Befreiung – Comedi Finaler Horror

Fortführung der Aufzeichnung auf dem Mobiltelefon von Raphael Duchamps.

Die Geräusche und Stimmen sind insgesamt etwas weiter weg als auf dem vorherigen Teil der Aufnahme. Man hört eine Tür schließen und ein paar Schritte.

Ärztin: „Ah, Sie sind wieder wach!“

Duchamps: „Ja, bin ich, klar. War ich doch vorher schon, wissen Sie nicht mehr? Als Sie versucht haben, mich mit Ihrem “Essen” zu vergiften …“

Das Ende ist nah! Wir sind leider wieder einmal etwas ins Stocken geraten mit unserem Lovecraftesque Blogspiels. Doch nun steht der Finale Horror an in diesem nun 14. Zug. Der Dialog von Ralf Sandfuchs und mir schließt dabei an der Erzählung von Moritz an.

Ärztin: „Sie erinnern sich wieder? Sehr schön, das ist ein Fortschritt. Wissen Sie noch, wie Sie in diesen … Zustand geraten sind?“

Duchamps: „An den Fraß werde ich mich immer erinnern, das kann ich Ihnen flüstern. Ansonsten? Pff… da ist wenig … ich war auf einem Dorffest oder so.
Und das war in irgendwelchen Höhlen, stimmt’s?
Kennen Sie das Fest? In Tschagguns? Waren Sie mal da?“

Ärztin: „Nein, bedaure, dorthin hat es mich bislang noch nicht verschlagen.
Und von Höhlen weiß ich leider auch nichts, aber man hat Sie so unter einer ganzen Menge Geröll gefunden. Da ist wohl ein Berg in sich zusammengebrochen, wenn ich das richtig verstanden habe. Ein Wunder, dass Sie das überlebt haben.
Sagen Sie, haben Sie eine Ahnung, was das …“

Man hört ein klopfendes Geräusch.

„… ist?“

Duchamps: „Das müssen SIE doch wissen, in was Sie mich da eingewickelt haben. Habe ich mir was gebrochen? Ich spüre irgendwie kaum was. Schmerzmittel sind geil …“

Er versucht zu lachen und bekommt einen Hustenanfall.

Ärztin: „Ich bedauere, da müssen Sie etwas falsch verstehen, aber diese … Bandage wurde Ihnen nicht von uns angelegt.
Und nein, soweit kann ich Sie wohl beruhigen, den Röntgenbildern zufolge, die wir von Ihnen unmittelbar nach ihrer Einlieferung gemacht haben, deuten auf keinerlei Frakturen hin. Lediglich an ihren Händen scheint es eine Abnormität zu geben …“

Duchamps: „Abnormität? Was für eine Abnormität?“

Ärztin: „Es sieht so aus, als würden Ihnen an beiden Händen die Daumen fehlen. Allerdings muss ich zugeben, dass die Bilder nicht so gut geworden sind. Diese … Bandagen, die Sie vollständig einhüllen, absorbieren wohl einen erheblichen Teil der Röntgenstrahlen.“

Duchamps: „Was meinen Sie damit, die Daumen fehlen? Was haben Sie denn damit gemacht? Und wenn die Bandagen stören, dann machen Sie die Dinger doch ab!“

Ärztin: „Da sprechen Sie einen guten Punkt an. Es ist ja nicht so, dass wir nicht schon versucht hätten, Sie zu befreien, allerdings handelt es sich bei dem Stoff, der Sie umgibt, um ein äußerst widerstandsfähiges und hartes Material. Verband oder Gips ist das keineswegs, wir haben es auch schon gelegentlich mit Glasfaser zu tun, doch selbst das ist nichts im Vergleich zu dem, was wir hier vor uns haben. Außerdem …
Aber machen Sie sich keine Sorgen, wir werden Sie schon aus dieser Hülle befreien. Wir arbeiten da an ein paar Optionen. Sie sind in guten Händen.“

Duchamps: „Aber ihr müsst doch wissen, was ihr für die Bandagen genommen habt. Ich habe mich ja nicht selbst eingewickelt. Schneidet das auf, flext das durch, was weiß ich, aber macht was!
Das Ding schnürt mir die Luft ab …“

Ärztin: „Wie gesagt, das ist nicht von uns. Und unsere chirurgischen Werkzeuge sind nutzlos bei dem Material. Wir haben es auch schon mit einer Eisensäge des Hausmeisters versucht. Das war leider auch nicht von Erfolg gekrönt. Zudem ist das Risiko, dass wir Sie dabei verletzen, viel zu hoch.

Wir werden es aber noch einmal versuchen. Ich habe eine Art Schneidbrenner angefordert, der sollte mit dem Material spielend fertig werden.

Wir setzen ein paar Entlastungsschnitte hier, hier und dort an. Das sollte Ihnen eine spürbare Entlastung geben. Anschließend tragen wir die … Hülle … Stück für Stück ab.“

Duchamps: „Ihr wollt das Ding nicht im Ernst aufschneiden, oder? Ich habe da Fleisch drunter.
Da fällt mir ein: Fleisch. Habt ihr was zu essen für mich? Ich verhungere hier.“

Ärztin: „Was sollen wir machen, sie stecken ja nun schon seit rund einem Monat darin. Ehrlich, es ist ein Wunder, dass Sie überhaupt noch leben.
Und was das Essen betrifft … aus vielleicht naheliegenden Gründen versuchen wir Ihnen möglichst wenig feste Nahrung zu verabreichen.
Aber der Schneidbrenner der NASA sollte jeden Moment eintreffen.“

Ein Klingeln ist zu vernehmen.

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