Flash Point: Flammendes Inferno auf dem Spieltisch

Jeder kleine Junge möchte einmal Feuerwehrmann sein. Für die größeren kann es sogar Wirklichkeit werden, aber für alle anderen bietet sich mit Flash Point ein spannendes Brettspiel, bei dem man im Team gegen einen Großbrand antreten kann, ohne sich der Gefahr einer Brandverletzung oder Rauchvergiftung zuzuziehen. Das Spiel Flash Point lag schon eine Weile mit diversen Erweiterungen bei mir herum, bis ich dann vor ein paar Wochen endlich die Gelegenheit hatte es auch einmal in Gesellschaft zu spielen. Meine einsamen Lernrunden waren wenig von Erfolg gekrönt, doch im Team konnten wir immerhin beide Runden erfolgreich absolvieren.

Heidelberger HE444SEP12 - Flash Point, Flammendes Inferno

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Flash Point ist ein kooperatives Brettspiel, es treten also zwei bis sechs Spieler gemeinsam gegen das Spiel an. Jeder Spieler schlüpft in die Rolle eines Feuerwehrmannes, bzw. Brandbekämpfungsspezialisten, denn jeder Spieler erhält mit der Wahl seiner Figur auch Spezialfertigkeiten. Währen der eine einen größeren Erfolg beim Löschen vorweisen kann, stabilisiert der andere als Sanitäter mögliche verletzte Zivilisten im Brennenden Gebäude, während der Einsatzleiter wiederum den anderen einige seiner Aktionspunkte abgeben kann. Wer kooperative Gesellschaftsspiele wie Pandemie und Co. bereits kennt, wird auch hier einige Gemeinsamkeiten wiedererkennen. Doch auch hier gilt: anderer Autor, andere Spielmechanismen, anderes Spielvergnügen.

Neben der Zusammenstellung des Teams dürfen die Spieler sich auch einen Schauplatz für ihren Einsatz auswählen. In der Basisbox sind zwei Spielfelder, bzw. Gebäudepläne enthalten. Mehrere Erweiterungen bringen zusätzliche Pläne, aber auch ergänzende Spielmechanismen mit sich, sodass für reichlich Abwechslung gesorgt ist.

Doch der Brand in einem gewählten Schauplatz läuft nicht immer nach dem gleichen Schema ab, so dass ein einmal gespieltes Szenario oft mit viel Abwechslung wiederholt werden kann. Das Spielbrett stellt in der Regel ein Stockwerk in einem Gebäude dar. Die Zimmer sind möbliert und durch Wände, Türen und Gänge voneinander getrennt, bzw. verbunden. Über den Plan ist ein Raster gelegt, dass das Spielfeld in einzelne Quadrate mit roten und schwarzen Koordinaten aufteilt. Zwei Würfel (ein Sechs- und ein Achtseiter, in einer Erweiterung gar ein Zwölfseiter) werden während des Spielaufbaus, aber auch während des Spiels immer wieder herangezogen um die Entwicklung des Feuers zu bestimmen. Jeder Würfel liefert dabei einen Teil der Koordinaten des Lageplans. In der Regel entwickelt sich an den ausgewürfelten Stellen das Feuer weiter. Brennt es an der besagten Stelle bereits, breitet sich das Feuer explosionsartig auf die Nachbarzellen aus, bis es dabei auf eine Mauer oder Tür trifft.

Doch für die Ewigkeit sind auch die Wände und Türen nicht gebaut. Eine zweite Explosion an einer Wand lässt diese einstürzen und das Feuer damit auch in angrenzende Bereiche ausdehnen. Aber was das Feuer kann, können die Feuerwehrleute schon lange, denn in den zumeist wohl hölzernen Gebäuden (amerikanisches Spiel), lassen sich schnell auch Durchbrüche erstellen, wenn weitere Zugänge benötigt werden.

Für die Feuerwehrleute wird schnell klar, dass das Feuer nicht unter Kontrolle gebracht werden kann. Ziel ist nun möglichst viele Menschenleben zu retten. Hierzu erhalten die Einsatzkräfte immer wieder Meldungen, wo eine Person sein könnte. Während die einen also das Feuer zurückdrängen, versuchen andere bis zu den benannten Stellen vorzudringen und eine eingeschlossene, hilflose Person nach der anderen aus dem Gebäude zu bringen. Wurden sieben Menschen (oder Tiere) gerettet, ist das Spiel gewonnen. Sind dem Brand hingegen vier Personen zum Opfer gefallen, ist das Spiel verloren.

