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Bild: © Free-Photos / Pixabay (modifiziert)

Warum ich Werbung im Blog schalte

Lesezeit etwa 11 Minuten

Anfang

Über ein paar Umwege wurde ich auf eine Diskussion im Netz (unter Rollenspiel-Bloggern) aufmerksam gemacht worden, bei der provokant gefragt wurde, warum man auf seinem privaten Blog Werbung schaltet. Bekanntlich lasse ich auf meinen Seiten auch Werbung einblenden, bewusst und mit Absicht. In der Vergangenheit gab es immer wieder einmal Zeiten, in denen ich darauf verzichtet habe – und andere Zeiten, in denen ich damit durchaus größere Summen verdient habe.

Ich möchte in diesem Beitrag also nun einmal auf die fünf von Thorsten Panknin in den Raum geworfenen Fragen eingehen und vielleicht sogar ein wenig Zahlenmaterial dazu liefern. Passend für die soeben angebrochene saure Gurken-Zeit des Werbejahres.

Thorstens Fragen

Warum schaltet ihr Werbung auf euren Hobbyblogs?

Da ich gewerblich aktiv bin, wenngleich dieser Blog heutzutage immer mehr nur noch privaten Charakter hat, bin ich vorsichtig mit der Klassifizierung dieser Seite als “Hobbyblog”. Ich biete Webhosting an, habe einen kleinen Online-Shop (für zwei Artikel) und schalte Werbung – da hört es dann auf ein Hobby zu sein. Doch es fühlt sich mehr wie ein Hobby an, als wie eine professionelle Shopping-Seite. Daher zähle ich mich mental dann doch ein wenig zu dieser Kategorie.

Monetär wäre es nicht erforderlich Werbung auf diesen Seiten zu schalten. Ich habe mich vor unzähligen Jahren sofort für eine vollwertige Domain und damit auch für monatliche “Gebühren” entschieden. Eine werbefinanzierte Gratisseite wollte ich aus diversen Gründen nie haben. (Besseres Ranking in den Suchmaschinen, mehr Kontrolle über die Inhalte, Unabhängigkeit vom Anbieter und Zukunftssicherheit sind nur einige der Gründe.)

Die sehr überschaubaren Einnahmen bei den Werbebannern lassen mich immer wieder überlegen, ob es das überhaupt wert ist. Dennoch bleibe ich dabei, unter anderem auch um den Markt zu beobachten. Im Laufe der vergangenen drei Jahre habe ich verschiedene Plattformen gegeneinander laufen lassen um zum einen festzustellen, wie diese funktionieren und zum anderen, ob sie sich überhaupt lohnen. Zu den Erkenntnissen komme ich weiter unten noch einmal zurück.

Warum fügt ihr Affiliate-Links ein?

Affiliate Links sind Hyperlinks auf Partnerunternehmen, die bei einer erfolgreichen Vermittlung (der Besucher meiner Seite kauft nach dem Klick auf den Link bei dem entsprechenden Partner etwas ein) eine kleine Provision bezahlen. Ich verwende Affiliate vorrangig zu vier Partnern: Amazon, eBay, DriveThru RPG und Spiele-Offensive. Die Affiliate-Links werden bei mir durch ein kleines, gelbes €-Zeichen kenntlich gemacht, so dass Besucher meiner Seite erkennen können, was hinter dem Link steckt und diesen auch von regulären Verweisen ins Netz oder auf andere Beiträge meiner Seite unterscheiden können.

Ich finde nichts verwerfliches daran, wenn man Affiliate Links verwendet, vor allem, wenn diese wie hier gekennzeichnet sind und ich vor dem Klick selber entscheiden kann. Ein Leser, der nach dem Lesen eines meiner Beiträge zu dem Entschluss kommt, dass er sich das Produkt auf einer Shoppingplattform genauer ansehen möchte, wird dies dann bewusst tun und belohnt in diesem Fall ggf. mich für meine Arbeit aus dem Werbebudget des Händlers.

Warum führt ihr eine Patreon-Kampagne durch?

