Alte Dunkle Dinge

In der vergangenen Woche trudelte das im Rahmen des Crowdfundings erworbene Spiel “Alte Dunkle Dinge” bei mir ein. Gefördert wurde die Erweiterung zu dem Grundspiel, die zwar voraussichtlich erst im September kommt, doch nun hatte ich immerhin die Möglichkeit das Basisspiel selber zu testen. Bei “Alte Dunkle Dinge” handelt es sich um ein Brettspiel von Simon McGregor, dass sich als Pulp Abenteuerspiel versteht und einen cthuloiden Flair im Dschungel verspricht. Auch wenn das Spiel in der schweren Box mit zahlreichen Spielkarten, Chips und Würfeln daher kommt, sind die Spielregeln schnell zu erlernen.

Die bis zu vier Spieler schlüpfen in die Rolle von konkurrierenden Abenteuern, die auf einem Boot einen Fluss in den dunklen Urwald hineinfahren und dort nach verborgenen Schätzen Ausschau halten. Sowohl der Schatzjäger, der Skipper, die Journalistin als auch die reiche Erbin wollen eigentlich alle nur das eine: den größten Schatz finden. Doch im Dschungel lauert an jeder Ecke auch das finstere und fordert die Abenteurer immer wieder heraus. Gelingt es den Spielern nicht in den Begegnungen mit dem Bösen zu obsiegen, erwacht unvermeidbar ein Wesen, dass nur einen Spieler am Leben lässt – doch sicherlich nicht bei Verstand…

Spielinhalt

Bild via Amazonkommerzieller Link (Link zum Angebot)

Die Spieler tätigen reihum ihre Züge. Auf dem Spielplan liegen bis zu sechs Begegnungskarten aus, von denen sich der Spieler eine auswählt. Zunächst erhält er dabei bereits eine kleine Belohnung, bevor er dann die Begegnung mit einem düsteren Wesen absolvieren muss. Im Laufe des Spiels kommen immer mächtigere Gegner auf das Spielbrett, die entweder durch eine gekonnte Verzweiflungstat oder aber mit Glück im Würfelspiel besiegt werden können. Jede Gegnerkarte zeigt eine bestimmte Würfelkombination an, die der Spieler mit den zur Verfügung stehenden Würfeln erreichen muss. Dieses Spielelement erinnert ein wenig an das klassische Kniffel. Für kleinere Gegner muss so möglicherweise nur ein Zweier-Pasch gewürfelt werden, ein anspruchsvoller Gegner erfordert dann jedoch schon fünf Fünfen.

Der Spieler hat die Möglichkeit seinen Wurf zwei mal zu wiederholen, oder aber durch Investition von sogenannten Fokus-Chips einzelne Würfel erneut zu werfen um so seinem Ziel näher zu kommen. Spezialkarten erweitern dann noch diese Möglichkeiten dahingehend, dass andere Würfel (Glückswürfel, Panikwürfel und Handlungswürfel) ins Spiel gebracht werden, oder durch Abgabe anderer Chips einzelne Würfelergebnisse gar modifiziert werden können.

Gelingt es dem Spieler nicht das erforderliche Würfelergebnis zu erbringen, so muss er einen Marker “Dunkles Ding” nehmen, dass ihm in der Schlusswertung, beim Eintreten der Namenlosen Ereignisse einen deutlichen Punktabzug einbringen kann.

Doch die Würfel werden nicht nur zum Besiegen der Gegner benötigt. “Überschüssige” Würfel können bei entsprechend hohen Augenzahlen und Kombinationen (Pasch, Dreier oder Straße) in Chips getauscht werden. Die Chips, von denen es vier verschiedene Arten gibt, ermöglichen entweder bei zukünftigen Würfen einzelne Würfel neu zu werfen (Fokussierter Wurf), Aktionskarten auszuspielen, Verzweiflungstaten zu begehen (Mutmarker) oder Ausrüstungsgegenstände zu erwerben.

Die Ausrüstungsgegenstände verbleiben beim Spieler und können in jeder Runde einmal angewandt werden. Im Gegensatz dazu sind die Handlungskarten, von denen jeder Spieler üblicherweise höchstens drei auf der Hand hat, nur einmal im ganzen Spiel anwendbar. Sowohl Ausrüstungsgegenstände als auch die Handlungskarten können den Würfelpool oder das Würfelergebnis verändern, Chips von anderen Spielern reduzieren oder zusätzliche Siegpunkte einbringen.

