#RPGaDAY 2018 – Woche 2: Wie …?

Lesezeit etwa 6 Minuten

Die zweite Woche der diesjährigen #RPGaDAY Aktion hat begonnen und diesmal ist es gar eine vollständige Woche, also mit sieben Tagen und daraus resultierenden sieben Fragen und sieben Antworten. Fünf der Fragen in dieser Woche stehen unter dem Stichwort/Fragewort “Wie” und die Fragen zum Wochenende beleuchten mehr die Charaktere, die Spielfiguren im Rollenspiel. Auch in dieser Woche weiche ich wieder von der eigentlichen Idee der #RPGaDAY ab und sammle alle Antworten in einem einzelnen Beitrag – aus Gründen.

Um was es sich genau bei der #RPGaDAY2018 handelt, ist in meinem Beitrag mit der Übersetzung der diesjährigen Fragen nachzulesen, und natürlich gibt es auch noch meine Antworten zu den Fragen der ersten Woche.

Wie …?

Wie können Spieler eine Welt real erscheinen lassen?

(How can players make a world seem real?)

Eine der besten Möglichkeiten um im Rollenspiel die Welt real erscheinen zu lassen, ist die Verwendung von viel wörtlicher Rede. Das Spiel gewinnt an Leben, wenn die Spieler als ihre Charaktere sprechen und vorzugsweise auch in ganzen Sätzen. Ein Satz wie “… und dann sagt mein Charakter, dass er diesen Teppich nicht kaufen möchte” bremst die Immersion ungemein. Viel schöner ist, wenn der Spieler tatsächlich in diesem Fall in seine Rolle schlüpft und darin argumentiert, warum er “den Teppich” nicht kaufen möchte, oder gar beginnt mit dem Händler zu feilschen.

Der Spielleiter wiederum sollte ebenso agieren und solche Dialoge durchaus fördern. Eine Frage wie “Möchte dein Held den Teppich kaufen?”, spricht den Spieler und nicht die Spielfigur an und ist darüber hinaus auch noch geschlossen, sodass der Spieler kurz und knapp mit einem ja oder nein antworten kann. Dies ist möglicherweise zweckdienlich, jedoch kaum geeignet für gutes Rollenspiel. Besser sollte der Spielleiter dann in die Rolle des Händlers schlüpfen, den Teppich mit blumigen Worten, möglicherweise radebrechend, anpreisen und nicht locker lassen um gegebenenfalls auch noch durch weitere Argumente und Preisnachlässe in ein dem Basar, auf dem sich die Gruppe aktuell befindet, angemessenes Feilschen zu verfallen. Spätestens dann wird die Welt real und die anderen Spieler nehmen die Gerüche, den Staub und die Menschenmassen um sie herum wahr …

Wie kann ein Spielleiter die Herausforderungen bedeutend machen?

(How can a GM make the stakes important?)

Am einfachsten wäre es, wenn die Aufgabe im Abenteuer den Charakter (oder dessen Spieler) persönlich trifft, bzw. herausfordert. Auf Dauer ist dies allerdings nicht nur einfältig, sondern auch schnell abgegriffen, wenn die kleine Schwester nun schon zum 28. mal entführt wurde. Somit gilt auch hier die Abwechslung in puncto Motivation oder Abenteueraufhängung: mal geht es einfach nur um die gute Sache, dann auch mal um Familienbande, aber durchaus auch schon mal einfach nur um den schnöden Mammon, denn von was soll der Held seine Prinzessin und seine Familie sonst ernähren.

Was die Herausforderungen im Spiel selber betrifft: Als Spielleiter versuche ich die Würfelei zugunsten der Erzählung zu begrenzen. In manchen Regelwerken steht geschrieben, dass Proben nur dann abgelegt werden sollten, wenn der Ausgang der Probe relevant ist. Das trifft es meiner Meinung nach recht gut. Um eine gewöhnliche Treppe hinaufzusteigen, sollte keine Probe auf die Kletterfähigkeiten erforderlich sein. Ist die Treppe allerdings brüchig oder mit feuchten Algen oder Moos bewachsen, dann könnte sich hier schon ein Unglück ereignen, vor allem, wenn die Helden auf der Treppe wichtige, zerbrechliche Gegenstände wie die erbeutete Ming-Vase oder auch einfach nur eine Laterne mit sich führen.

Dennoch neige ich dazu auch einmal eine Probe ablegen zu lassen, wenn schon lange keine Würfel mehr gefallen sind, bevor sie am Tisch verkleben oder die freien Elektronen alle auf der Unterseite sammeln.

Wie bekommen wir mehr Menschen zum Spiel?

(How can we get more people playing?)

Wenn ich auf diese Frage eine perfekte Antwort hätte, dann …

Ich denke allerdings (pessimistisch), dass hier wenig zu machen ist, denn das Rollenspiel ist ein Hobby, dass anstrengend ist: man muss lesen, man muss sich über ein paar Stunden konzentrieren und sich auch noch trauen vor anderen Menschen in eine Rolle zu schlüpfen und sich aktiv beteiligen.

Oder anders – ketzerisch – formuliert: man kann sich nicht in Full-HD und 7.1 Surround berieseln lassen und auf Pause drücken, wenn man mal zum Kühlschrank gehen muss.

Geschicktes Product Placement könnte das Hobby wieder deutlich mehr in den Fokus rücken und damit meine ich das Auftauchen des Hobbies in Filmen, die vor allem auch die Nicht-Nerds ansprechen. War es nicht so, dass auf D&D ein Peak in den Verkaufszahlen zu sehen war, als Sheldon und Co. in der Big Bang Theorie immer wieder einmal in das Rollenspiel abtauchten?

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