Für den Podcast habe ich tatsächlich einmal mit dem Gedanken gespielt eine Patreon-Kampagne durchzuführen. Allerdings schätze ich derzeit die Reichweite zu gering ein, als dass sich das ganze lohnen würde. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass dies vielleicht doch noch einmal kommt, denn sowohl der zeitliche wie auch technische Aufwand für den Podcast sind nicht unerheblich. Auf der anderer Seite sehe ich mich so auch keiner Verpflichtung gegenübergestellt.

Ein Interview zum Thema Patreon habe ich übrigens vor einem Jahr mit Nico von Orkenspalter.TV und Thomas Michalski vom DORPCast geführt. Vielleicht ist dies auch noch einmal interessant in dieser Diskussion.

Lohnt sich das für euch? (Werbeblocker)

Ja, ich kann nicht klagen. Natürlich hat es Zeiten gegeben, in denen noch deutlich höhere Einnahmen erzielt wurden, doch dies ist über 10 Jahre her und damit nicht mehr relevant. Von allen Werbetreibenden, die ich mit eingebunden habe, erwirtschafte ich mit dem Partnerprogramm von Amazon den höchsten Wert. Google ist weit abgeschlagen, alle anderen Anbieter noch weiter.

Gegen Werbeblocker habe ich nichts, ich setze sie sogar selber ein. Vielleicht ist dies auch einer der Gründe, warum die Einnahmen über Google so dramatisch schlecht sind, denn die Amazon Werbekostenerstattungen resultieren aus den Affiliate Links, die durch die Werbeblocker nicht ausgeblendet werden.

Für einen Test hatte ich auch ein WordPress Plugin installiert, das mir angezeigt hat, wie hoch die Quote der Werbeblocker war. Das Plugin konnte diesen Usern auch entsprechend den Zugriff auf die Seite verweigern, wie es auch einige größere Verlage immer wieder versuchen. Ich habe die Zahl nicht mehr im Detail präsent, doch es waren weit über 30% der Besucher, die die Werbung auf meinen Seiten nicht gesehen haben. Vermutlich ist aktuell die Quote sogar noch um ein vielfaches höher.

Was tatsächlich dabei herum kommt, habe ich im zweiten Teil dieses Beitrags einmal zusammengestellt.

Wofür verwendet ihr das eingenommene Geld?

Ich habe ein kleines Gewerbe angemeldet um einige EDV Dienstleistungen anbieten zu können, unter anderem auch Webhosting. Die Werbeeinnahmen gehen in den Firmenumsatz mit ein und werden damit brav (in Deutschland) versteuert. Eine genaue Zuordnung, was ich damit mache, fällt mir da etwas schwer. Sicherlich tragen sie auch dazu bei meine Unkosten für den Betrieb des Servers, Kauf von Softwarelizenzen und Bildern sowie die eigenen Domains zu stemmen. Die Hobbies selber verursachen auch Kosten, die aber längst nicht durch die Einnahmen aus den Werbekostenerstattungen beglichen werden können.

6 Gedanken zu “Warum ich Werbung im Blog schalte

  1. Hallo Michael,

    danke für deinen ausführlichen Artikel zum Thema.

    Dass du da auch ein paar Zahlen aufblitzen lässt, finde ich toll. Ich verlinke deinen Artikel gleich in meinem Originalartikel.




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  2. Ein sehr ausführlicher Bericht. Zwei Sachen die du ansprichst, lassen mich persönlich Abstand von Werbung und Affiliate nehmen. Monetarisierung bedeutet eine gewerb- zumindest aber geschäftliche Webseite. Das würde für mich zum einen bedeuten, Angabe beim Finanzamt, keine Ahnung wie es mit der abzuführenden Steuer ist, definitive Pflicht zur Anbieterkennung und zweitens tatsächlich die CCs (das hat mir dein Beitrag wieder in Erinnerung gebracht). Ich verwende gerne Bilder, die nicht für kommerzielle Seiten frei sind bzw. dann Gebühren kosten würden.

