Ein bisschen Mord muss sein

Fünf Verdächtige sitzen dem Inspektor gegenüber. Alle haben ein Alibi, wenngleich der ein oder andere sein Alibi ein wenig gestammelt hervorbringt. Sechzig Sekunden hat jeder Zeit um sich im Fahlen Schein der Esszimmerlampe nach Möglichkeit zu entlasten und die entscheidenden drei Begriffe unterzubringen. Dann befragt der Inspektor den nächsten in der Runde. Konnte der Ermittler den Verdächtigen durchschauen?

Das Spiel “Ein bisschen Mord muss sein” von Asmodee scheint auf dem deutschen Markt wohl leider nicht mehr, bzw. nur noch auf dem Gebrauchtwarensektor erhältlich zu sein. Meine vor ein paar Jahren gekaufte Version konnte ich letztes Wochenende dann erstmalig einsetzen. Bis dahin fristete da ein ungeahntes, sperriges Kleinod im Regal ein staubiges Dasein.

Das Spiel ist für vier bis sieben Spieler geeignet und soll nur 45 Minuten dauern. Die Zeitangabe erscheint mir da doch sehr geschönt, denn bei 5 Verdächtigen, die alle jeweils zwei Minuten Alibi vortragen dürfen, braucht man alleine hierfür in einer Spielrunde 70 Minuten, ohne die Zeit, die der Inspektor benötigt um seine Verdächtigungen zu formulieren.

Dennoch: Im Spiel enthalten sind sieben Bücher von denen eines dem Inspektor, ein weiteres dem Gerichtsschreiber und fünf für die einzelnen Verdächtigen vorgesehen sind. Ferner ist in der Box ein Zählbrett mit sieben farbigen Markern, sieben Abstimmungstäfelchen und die omnipräsente eine Sanduhr.

Jeder Spieler übernimmt nun eine Rolle im Kriminalfall und das dazu passende Buch. Der Inspektor wechselt in jeder Runde weiter, ebenso der Gerichtsschreiber. Die anderen Spieler ziehen zufällig eines der verbliebenen Bücher, die sich äußerlich nicht unterscheiden. Der Inspektor wählt aus seinem Buch einen der zahlreichen Kriminalfälle aus und teilt das zugehörige Datum den anderen Spielern mit. In ihren Büchern finden diese unter dem entsprechenden Datum ihre Aufgabe, bzw. sechs Begriffe. Bei den Unschuldigen sind die Begriffe gleich, der Täter hingegen hat sechs andere Begrifflichkeiten.

Im ersten Durchgang befragt der Inspektor die Verdächtigen in beliebiger Reihenfolge nach ihrem jeweiligen Alibi. Die angesprochenen haben dann sechzig Sekunden Zeit zu erläutern, warum sie die Tat selbstverständlich nicht begangen haben können. In ihrer Aussage müssen dabei die ersten drei Begriffe, die der Inspektor nicht kennt, verwendet werden. Der Gerichtsschreiber fungiert als Schiedsrichter, bedient die Sanduhr und entscheidet, ob alle relevanten Begriffe genannt wurden. War dem nicht so, muss der entsprechende Spieler einen Strafpunkt hinnehmen und mit weiteren 30 Sekunden seine Aussage verbessern.

Nachdem alle Verdächtigen gehört wurden, kann der Inspektor eine zweite Runde der Befragung einläuten, bei der auf gleicher Weise nun die letzten drei Begriffe eingearbeitet werden müssen. Da sich die Begriffe bei den Verdächtigen und dem Täter unterscheiden, ist dies der Punkt, an dem der Inspektor zur Lösung des Falls ansetzen muss. Doch auch der Täter wird versuchen die Begriffe der anderen zu erahnen und in seine Aussage mit einzubeziehen.

Bevor der Inspektor nun seine Anschuldigung erhebt, tippt jeder Spieler, ob der Inspektor den Fall lösen wird, oder nicht. Gelingt es dem Inspektor den Vorgang aufzuklären, erhält dieser drei Siegpunkte, der Schuldige drei Strafpunkte und jeder, der auf den Inspektor gesetzt hat, ebenfalls einen Punkt. Im anderen Fall kehrt sich die Punkteverteilung um: Der Schuldige erhält drei Punkte, der Inspektor verliert drei Punkte und alle, die gegen den Ermittler gewettet haben, erhalten ebenfalls einen Punkt.

Der erste Durchgang verlief in unserem Spiel noch etwas holprig, doch schon in der zweiten Runde war allen klar, wie das Spiel funktioniert. Schnell verbündeten sich die Verdächtigen untereinander und auch die Unschuldigen versuchten die Begriffe des Täters zu erraten und in ihre eigenen Aussagen einzubauen. Die Argumentationen zum Alibi waren zuweilen Hanebüchen, in jedem Fall allerdings unterhaltsam amüsant.

Daumenwertung 4 von 4
4 von 4
Alibis

“Ein bisschen Mord muss sein” ist ein stark kommunikatives Spiel mit großem Spaß- und Unterhaltungsfaktor. Die Aufmachung mit den sieben einzelnen Büchern ist ungewöhnlich, aber handhabbar. Potenzial für Erweiterungen im Sinne von weiteren Mordfällen wäre gegeben, bis dahin muss man mit den rund 240 Fällen auskommen. Zu schade, dass es auf dem regulären Markt (in deutscher Sprache) vergriffen ist. Möglicherweise ist es noch bei eBay und Co verfügbar – oder man spricht besser französisch als ich und kommt mit der französischen Ausgabe  klar.

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