Ich bin ja nicht wirklich im Training, genauer gesagt ist meine letzte echte Trainingseinheit im Wasser an der ich selber teilgenommen habe schon über 20 Jahre her, aber gestern habe ich mich im Rahmen eines 24 Stunden Schwimmens wieder einmal ins Wasser gewagt und einen persönlichen Rokord aufgestellt. Jetzt tut mir alles weg und die Nacht habe ich entsprehend schlecht hinter mich gebracht, aber ein wenig stolz bin ich dann doch.

Mir tut alles weh…

Durch Zufall bin ich im vergangenem Jahr auf ein Freiwasser 24-Stunden Schwimmen in Dormagen gestoßen. Im beheizten Freibad und mit attraktivem Rahmenprogramm (teilweise Live Musik mit Schlagzeug unmittelbar am Beckenrand) konnte ich sogar meine zum damaligen Zeitpunkt schwangere bessere Hälfte dazu überzeugen am frühen Morgen dort ein paar Bahnen zu ziehen. er Lohn der Mühe war damals eine Urkunde über 3.300 m – nicht wirklich viel, doch ich wollte meine Frau nicht zu lange auf mich warten lassen – es war dann überraschenderweise doch genau andersherum. Dennoch hatte mich die Veranstaltung überzeugt und angefixt, so dass ich sie im kommenden Jahr wieder besuchen wollte. Zu dumm jedoch, dass ich den Termin nicht rechtzeitig gefunden habe und erst eine Woche nach dem 24-Stunden Schwimmen dessen gewahr wurde.

Doch es gibt wohl mehr dieser Veranstaltungen, als mir bewusst war. Beim Kino Besuch stieß ich auf einen Flyer bezüglich einer 24-Stunden Schwimmveranstaltung in Lindlar. Start sollte am Freitag Nachmittag sein – passend, denn der Samstag war schon verplant. Dieses mal bin ich alleine an den Start gegangen, und hatte somit keine Zeitbegrenzung (von dem Samstagtermin und dem Maximum der 24 Stunden einmal abgesehen).

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Bereits vor einiger Zeit hatte ich mir einen MP3 Player für Schwimmer zugelegt, der mir auf meinen Bahnen das Kachelnzählen etwas angenehmer gestalten sollte. Das Gerät ist von Speedo, eigentlich dem Sportartikelhersteller für Schwimmer, und so versprach ich mir viel davon. Bereits im Urlaub auf Kreta hatte ich die Möglichkeit genutzt um den Player auf den Bahnen im Pool zu testen. Der MP3 Player wird über einen Clip idealerweise am Hinterkopf an das Band der Schwimmbrille befestigt. Dort stört weder der eiförmig Player, noch das kurze Kabel zu den Ohrhörern. Die Ohrhörer selber werden mit zwei Bügeln geliefert, die hinter das Ohr geklemmt werden und den In-Ear Hörern einen guten Sitz verleihen sollen. Idealerweise sitzen die Ohrhörer fest im Ohr und dichten es ab (Schall benötigt idealerweise Luft). Bereits auf den ersten Bahnen musste ich feststellen, dass der Halt der Ohrhörer nicht berauschend ist und nachdem Wasser ins Ohr eingedrungen ist, ist es mit der Akustik auf hin. Im Urlaub behalf ich mich damit, die Bügel zusätzlich mit dem Band der Schwimmbrille zu fixieren und auf Rollwenden, etc. zu verzichten. Damit hatte ich dann zumindest immer für 500-700m Erfolg. Zum Player selber habe ich eine geteilte Meinung. Mit 4 GB hat er für die Zwecke, für die er bestimmt ist eine ausreichende jedoch kaum zeitgemäße Kapazität. Die Bedienung im Wasser (lauter/leiser, Start/Pause, nächste Titel) ist komfortabel. Damit hört es dann aber auch schon auf. Die enthaltene Technologie ist sicherlich über 10 Jahre alt. Wer dabei die Menüführung konzipiert hat, hat kein Verständnis für Benutzerfreundlichkeit. Auch die deutsche Spracheinstellung ist schlicht und ergreifend ein Witz, denn Sonderzeichen werden vom Display nicht korrekt dargestellt. Glücklicherweise macht man seine Einstellungen an diesem Player nur ein mal (Equalizer, Shuffle) und hat danach mit dem Menü nichts mehr zu tun.

Für mich stand also nach den Proberunden fest, dass das Schwimmen mit Musik in den Ohren eine tolle Sache ist, wenngleich noch nicht ausgereift. Bei nächstmöglicher Gelegenheit wollte ich dies dann mit einer Badekappe probieren, von der ich mir einen besseren Halt der Ohrhörer versprach.

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Zwischenzeitlich hat man auch ein neues Modell an Kopfhörern bei Speedo im Angebot. Diese kommen mit Lamellen daher und versprechen einen noch besseren Halt. Nun, bei nächster Gelegenheit werde ich dies dann auch einmal testen.