TitelAlte Dunkle Dinge
AutorSimon McGregor
VerlagFeuerland Spiele
Spieler2-4
Dauer60 Minuten
Alterab 14 Jahre
Erhältlich beiAmazonkommerzieller Link
Spiele-Offensivekommerzieller Link
eBaykommerzieller Link
Für den Sieg sind hauptsächlich die besiegten Gegner aus den Begegnungen von Bedeutung. Schätze sind irrelevant, denn schließlich hilft einem der größte Schatz nicht, wenn man den Verstand verloren hat. Je nach Stärke bringen diese ein bis acht Siegpunkte ein. Weitere Punkte erhält man durch den Startspielermarker oder bei manchen Ausrüstungskarten in Kombination mit einer bestimmten Anzahl an Chips. Nicht zuletzt sind auch vier Errungenschaften möglich, die den Spieler belohnen, der die meisten Gegner einer Farbe besiegt hat. Von diesen Siegpunkten werden dann die Strafpunkte durch gescheiterte Begegnungen wieder abgezogen. Frühe gescheiterte Begegnungen können dabei straffrei (ohne Minuspunkte) erfolgen, späteres Scheitern hingegen bringt bis zu drei Strafpunkte mit sich.

Das Spiel kommt mit verschiedenen Startoptionen daher. So kann man sich für ein kurzes oder langes Spiel entscheiden und zusätzlich auch noch den Schwierigkeitsgrad durch Szenario I oder II bestimmen. Die Dauer wird durch die Zahl der Begegnungskarten im Spiel gesteuert, der Schwierigkeitsgrad durch anspruchsvolleres Tauschverhältnis bei den überzähligen Würfeln.

Alte Dunkle Dinge ist vergleichsweise aufwendig produziert. Elf transparente Würfel in vier unterschiedlichen Farben, zahlreiche ansprechende und atmosphärisch illustrierte Karten und ein stimmiges Spielbrett befinden sich in der äußerst stabilen Box. Die Spielanleitung umfasst 12 Seiten und ist schnell gelesen. Die einzelnen Elemente des Spiels werden gut erläutert, der Spielaufbau auf einer Doppelseite nachvollziehbar dargestellt, bevor dann der eigentliche Rundenablauf auf drei Seiten übersichtlich und mit hilfreichen Beispielen dargestellt ist.

Fazit zu Alte Dunkle Dinge

Daumenwertung 4 von 4
4 von 4
Dunkle Dinge

Alte Dunkle Dinge ist ein mehr als interessantes und abwechslungsreiches Brettspiel mit deutlichem Glückselement. Es vereint zahlreiche verschiedene Spielelemente (Worker Placement, Würfel, Ausrüstungskarten kaufen, Handkarten ziehen, etc.), so dass es zunächst recht komplex erscheint, doch durch den strukturierte Rundenablauf sehr schnell klar und spielbar wird. Das Grafikdesign von Robert van Zyl ist einmal völlig anders, aber sehr stimmig für ein Spiel, dass im düsteren Dschungel und mit geheimnisvollen, schaurigen Wesen agiert. Die variabel anpassbare Spieldauer ermöglicht das Spiel auch in einer kurzen Runde zwischendurch durchzuführen und nimmt so nicht einen ganzen Spielnachmittag oder -tag in Anspruch. Da längst nicht alle Karten in einer Runde zum Zug kommen und auch die Startaufstellung (z.B. die Kombination der “Strafpunkte-Chips”) bei jedem Spiel variiert, ist auch viel Abwechslung gegeben. Für mich war dies also eine gute Entscheidung und mit der in diesem Jahr erscheinenden Erweiterung (noch mehr Karten) ist dann perspektivisch noch mehr Abwechslung gegeben. Taktik und Glück halten sich hier die Waage, ein wenig Wissen über Wahrscheinlichkeitsrechnung kann durchaus hilfreich sein, ist aber nicht spielentscheidend. Wie bei allen Brettspielen ist hier natürlich keine Gänsehaut zu erwarten, auch wenn man das mysteriöse und Horrorgenre bedient.

Alte Dunkle Dinge gibt es vermutlich nicht in jedem sortierten Spielwarenhandel, in jedem Fall allerdings bei Amazonkommerzieller Link oder in der Spiele-Offensivekommerzieller Link, über die auch die Erweiterungkommerzieller Link finanziert wurde.

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