Sebastian Fitzek: Das Paket

Lesezeit etwa 3 Minuten

Emma Stein ist Schlimmes widerfahren. In einem Hotelzimmer wurde sie vergewaltigt, kahl geschoren und anschließend auf der Straße ausgesetzt. Und dennoch glauben ihr die Ermittler, ja sogar ihr eigener Mann nicht, denn was so aussieht, wie die Tat des gesuchten Serienmörders “Der Frisör”, stimmt in ein paar Punkten nicht überein, vor allem, da Emma den Überfall überlebt hat. Auch der Tatort, das Hotelzimmer kann nicht gefunden werden, existiert ein Zimmer mit der von Emma angegebenen Nummer und dem Portrait des chinesischen Künstlers Ai Weiwei doch überhaupt nicht.

Die Psychiaterin Emma stürzt durch diesen Vorfall in eine tiefe Krise. Das ungeborene Kind geht verloren und der Unglaube, der ihr von allen entgegen gebracht wird, lässt sie angsterfüllt und schreckhaft zurück. Nicht mehr fähig ihrer Arbeit nachzugehen, verbringt sie nun die Tage zurückgezogen mit ihrem Hund im Haus, als der Zusteller ihr wieder einmal einige Pakete bringt und sie bittet auch das dem Buch seinen Namen gebende Paket für einen Nachbarn anzunehmen, einen Nachbarn, dessen Namen sie noch nie gehört hat.

Sebastian Fitzek hat das Buch “Das Paket” in seinem typischen Stil geschrieben: Geschickt gewählte Formulierungen, die die Protagonisten, aber auch besonders den Leser immer aufs Neue etwas anderes glauben lassen, als tatsächlich geschieht. Perfide treibt er so Emma immer tiefer in den Wahn und den Leser immer weiter ins Ungewisse dahingehend, was wirklich geschehen ist und garniert dies am Ende jedes Kapitels mit einem kleinen Cliffhanger.

Für mich betreibt er dies sogar zu oft; es nutzt sich ab. Dabei ist die Geschichte der Frau, die in ihrer Paranoia immer weniger zwischen Wahrheit und Lug zu unterscheiden mag, gut erzählt und auf diese Weise sogar eigentlich nachvollziehbar. Und dennoch verläuft die Handlung zu geradlinig, in Summe zu vorhersehbar, sodass ich im letzten Drittel nur noch dem Ende entgegen gefiebert habe um meine Vermutung hinsichtlich des Täters bestätigt zu bekommen.

Ergänzt wird das Buch um einen größeren Anhang unter dem Begriff “10 Jahre Fitzek”, in dem der Autor diverse an ihn gerichtete Leserbriefe veröffentlicht – eine äußerst überflüssige Papierverschwendung.

Fazit

Das Paket von Sebastian Fitzekkommerzieller Link ist handwerklich eines der besseren Werke. Wenn man die anfängliche Zähigkeit der Beschreibungen überwunden hat, wird das Buch gut lesbar. Die gekonnt ausgelegten falschen Fährten sind auf Dauer allerdings nervig und das Ende, bzw. die Auflösung vorhersehbar, zumindest wenn es nicht der erste Fitzek ist, den man gelesen hat.

TitelDas Paket
AutorSebastian Fitzek
VerlagKnaur
Seiten368
ISBN-10
ISBN-13
3426199203
978-3426510186
Preis10,99 €
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Meine Einschätzung
Inhalt (71 %)silber
 - Spannung (50 %) silber
 - Originalität (15 %) silber
 - Nachvollziehbarkeit (15 %) silber
 - Schluss (20 %) silber
Layout (11 %)gold
Fehler (11 %)silber
Verarbeitung (5 %)gold
Cover (4 %)gold
Gesamtbewertung2.4 / 4 = 59.4 %

Empfehlung
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