Black Tot Day

Black Tot, bzw. Rum im Rollenspiel

Lässt sich aus der Geschichte des Rums an Bord der Marineschiffe etwas für ein Rollenspielszenario ziehen? Sicherlich, denn alleine die Zeitspanne von über 300 Jahren, in denen dieses Getränk fester Bestandteil des Tagesrituals an Bord der Schiffe war, sollte mehr als nur eine Randnotiz für ein Piratensetting hergeben.

Es folgt also eine bunte Sammlung an nicht weiter ausgearbeiteten Ideen:

Verdorbenes Wasser

Verdorbenes, stinkendes Trinkwasser an Bord eines Schiffes ist sicherlich keine Freude und dürfte zu der ein oder anderen Krankheit führen. Allgemein ist mit Anzeichen einer Lebensmittelvergiftung zu rechnen, also allgemeine Übelkeit, Erbrechen, Bauchkrämpfe und Durchfall. Verweigert man über eine längere Zeit die Aufnahme von Flüssigkeit, kann es dann allerdings noch zu schwerwiegenderen Symptomen im Zusammenhang mit einer Dehydratation kommen (Kopfschmerz, Konzentrationsschwäche, Müdigkeit, Schwindel, Halluzinationen etc.) bis hin zum Tod durch Verdursten.

Daraus resultieren folgende Ansätze:

  • eine Mannschaft auf der (dringenden) Suche nach frischem Trinkwasser
  • eine Schiffsbesatzung im Wahn durch Dehydratation
  • verdorbenes Wasser als Waffe (Gegner schwächen)
  • Meuterei im Zusammenhang mit fauligen Lebensmitteln (Wasser)

Maroons

1655 wurde Jamaika durch die Briten im Auftrag von Oliver Cromwell erobert. Bis dahin war die karibische Insel in der Hand der Spanier, nachdem niemand anderes als Christoph Kolumbus die Insel 1494 als erster Europäer “entdeckt” hatte. Die Eroberung verlief eher unspektakulär, da die Spanier den einmarschierenden Briten nichts entgegenzusetzen hatten und nach Kuba flüchteten. Erwähnenswert ist allerdings die Hoffnung der Spanier auf einen Aufstand auf der Insel. Hierzu hatten sie zuvor ihre Sklaven von den Zuckerrohrplantagen freigelassen und mit Waffen ausgestattet. Diese hielten jedoch zunächst wenig von der Idee und zogen sich ins Landesinnere zurück und bezeichneten sich als Maroons.

In den folgenden rund 100 Jahren wehrten sie sich dennoch gegen die britischen Besatzer. Anführerin der rebellischen Maroons war Granny Nanny, die zusammen mit ihrem Bruder Cudjoe einen erfolgreichen Guerillia Krieg anführte und den Briten 1739 einen (ersten) Friedensvertrag aufzwangen.

1795 kam es zu einem zweiten Maroon Krieg, bei dem die Europäer 4.500 Mann gegen rund 300 Maroons in Stellung brachten – und scheiterten. Erst als 100 Bluthunde auf die Maroons gehetzt werden sollten, einigte man sich auf einen bis heute wirkenden Friedensvertrag.

Daraus resultierende Ansätze:

  • Abenteuer in den Kriegswirren: auf Seiten der Briten gegen die Rebellen, oder – heldenhafter – auf Seiten der Maroons
    • ein Guerillia Angriff der Maroons auf ein britisches Korps
    • eine Rettungsaktion der Maroons um gefangene Freunde oder Familienmitglieder zu befreien
    • geheime Unterstützungsexpedition von Spaniern
  • Eine Gruppe freigelassener Sklaven versucht zurück in die Heimat (vorwiegend Ghana und Elfenbeinküste) zu gelangen.
  • Bei den Bluthunden handelt es sich um Kreaturen aus dem Cthulhu Mythos für die der Earl of Balcarres einen düsteren Pakt eingegangen ist.
  • Die Maroons haben mit den indigenen Völkern (Arawaks und Miskitos) ein Bündnis geschlossen und konnten Schutzzauber oder Dämonen beschwören, die die Übermacht der Europäer im zweiten Maroon Krieg in Schach hielten.
  • Ein Zwist zwischen spanischen oder britischen Plantagenbesitzern um eine einträchtige Zuckerrohrplantage führt zu Mord und Totschlag.

Meuterei

Über 300 Jahre war der Tot ein festes Ritual an Bord der Kriegsschiffe, nicht nur bei den Briten, sondern auch unzähligen anderen Nationen. Der Konsum des hochprozentigen (54%) Rums führte nicht selten dazu, dass die Seeleute nicht nur betrunken, sondern auch äußerst undiszipliniert waren. In der Folge wurden die Rumrationen gestreckt (1:4) und reduziert (auf 1/4 der ursprünglichen Menge).

Daraus resultierende Ansätze:

  • eine Meuterei, weil der Kapitän (auf Anweisung oder nicht) die Rumrationen streckt, reduziert oder gar verweigert
    • war die Meuterei erfolgreich, könnte sich die Mannschaft der Piraterie verschreiben
  • Betrunkene Soldaten kämpfen schlecht … oder reden zu viel …
  • Rum muss eingekauft werden. Vielleicht versucht jemand ein Geschäft damit zu machen.
  • Rum zu strecken um den Profit zu erhöhen war an der Tagesordnung – diesen an die Royal Navy zu verkaufen ein Verbrechen gegen die Krone
  • Das Fass Rum beinhaltet eigentlich einen Zaubertrank
  • Der Methanol Anteil im minderwertigen Rum ist zu hoch und der Genuss der Spirituosen macht blind
  • Abgesandte von Plantagenbesitzern wollen Einfluss auf die Royal Navy nehmen um
    • Rum statt französischen Brandy in den Code aufnehmen zu lassen
    • gegen die Reduktion der Rationen (und damit sinkende Verkaufszahlen) zu protestieren
    • einfach nur die Verkaufszahlen oder den Preis zu erhöhen
  • In einigen Rum Fässern ist kein Rum, sondern
    • Schmuggelware (Gold?) oder eine geheime Nachricht
    • ein blinder Passagier (ein Spion?)
    • Schwarzpulver und ein aufwändig konstruierter Zeitzünder

Spione

Auch im 20. Jahrhundert war die tägliche Rumration noch gegeben, also auch während der beiden Weltkriege. Dies bietet Ansatzmöglichkeiten für ein “modernes” Agentensetting mit Spionage- oder Sabotagezielen.

  • Feindliche Soldaten versuchen (z. B. in Rumfässern) auf ein Militärschiff zu gelangen um dieses zu versenken …
  • … oder nur die Fässer gegen mit Sprengstoff oder einem Peilsender präparierte auszutauschen.
  • Eine Gruppe geschäftstüchtiger Matrosen stiehlt den Rum (tauscht ihn aus) und verkauft diesen über einen Strohmann erneut an die Royal Navy.
  • Erpressungsversuch gegen die Marine: Auf den Schiffen sind mit Gift versetzte Rumfässer deponiert worden.
  • Ein paar eingefleischte Veteranen/Plantagenbesitzer wollen die Abschaffung des Rumausschanks (den Black Tot Day) verhindern und starten Geheimaktionen gegen die Befürworter in der Admiralität/im Parlament.
  • Ein Attentat auf die Royal Navy am Black Tot Day, da vermutlich an dem Tag die Wachsamkeit der Soldaten besonders gering ist.

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