Brennholz

Bild: © ariesa66 / Pixabay (modifiziert)

Werkzeug für Holzfäller

Das Waldarbeiterbesteck – Arbeitserleichterung pur

Für die Arbeiten im Wald finden sich eine große Zahl an Werkzeugen wieder. Klassisch fällt einem zunächst nur die Axt und die Kettensäge ein. Erfahrene Holzwerber setzen aber auch noch diverse Keile, Spalthämmer und Hebewerkzeuge ein.

Die Motorsäge ist das A und O für den Brennholzwerber. Natürlich steht es jedem frei das Holz auch mit einer konventionellen Säge von Hand oder mit der Axt klein zu machen, doch dies sollte eher in die Kategorie Krafttraining fallen.

Motorsägen gibt es mittlerweile in jedem Baumarkt und in den unterschiedlichsten Preisklassen. Gerne wird dabei zwischen den handelsüblichen Baumarktsägen und Profigeräten unterschieden. Bei den Arbeiten im Wald stellt man die Unterschiede rasch fest. Die preiswerten Modelle eignen sich oft nur für das durchtrennen von Holz mit Durchmessern von bis zu 20 cm. Zwar werden diese Geräte widersinnigerweise auch mit Schwertern von bis zu 40 cm verkauft, doch ist das Schwert mit der Kette erst einmal im Holz, tut sich die Säge mangels Leistung schwer oder sie gibt gar gänzlich auf. Wer sein Holz aus ganzen Stämmen macht, ist gut beraten eine leistungsstarke Motorsäge zu kaufen. Hier rate ich dann auch eher von klassischem Baumarkt ab und empfehle den Besuch bei einem Landhandel oder Spezialisten für Motorsägen.

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Im folgenden ein paar unsortierte Anmerkungen zur Motorsäge:

  • Schwertlänge – Die Länge des Schwertes ist entscheidend für den Durchmesser des Stück Holz, das man durchtrennen möchte. Je länger das Schwert, desto mehr Motorleistung wird benötigt. Für die üblichen Arbeiten im Wald reichen Schwertlängen von ca. 30 cm vollkommen aus. Kürzere Modelle sind im Wald eher ungeeignet, längere für den Privatmann eher unpraktisch.
  • Griffheizung – Dieses Zusatzfeature erwärmt den Griff der Motorsäge. Wer viel im kalten Winter mit der Motorsäge arbeiten muss, wird diese Funktion nicht missen wollen. Normalerweise benötigt man diese Funktion jedoch nicht.
  • Spezialbenzin – Die Motorsäge wird mit einem Zweitaktmotor betrieben. Dieser benötigt eine Benzin-Öl Mischung. Diese Mischung kann man kostengünstig mit Benzin von der Tankstelle selber herstellen, doch dann steht man in einer stinkenden blauen Wolke und hat nach einem Tag mit der Motorsäge einen dicken Schädel. Für rund 20 € erhält man hingegen 5l fertig gemischten Sonderkraftstoff (z.B. von Aspen). Dieses ist qualitativ deutlich besser als die Fertigmischung und wird von den Herstellern der Sägen auch empfohlen. Ich persönlich benutze nur diese Mischung: Man riecht nichts, man sieht nichts und Kopfschmerzen hat man auch nicht.
  • Kettenöl – Neben Kraftstoff benötigt die Kettensäge auch ein Öl, welches auf die Kette gesprüht wird um diese flexibel zu halten. Befindet man sich in freier Natur, sollte man unbedingt biologisch abbaubares Öl verwenden. Noch besser und viel preisgünstiger ist konventionelles Salatöl (Rapsöl, Sonnenblumenkernöl), welches mit knapp über einem Euro preislich unschlagbar ist, dazu nicht ausflockt (im Gegensatz zu manchen Spezialölen), absolut umwelttauglich und ohne Nachteil einsetzbar ist. Meine Kettensäge hat in ihrem bislang nur einen Liter Spezialöl gesehen, danach ist nur noch Salatöl eingesetzt worden.
  • Stihl – Motorsägen von Stihl gehören sicherlich zu den besten Geräten am Markt, jedoch sind diese auch übertrieben teuer. Wer ein qualitativ gleichwertiges Modell haben möchte, greift zu Geräten des Herstellers Husqvarna. Ich selber nutze begeistert eine Husqvarna 353 und war überrascht festzustellen, dass auch von den Forstmeistern in der Umgebung vorwiegend Husqvarna Kettensägen eingesetzt werden.
  • Elektrosäge – Mittlerweile werden Kettensägen auch mit Elektromotor angeboten. Diese sind für den Einsatz im heimischen Hof sicherlich sehr nützlich. Im Wald, wo es mit der Stromversorgung eher schlecht aussieht, sind diese Sägen nutzlos. Gleiches gilt meiner Einschätzung nach auch für Akkusägen.
  • Ersatzkette – Mit ein wenig Übung ist eine Kette im Wald deutlich schneller gewechselt, als eine stumpfe geschliffen. Aus diesem Grund macht es Sinn sich bei der Anschaffung einer Motorsäge auch gleich eine zweite Kette zuzulegen.

