Harma Gedöns – Comedi Szene 6

Fortführung basierend auf der Erzählung von Raphael Duchamps.

Ausschnitt aus einer Messenger Konversation zwischen dem Zeugen Thomas Loch und einer derzeit noch unbekannten Person

Ermittelt von Michael L. Jaegers

Krass, Alter. Das musst Du Dir mal reinziehen, was ich da gestern erlebt habe, das glaubt mir keiner.

Also, pass auf, Du kennst doch noch den Hermann, oder? Klar kennst Du den, schließlich wart ihr ja in derselben Klasse und Du erinnerst Dich sicher noch, wie der damals mit seinen Eltern in die Staaten ausgewandert ist. Ha! So, wie Du jetzt!

Naja, wie dem auch sei, der ist wieder da. Hat sich schwer verändert. Nix mehr mit Landei und so. Ist ihm hier alles zu klein geworden. Aber der hat Zeug dabei, da schnallst Du ab. Da sind diese Badezusätze nix dagegen, wenn Du verstehst, was ich meine.

Dies ist die sechste Szene und der Beginn des zweiten Teils des Lovecraftesque Blogspiels um Raphael “Comedi” Duchamps. Wer die vorangegangene Szene noch nicht gelesen hat, sollte sich zunächst auf den Blog von Moritz Mehlem begeben.
Eine Übersicht über alle bislang erschienenen Teile ist übrigens im Einführungsbeitrag zu finden.

Neulich meinte Hermann – sorry, der heißt ja nun anders, der will jetzt immer Harma Gedöns, oder so genannt werden – also, neulich meinte er, dass er eine coole Session für uns hätte, was Kultiges. Jeder sollte etwas mitbringen, also ich ein Paket Mehl und Salz, der Nikki ein Huhn. Er würde schon für die geeigneten Kräuter sorgen, meinte er. Kräuter, Du verstehst, Alter, oder?

Also, Nikki und ich hatten keinen Schimmer, was der Harma so vorhatte. Mehl, Salz und ein Huhn … Naja, was solls, Hauptsache, der hat genug von seinem Stoff dabei, haben wir uns gedacht. Und wenn es dann auch noch was zu Futtern gibt, soll uns das auch recht sein.

Getroffen haben wir uns oberhalb vom Hexenhof, Du weißt noch, das Gehöft, dass da vor ein paar Jahren abgefackelt ist und wo es nur noch Ruinen hat. Der Harma hat da doch glatt ‘nen Zugang zu den Höhlen aufgetan, die sonst überall zugemacht wurden. Da sind wir dann reingekrochen. Der Nikki hat da ordentlich seinen Bauch einziehen müssen und geschwitzt wie ein Ochse. Aber nach ein paar Metern war da ein mannshoher Gang, mit Stufen abwärts in den Fels gehauen. Das hast Du noch nicht gesehen!

Wir also hinter Harma her, immer tiefer in den Berg. Der Hund hätte uns ja sagen können, dass wir Lampen mitbringen sollen, so war er der einzige mit so einer Funzel von Laterne und wir mussten dicht hinter ihm bleiben um uns nicht zu verlieren. An der Wand hat er immer wieder irgendwelche Zeichen gesucht, die ihm wohl den Weg gewiesen haben.

Irgendwo da unten hat er dann eine Kammer oder so gefunden und gemeint, dass hier die richtige Stelle sei. Während Nikki und ich uns noch zu umgeschaut haben, hat er mit meinem Mehl und Salz einen großen Kreis auf dem Boden gestreut und seinen Mantel abgelegt. Der Kerl hatte doch tatsächlich so ein Ding an, wie die Mönche früher hatten, so ‘n Kilt oder so. Wir sollten im Kreis bleiben, hat Harma gemeint, und den bloß nicht kaputt machen. Außerhalb des Kreises am Boden hat er dann ein paar Kohlen angezündet, so an drei Stellen und als die so richtig geglüht haben, seine Kräuter drauf getan, die dann sogleich fett gequalmt haben. Im Nu war die Kammer verraucht, nur in dem Kreis, in dem wir gestanden sind, nicht. So als wäre da eine Glaskuppel oder so. Krass!