Jedoch zurück zum 24-Stunden Schwimmen in Lindlar. Technisch hochgerüstet stand ich also nun da, und begab mich ins Wasser. Minimalziel waren 4.000 Meter, ab denen es eine “Goldmedaille” geben sollte. Nach meinen Vorjahreserfahrungen sollte dies nicht das große Problem sein. Der recht frühe Start (ca. 17:30) hatte zur Folge, dass die Bahnen gut belegt waren. Doch ich fand eine Bahn, auf der ich gut mithalten konnte.

Die ersten tausend Meter waren von technischen Schwierigkeiten begleitet. Die Badekappe saß nicht richtig, die Ohrhörer verselbständigten sich und die Schwimmbrille lief regemäßig voll. Also immer wieder ein Zwischenstopp und nachjustieren. Endlich war alles so eingestellt, dass ich mich nur noch auf das Bahnenziehen konzentrieren konnte. Der Ansatz mit der Badekappe war hinsichtlich der Ohrhörer eine gute Idee gewesen. Nun konnte ich auch einige vernünftige Wenden durchführen.

Meine Playlist war noch nicht perfekt. Ehrlich gesagt hatte ich auf die Schnelle nur einen bunten Mix an “sportlicher” Musik aufgespielt. Als Basis kamen die zwei Alben von Fit for Fun Simply Running (bzw. Volume 2) sowie den Eishockey Hits, dem Soundtrack der Eishockey WM in Deutschland zum Einsatz. Ergänzt habe ich dies dann mit von Hand ausgewählter Musik, die mir dann gefällt. Dazu gehörten unter anderem Stücke aus dem Soundtrack zu Rocky, Kill Bill oder dem sogenannten Bombast Rock vom Komponisten Jim Steinman. Atemlos von Helene Fischer war im Übrigen nicht dabei…

Als Schiedsrichter sei allerdings hier noch angmerkt, dass die Nutzung des MP3-Playern bei amtlichen Veranstaltungen natürlich nicht gestattet ist. Aber auf reinen Freizeitveranstaltungen spricht hier nichts dagegen.

Dieser bunte Mix hatte den Vorteil, dass immer dann, wenn gerade die Motivation sank ein Lied kam, bei dem man nicht aufhören wollte. Also Wenden und weiter. Nachteil der Musik und anfänglichen technischen Schwierigkeiten war, dass ich mit dem Zählen meiner Bahnen doch arg aus dem Tritt gekommen bin. Gut, es ist nicht so von Bedeutung, denn für das Zählen sind andere zuständig, aber um ein Gefühl zu haben, wie viel man schon hinter sich hat, ist das hilfreich. Also musste ich ab und zu eine entsprechende Wasserstandsmeldung erfragen. Dies brachte dann auch gleich einen weiteren Motivationsschub, denn wer will schon bei 2.900 m oder 3.850 m aufhören. Á la Forrest Gump habe ich mich dann immer wieder aufgerafft und gesagt, jetzt bist Du schon so weit geschwommen, da kannst Du ja auch noch ein paar Bahnen drauf legen. Bei 4.050 m meldete sich ein biologisches Verlangen. Doch bei dieser Zahl wollte ich nicht einfach pausieren, also noch sechs Bahnen hinter mich gebracht um dann einen kurzen Boxenstopp einzulegen. Welch eine Wohltat, denn der Mann mit dem Hammer war eigentlich schon längst da.

Urkunde und Medaille
Der Lohn der Mühe

Zurück im Wasser ging die Reise weiter. Das gute Gefühl war wieder da, wenngleich sich die Schultern bemerkbar machten und auch die Knie dezente, aber verständliche Signale von sich gaben. Erstaunlicherweise waren dies aber auch die einzigen Meldungen. Persönlich hatte ich eher mit dem Ende der Kondition gerechnet, nicht mit irgendwelchen Wehwehchen. Doch Ausdauer und Puste waren noch genügend vorhanden und so zog ich den Schmerzenden Schultern zum Trotz meine Bahnen weiter. Gegen die Schmerzen in den Knien half immerhin der Umstieg auf eine andere Schwimmart (Kraul). 5.000 m, 6.000 m und ein Blick auf die Uhr. Gut, so langsam sollte ich es dann doch gut sein lassen, denn am Samstag früh sollte ich einigermaßen wach sein. Was ist also ein guter Wert zum Aufhören? “7.300 m” lautete die Antwort auf meine nächste Frage zum aktuellen Stand. Passt!

Also nach rund drei Stunden raus aus dem Becken (trainiert hätte man die Strecke 30% schneller schaffen können) und die geschundenen Knochen unter einer warmen Dusche belohnen. Über die Nacht danach will ich nun nicht reden. Geschlafen habe ich zumindest nicht viel, so dass ich auch noch hätte weiterschwimmen können. Und bewegen konnte ich mich auch nicht so recht. Einer Wärmesalbe zum Dank lässt es sich zwischenzeitlich ertragen. Also, das nächste mal entweder doch mit vorherige Training oder – besser noch – mit einem Physiotherapeuten für die Zwischen- und Nachsorge.

Die nächsten möglichen Termine habe ich auch schon identifiziert. Welche davon besucht werden, ist aber noch offen. In Frage kommen

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