    Daher würde ich auch keine Rezensionsexemplare anfordern, einfach um auf Nummer Sicher zu gehen. Amazon hat ein nettes Partnerprogramm. Ich habe aber auch das Gefühl, dass da wenig für meinen eigenen Blog rauskommen würde. Worüber ich aber mal nachgedacht habe (im Rahmen dieser Diskussion) war seine Artikel bei VG Wort anzumelden. Dies ist ein Finanzierungsmodell ganz ohne Werbung und wie ich gelesen habe, machen es so einige Blogger.




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    • Hallo Sorben,

      ich bin weder Mitarbeiter beim Finanzamt, noch in der Steuerberatungsgilde tätig, doch sobald Du Dich bei der VG Wort anmeldest hast Du Gewinnerzielungsabsichten und bist damit gewerblich tätig. Es ist also unerheblich, ob und woher die Einnahmen erzielt werden. Werbung, Affiliate, Sponsored Posts, Patreon oder VG Wort – wenn man sich hieraus bedient, spielt man automatisch in einer anderen Liga und unterwirft sich deren Spielregeln.

      Wenn sich die Einnahmen im niedrigen Bereich halten, ist die Steuererklärung dazu auch eher überschaubar und es wird lediglich der persönliche Steuersatz herangezogen. Komplexer wird es, wenn man mit Mehrwertsteuer agieren möchte und die Versteuerung der Einnahmen ausländischer Unternehmen (Amazon und Co.) habe ich bis heute noch nicht so recht durchdrungen. Da zahle ich vermutlich doppelt …

      Aber der Hinweis zur VG Wort war noch einmal interessant um dort auch noch einmal zu recherchieren. So wie es aussieht, muss ein Blogbeitrag im Jahr (der Veröffentlichung?) rund 1.500 Aufrufe aufweisen und mindestens 1.800 Zeichen lang ist, das dürften rund 300 Worte sein. Einige meiner Beiträge fallen in diese Kategorie, so dass ich diese Option tatsächlich auch einmal prüfen sollte.
      Der Aufwand ist allerdings etwas höher, denn es müssen Zählpixel eingebaut und zu einem unverrückbaren Stichtag die den von der VG Wort vorgegebenen Kriterien entsprechenden Beiträge, aktiv ebenda gemeldet werden.

      Was die CCs betrifft: Ich verwende aus diesem Grund bewusst Bilder mit CC0 (siehe PixaBay), bzw. aus dem Bereich Public Domain, oder kaufe die Lizenz an dem Bild ein. Das ist bei den erzielten Einnahmen ja auch durchaus drin und längst kein so gewaltiger Kostenfaktor mehr.




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  3. Ich hatte auch nur so für mich überlegt mit der VG Wort. Die 1.800 Zeichen schaff ich meistens, sogar 3.000 sollten kein Problem sein und die 1.500 Zugriffe zählen fürs ganze Jahr. Erreicht man die nicht, erhält man für das Jahr kein Geld aber der Artikel ist fürs darauffolgende Jahr wieder im Rennen. Ich hatte eine gute Zusammenfassung im Netz dazu gelesen. Erster Treffer bei G für: Blogger, VG Wort. Dass dann wieder eine Geschäftsmäßigkeit nach TMG und steuerrechtliche Vorschriften gelten, ist klar. Aber es wäre eine Alternative zur Werbung oder eine zusätzliche Einnahmequelle.
    Bei näherer Betrachtung ist die dahinterstehende Bürokratie aber auch etwas lästig. Finde ich zumindest. Neben dem Finanzamt hat man dann den Einbau der Zählpixel und die Meldung bei der VG Wort zu erledigen. Also sogar noch mehr Arbeit als bei der Werbung. Das heißt für mich, ich bleibe ohne jegliche Monetarisierung, ist auch in Ordnung. Ich will aber nicht ausschließen, dass ich irgendwann Affiliate-Links einbaue und/oder mich bei der VG Wort melde oder sonstwie in dieser Richtung aktiv werde.




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