Kapelle in schwarz-weiß

Bild: © Karolina Grabowska / Pixabay (modifiziert)

Das Auge des Abyssus – ein Horror Spielbuch für zwischendurch

Es war noch ein Überbleibsel aus der Con-Tüte der letztjährigen MantiCon. Ein schlankes Heft mit einem Spielbuchabenteuer von Karl-Heinz Zapf. Zwischenzeitlich ist auch eine eBook Fassung zumindest für den Kindle erhältlich. Und da ich ein wenig Zeit überbrücken musste (klassische Wartesituation), kam mir das Abenteuer quasi gelegen. Hier also nun ein Blick in das Auge des Abyssus, einem Horror Spielbuch für zwischendurch.

Karl-Heinz Zapf ist kein Unbekannter in der Rollenspielszene. Aus seiner Feder sind schon einige Spiele entsprungen, die zwar alle ein Nischendasein fristen, doch eigentlich eine größere Aufmerksamkeit verdienen. Sein vielleicht bekanntestes Werk ist das Rollenspiel Schnutenbach.

Das Auge des Abyssus: Ein Horror Spielbuch

Bild via Amazonkommerzieller Link (Link zum Angebot)

Zunächst war ich davon ausgegangen, dass es sich bei dem Spielbuch “Das Auge des Abyssus” ebenfalls um ein Soloabenteuer aus dem Schnutenbach Universum handelt, doch dem ist nicht so. Das Horror Abenteuer ist zeitlos und mehrfach habe ich mich gefragt, wann und wo es überhaupt spielt. Letztlich ist dies nicht eindeutig bestimmbar und könnte also im Mittelalter in einem kleinen Dorf [Oh, war da nicht eine Türklingel?] oder in der heutigen Zeit in einer großen Stadt spielen. In meinem Kopfkino spielte es dann auch genau da, in einer verschlafenen Stadt der heutigen Zeit und vermutlich passt es dort auch am besten hin.

Ein so kurzes Abenteuer zu rezensieren ist vergleichsweise schwierig ohne auf den Inhalt einzugehen und damit zu sehr zu spoilern. Doch so viel sei verraten: Der Leser/Spieler begibt sich (so er denn will) auf die Suche nach einem alten Freund, Michael, der ihn geheimnisvoll um Hilfe gebeten hat. Michael ist vor kurzem mit seiner Freundin zusammengezogen und nun verschwunden. Das Pärchen hatte eine spiritistische Ader, ob das Verschwinden damit zusammen hängt?

Das Spielbuch ist innerhalb von zwei Stunden gut durchzuspielen. Besonders gefallen hat mir die Tatsache, dass weder Würfel noch Buchhaltung erforderlich sind. Klassische Kämpfe sucht man in diesem Abenteuer dementsprechend auch vergebens. Es handelt sich um eine reine Erzählgeschichte, bei der der Verlauf nicht fest vorgegeben ist. Am Ende eines jeden Abschnitts werden mehrere Optionen angeboten, so dass man je nach Wahl über die spielbuchtypischen Nummern zu einem weiteren Abschnitt an anderer Stelle des Buchs gelangt.

Das Abenteuer wird als Horror Spielbuch angepriesen. Dies ist es auch, wenngleich der Gänsehauteffekt bei mir eher weniger zum Tragen kam – doch dies hat bislang noch kein Text geschafft. Das Ende hingegen (je nachdem zu welchem Ende man gelangt) hat schon einen cthuloiden Charakter und bekommt von mir dafür eine besondere Hervorhebung!

Insgesamt also ein (natürlich viel zu kurzes) gut gelungenes Spielbuch für Zwischendurch. Der Text ist gut und flüssig geschrieben und macht durchaus Spaß zu lesen. Die spielrelevante Herausforderung ist nicht übermäßig groß, was allerdings auf den wenigen Seiten auch nicht anders zu erwarten war. Die eBook Version ist gut umgesetzt, so reicht ein Klick auf die gewünschte Abschnittsnummer und schon gelangt man zur nächsten Textpassage. Ein echter Gewinn für ein Spielbuch, durch dass das Blättern und Suchen nach der richtigen Abschnittsnummer ein Ende hat.

Daumenwertung 4 von 4
4 von 4
Gänsehäuten

Das Auge des Abyssus ist bei Amazonkommerzieller Link als eBook teilweise sehr günstig, aktuell sogar kostenlos zu haben und bekommt von mir eine Empfehlung. Wer also noch nie ein Spielbuch in der Hand hatte, kann hier einmal unverfänglich einen Blick hineinwerfen. Eine Print-Ausgabe ist abgesehen von der Sonderausgabe für die Besucher der MantiCon 2015 regulär am Markt nicht erhältlich, bestenfalls bei eBaykommerzieller Link und Co. könnte man das 26 Seiten Heft noch erstehen. Mit ein wenig Glück, könnte aber auch der Mantikore-Verlag auf einer Con noch ein Heft unter dem Tisch haben.

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