskiesel, das Donnern eines Wasserfalls mit glasklar vorgetragenen Reiterkampf-Regeln zu übertönen.

Ich persönlich übe viel auf der E-Gitarre. Bisher ist es mir zwar noch während jeder Folge gelungen, das Intro des Eskapodcasts fehlerfrei einzuspielen, aber der Druck ist unbeschreiblich.

3 Gedanken zu “Katzen im Weltall – ein Interview mit Martin vom Eskapodcast

    • Ach ja, es ging. Beschwerlich war primär der Weg ins Studio. Da waren Wände und Decken mit grünlichem Schleim überzogen, sogar die Treppe hinab in den Keller. Das Rätsel, dass uns dann eine recht gerupft aussehende Sphinx gestellt hat, konnte ich zwar lösen, hätte meinen Kofferträger aber fast das Leben gekostet. Das unfreiwillige Bad in Martins Swimming Pool im Souterrain bei Martin und die Liebkosungen durch seine Seejungfrau werde ich bestimmt nicht vergessen. Zum Glück hatte er aber einen von diesen gigantischen Ganzkörpertrocknern, sonst hätte er uns triefend nass, wie wir waren, bestimmt nicht in sein Studio gelassen …

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