TitelFlash Point
AutorKevin Lanzig
VerlagHeidelberger Spieleverlag
Spieler2-6
Dauer45 Minuten Minuten
Alterab 10 Jahre
Erhältlich beiAmazonkommerzieller Link
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Spiele-Offensivekommerzieller Link
eBaykommerzieller Link
Im Spiel ist jeder Spieler mit seiner Figur reihum am Zug. Zunächst führt er einige Aktionen wie Bewegen, Löschen, Bergen, etc. aus, bevor er dann mit den beiden Würfeln die Koordinaten für Verschärfung der Lage sorgt. Eine enge Abstimmung zwischen den Spielern ist erwünscht und dringend geraten. Die besonderen Fertigkeiten der einzelnen Charaktere sollten gut gewählt aufeinander abgestimmt werden. Da die brenzligen Zonen leicht ausgemacht werden können, ist auch strategische Planung möglich, doch wenn die Würfel sich für die falsche Zone entscheiden, kann schnell auch mal ein Behälter mit Brandbeschleuniger hochgehen und das Gebäude in ein wahrliches flammendes Inferno verwandeln.

Das Spiel ist reich an Spielmaterial, also Pappmarker und Co. Für die Feuerwehrmänner stehen erfreulicherweise sogar kleine Figuren in unterschiedlichen Farben zur Verfügung, die in der Erweiterung Extreme Gefahrkommerzieller Link sogar noch einmal in veränderter Form (entsprechend der einzelnen Spezialisten) dabei sind. In von Fans bemalter Form habe ich sie auch schon gesehen und dabei machen diese besonders viel her.

Unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade ermöglichen es sowohl Anfängern wie auch Profis spannende Runden zu bescheren. Auch die zahlreichen Ergänzungssets machen durchaus Sinn.

Fazit

Flash Point gefällt mir. Es dauert zwar ein wenig, bis man sich in die gelegentlich komplexen Abläufe eingefunden hat, aber sobald man den Dreh raus hat und auch die Mechanismen des Gegners (das Feuer) durchschaut hat, wird das Spiel beherrschbar. Von der Kompexität her siedle ich es geringfügig über Pandemie an, der Nervenkitzel, wenn es darum geht, die letzte Person zu bergen, ist schon hoch und nach einer Niederlage steht sofort das “ok, das können wir besser, noch mal!” im Raum. Das Grundspiel ist völlig ausreichend für zahlreiche Spielrunden, die Erweiterungen bringen gelungene Abwechslungen ins Spiel. Von daher eine Kauf- und Spielempfehlung, nicht nur für Pyromanen: Flash Point - Flammendes Infernokommerzieller Link

Die Erweiterungen für Flash Point

Extreme Gefahr

Asmodee Flash Point: Flammendes Inferno - Extreme Gefahr Brettspiel, Erweiterung

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Hierbei handelt es sich um eine große Erweiterung in einer Schachtelkommerzieller Link. Neben den bereits erwähnten verbesserten Spielfiguren sind hier Spielpläne für eine Autowerkstatt und ein zweistöckiges Lamoratorium, die beide noch durch einen Dachboden oder Keller um ein Stockwerk erweitert werden können. Darüber hinaus sind auch noch neue Herausforderungen durch die Einbindung von zusätzlichen Zielen und Aufgaben wie Bodenschäden, Chemikalien, versperrte Fenster und Türen und vieles mehr enthalten. Räumt man den Papptrenner aus der Grundbox und dieser Erweiterungsschachtel, kann man alle Erweiterungen und Spielmaterialien in diesen beiden Schachteln unterbringen.

Ehre und Pflicht

In dieser kleinen Erweiterung für Flash Pointkommerzieller Link sind primär zwei neue Bodenpläne enthalten: Eine U-Bahn Station sowie ein Flughafen mit einem Flugzeug.

Feuer an Bord

Flash Point: Feuer an Bord Erweiterung deutsche Version

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Enthalten in dieser kleinen Erweiterungkommerzieller Link einen doppelseitigen Bodenplan mit je einem Areal auf einem Schiff. Dabei handelt es sich um den Ausschnitt eines Decks eines Frachtschiffes und in einer besonders langgestreckten Form ein U-Boot. Natürlich gibt es für diese besonderen Szenarien dann auch angepasste Spielregeln.

Großstadtbauten

Bei dieser ersten Erweiterung für Flash Pointkommerzieller Link werden zwei neue Gebäude mitgeliefert sowie eine neue Rolle, die des Bauingenieurs. Knackpunkt bei diesen Gebäuden ist die äußerst beschränkte Zugangsmöglichkeit, so dass sich lange Wege durch das Feuer ergeben. Diese Erweiterung ist leider so gut wie nicht mehr erhältlich und wird wohl auch nicht mehr neu aufgelegt.

Veteran und Rettungshund

Nur in englischer Sprache ist noch ein ganz kleines Erweiterungsset für Flash Pointkommerzieller Link erhältlich, das zwei neue Spielfiguren mit sich bringt. Hierbei handelt es sich um einen Veteranen und einen Rettungshund.

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