King’s Dilemma

Spielgefühl und Fazit

Begonnen haben wir King’s Dilemma mit intensivem Rollenspiel. Jeder Spieler argumentierte bei der Entscheidungsfindung basierend auf dem Hintergrund seines Hauses. Der Kaufmann wollte den Wohlstand im Reich vermehren, während andere eher dem Forscherdrang nachgeben wollten. Bei der Entscheidung die Sklaverei abzuschaffen begannen dann wilde Diskussionen, bei denen so mancher Spieler in Gewissenskonflikte zwischen den Zielen seiner Figur und seiner persönlichen Einstellung geriet.

Besonders dieses Element der “Gewissensprüfung” hätte ich mir im Spiel mehr gewünscht, denn dieses bot einen besonderen Reiz. Allerdings gab es dafür zu wenige Anlässe und auch das anfängliche Rollenspiel ließ schnell zugunsten einer eher zweckoptimierten Punktejagd nach.

Das umfangreiche Spielmaterial von King’s Dilemma

Wir haben das Spiel mit in der Regel zwei Spielrunden pro Sitzung über ein paar Monate hinweg gespielt, wobei das Finale Dank COVID-19 erst nach einer Unterbrechung von drei Monaten gespielt werden konnte. Doch selbst wenn dies nicht gewesen wäre, die sechs Handlungsstränge und freigeschalteten Zusatzinformationen waren zu viel des Guten. Was sich jeweils ereignet hatte, war so schnell aus dem Sinn, dass die eigentlichen Geschichten weit in den Hintergrund rückten. An den Verlauf, geschweige denn Details erinnerte ich mich schon tags darauf oft nicht mehr.

Aus meiner Sicht wäre hier ein sequentielles Abarbeiten der Handlungsstränge wesentlich interessanter gewesen. Aber so ist es halt auch im wahren Leben: Es geschieht alles zugleich.

Fazit

Das Spiel hat insgesamt Spaß gemacht, wenngleich es mir nach rund der Hälfte der Zeit letztlich zu sehr auf eine reine Abarbeitung der Spielmechanik hinausgelaufen ist. Das Finale war dann ein echter Stimmungs- und Wertungskiller. In unserem Fall lag einer der Spieler rechnerisch mit seinen Punkten so weit vorne lag, dass es keine Möglichkeit mehr gab, ihn zu schlagen – auch bei aller Kooperation nicht.

Den von uns geführten Figuren fehlte im Finale die Motivation für die geforderte Entscheidung. Sowohl die eine, als auch die andere gebotene Variante war inhaltlich beliebig. Alle zuvor getätigten Entscheidungen und die durchlebten Handlungsstränge hatten nichts mit dem Ende zu tun, das urplötzlich über uns hereinbrach.

King’s Dilemma  ist ein einigermaßen komplexes Spiel mit einer sehr interessanten und vielversprechenden Mechanik, aber dann leider nur mäßig spannend. Rund 15 Spielrunden haben wir benötigt, wobei jede Runde mit 60 bis 90 Minuten eine angenehme Dauer hat. Dennoch: die Spieler sollten sich auf das “epische” Spiel einstellen und idealerweise eine hohe Schlagzahl an Spielrunden absolvieren, um inhaltlich am Ball zu bleiben. Mit rund 90 € ist der Preis des Spiels stattlich und aufgeteilt auf die gespielten Runden ist man mit 5 bis 6 € immer noch im oberen Segment dabei.

Ich bereue nicht, dass wir das Spiel gespielt haben und es für den Preis des Kennerspiels zu nominieren ist durchaus gerechtfertigt. Aber insgesamt hatte ich mir von King’s Dilemma allerdings deutlich mehr erhofft.

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