Die weiteren Werkzeuge für Holzfäller sind alle nur mit reiner Muskelkraft zu bedienen.

Fiskars Spaltung X46, 2 in 1: Axt und Hammer, Gehärtete Stahl-Klinge/Glasfaserverstärkter Kunststoff-Griff, Schwarz/Orange, 1001705, Standard, 91 x 23 x 9 cm

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Zum Fällen von Bäumen, aber auch zum Spalten größerer Holzkloben ist ein Spalthammer ein unverzichtbares Werkzeug. Mit diesem Werkzeug kann einerseits ein Keil in einen zu fällenden Baum oder zu spaltenden Block getrieben werden, andererseits aber auch mit der Spitzen Seite ein Holzblock gleich gespalten werden. Persönlich habe ich den Spalthammer X46 von Fiskars im Einsatz. Mit seinen 3,7 kg hat er ein gut handhabbares Gewicht.

Fiskars Spaltaxt X25 + Axt- und Messerschärfer

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Die Entscheidung für dieses Modell ist nach meinen positiven Erfahrungen mit der Spaltaxt X25 von Fiskars gefallen. Die spezielle Form und Integration des Axtkopfes machen das Spalten von Holz damit fast schon zum Kindespiel. Mittlerweile gibt es auch schon diverse Nachbauten, die günstiger angeboten werden, über deren Qualität ich jedoch keine Aussage tätigen kann. Allgemein sind Spaltäxte zum Zerteilen von Holz in Holzscheite gedacht.

Fiskars Universalaxt X7, Mehrfarbig, Länge: 36 cm, altes Modell

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Den Vergleich zu konventionellen Geräten haben wir mit einem Beil durchgeführt. Ein Beil eignet sich sehr gut zum Entasten eines Baumes, wenn man hierzu nicht die Motorsäge schwingen möchte oder zum Produzieren von kleinem Anmachholz. Das Beil von Fiskars ging durch die Äste wie Butter, wohingegen das klassische Beil deutlich mehr Kraft und Schläge benötigte.

OCHSENKOPF OX 53-0000 Handpackzange/Maulöffnung bis 185 mm/Trage-, Hebe- und Transporthilfe/Gehärtete Spitzen

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Vor dem Spalten gilt es allerdings schwere Kloben zu bewegen. Hierzu gibt es zwei hilfreiche Werkzeuge, wenn man rückenschonender arbeiten möchte. Zum einen bietet sich für größere Stücke (ab 50 cm Länge) eine Handpackzange (Rückezange) an. Dieses scherenartige Werkzeug krallt sich durch die Zugwirkung des Holzes in das zu transportierende Stück und ergibt einen angenehmen Transportgriff. Die Zange ist mit unterschiedlichen Öffnungsweiten und Grifflängen erhältlich. Längerer Griff ist gleichbedeutend mit weniger tief Bücken und eine größere Zangenöffnung fasst dann auch größere Stücke. Je nach Arbeitssituation mag sich hier also eine andere Kombination als sinnvoll erweisen. Für mich hat sich die kurze Handpackzange mit großer Öffnungsweite als sinnvoll herausgestellt, wenn es um kurze Transportwege und eher hohes Heben handelt.

OCHSENKOPF OX 173 E-0500 Handsappie mit 38 cm Eschenstiel

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Das zweite und zwischenzeitlich viel beliebtere Werkzeug, welches zum Transport von Holz nicht fehlen darf, ist das Sappie. Das Sappie sieht aus wie der Schnabel eines Greifvogels. Diesen “Schnabel” kann man in ein zu transportierendes Holzstück schlagen und anschließend mit dem Griff einfach transportieren oder rücken. Für kleinere Kloben (deutlich unter 50 cm) ist dies das Werkzeug meiner Wahl. Sehr gut geeignet ist das Sappie um größere Stücke auf den Spaltblock zu hieven. Auch das Sappie ist in unterschiedlichen Längen erhältlich, so dass man sich unterschiedliche tief bücken muss.

CANAD Profi Fällheber 130cm mit KWF Siegel

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Im Zusammenhang mit dem Fällen und Zerteilen eines Baumes bieten sich zusätzlich ein Ablängmessstab (Reißmeter) und ein Fällheber an. Der Fällheber ist ein probates Multifunktionswerkzeug der zum einen wie ein Keil bei der Fällung eines Baumes verwendet werden kann. Anstatt den Baum umzukeilen kann man ihn so einfach umhebeln. Die zweite Nutzungsmöglichkeit dieses Gerätes ist die Wendefunktion. Mit der Kralle kann ein am Boden liegender Stamm fixiert und durch Anwendung des Hebels gedreht werden. Auch zum Ausdrehen eines “Hängers” ist dieses Werkzeug hervorragend geeignet.

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