Dann hat er dem Nikki sein Huhn genommen und so ‘n langes Küchenmesser. Das wurde langsam echt spooky. Harma meinte, dass es nun zu Ende gehen würde oder so. Keine Ahnung, was der da gemeint hat, aber ich glaub, der war voll weg. Also von seinem Zeug da.

Hat dann so komisches Zeug gesprochen. Das war kein Englisch, da bin ich mir sicher. Vielleicht so ein Latein, oder so. Na, mit Sprachen hab ich es ja nicht so, wie Du weißt.

Der Nikki und ich haben uns angeschaut und mit den Schultern gezuckt. Haben ihn halt gewähren lassen, bis er dem Huhn den Kopf abgerissen hat.

Ja, ganz ehrlich. Ich habe es nicht genau gesehen, aber das Messer hat er dazu nicht gebraucht und auf einmal war der Vogel entzwei! Da ist’s mir schon schaurig geworden.

Doch dem Harma war das noch nicht genug! Der hat weiter so’n irres Zeug gesprochen, dass jemand kommen solle und, hat das Huhn über den Kohlen ausgewrungen, sodass das Blut auf die rauchenden Kräuter geflossen ist. Und jedes Mal hat im Berg gekracht, dass ich um mein Leben gebangt habe. Ich habe ja schon einige Gewitter hier in den Bergen mitgemacht, aber das ging durch Mark und Bein. Der Boden hat gezittert und ich glaube auch einige Felsbrocken sind von den Wänden gekracht.

Nach dem dritten Mal, war der Harma fertig. Der hat da schnaufend auf dem Boden gehockt und musste sich wohl erst mal sammeln.

Nikki hat sich erst mal eine Fluppe angemacht, gezittert hat der. Ich glaub, der hat mindestens ein Dutzend Versuche gebraucht, bis er das Feuerzeug an hatte. Und dann konnte man auch seine zittrigen Hände sehen.

“Krass, Alter”, hab ich noch gesagt. “Was war das für’n geiles Zeug!”

Doch der Harma wollte nur wissen, ob er gekommen sei. Natürlich war da niemand gekommen und so meinte er erst nur, dass wir da wohl noch warten müssten. Später meinte er dann, dass es wohl nicht geklappt hätte. Das Huhn wäre wohl ein zu kleines Opfer gewesen, oder so.

Aber dann, auf einmal, hören wir da so ein Rufen und später konnten wir auch ein schwaches Leuchten durch den Rauch sehen. Ich glaub’, das hat mir dann den Rest gegeben und ich bin da raus.

Ich habe mich an der Wand entlang gedrückt und mich an den Zeichen an den Wänden orientiert. Ich hab mir bestimmt ein paar Mal die Flossen an meinem Feuerzeug verbrannt.

Und dann der Typ, der mir da von oben entgegen kam. Ich hab mich in so eine Spalte gedrückt, damit er mich nicht sieht. Hat immer was von Essen gemurmelt und dass man auf ihn warten solle. Ich glaub, der Rauch von Harmas Stoff ist dem zu Kopf gestiegen. Mir wurde auch schon ganz schummrig, ich glaube, der hatte so einen irren Blick und komische Zotteln am Gesicht herunterhängen und irre große Hände. Aber sicher bin ich mir nicht, war halt dunkel da unten und der Rauch … Ich hab dann zugesehen, dass ich da nur noch raus bin.

Den Zugang zur Höhle hat es wohl zerrissen. Der war nicht mehr eng und schmal, sondern groß wie ein Scheunentor – zumindest kam es mir so vor.

Von Hermann und Nikki habe ich seitdem nichts mehr gehört. Meinst Du, ich sollte die Bergwacht alarmieren? Anonym versteht sich, mit Harmas Zeug will ich nicht in Verbindung gebracht werden, das kannst Du mir glauben!

Neuer Charakterzug des Protagonisten: 

Neuer Nebenschauplatz: –

Hinweis: Harmas “Kräuter”

Weiter geht es in der kommenden Woche auf dem Blog von Tim.

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