20 Jahre Amazon Kunde…

Bei meinem letzten Besuch auf den Seiten des Online Versandhauses Amazon fiel mein Blick auf die informative, jedoch selten beachtete Begrüßungszeile. Ganz rechts ist dort vermerkt, dass ich seit 1996 Kunde bin. Vor 20 Jahren habe ich dort also wohl das erste mal ein Buch erworben. Vor 20 Jahren? Amazon ist doch erst seit 1998 in Deutschland vertreten…

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Life With Unix: A Guide for Everyone

Bild via Amazonkommerzieller Link (Link zum Angebot)

Meine Geschichte mit Amazon beginnt in der Tat schon früher – zu Studienzeiten in den 1990er Jahren. Tatsächlich habe ich 1996 bereits mein erstes Buch online erworben. Ich war bei den Überlegungen, welches es denn gewesen sein könnte, der Annahme, dass es Life with UNIXkommerzieller Link war. Doch Amazon weiß es besser. Das Buch aus den späten 80ern habe ich tatsächlich wohl erst am 31. Juli 1998 erstanden.

Tatsächlich bin ich 1996 auf den Online Buchhändler Telebuch.de gestoßen, der insbesondere englischsprachige, bzw. amerikanische Bücher schnell und preiswert liefern konnte. Der damalige Platzhirsch auf dem gerade keimenden Segment des Online Handels, hatte bereits früh in Deutschland Bücher über das BTX System feilgeboten und seit 1995 dann auch eine Online Plattform im Internet realisiert.

Als Student der Informatik kam mir ein Buchhändler, der besonders englischsprachige Fachliteratur schnell und preiswert besorgen konnte, sehr gelegen. Wenn ich meiner Bestellhistorie glauben schenken darf, so war meine erste Bestellung am 15. Oktober 1996 und umfasste unter anderem das Fachbuch  lex & yacckommerzieller Link aus dem damals hochkarätigen Verlag O’Reilly. Und da man auf einem Bein nicht stehen kann, wurden auch noch drei deutschsprachige Bücher mitbestellt, die allesamt zu meine Compilerbau Vorlesung gehörten: Compilerbaukommerzieller Link von niemand geringerem als Niklaus Wirth und die zwei Bände Compilerbaukommerzieller Link von Aho, Seti und Ullman, Standardwerke für Studenten der Informatik damals.

amazon-bestellung-1995Gerade mit dem Doppelband von Aho, Seti und Ullman, dem sogenannten “Drachenbuch” hatte ich nicht auf die Dozenten und erfahrenen Studenten hören wollen, denn die damalige Übersetzung war doch sehr bescheiden. Die Übersetzung war wohl nicht durch einen Informatiker durchgeführt worden, bzw. durch einen eigenwilligen Übersetzer, der auch vor bereits damals etablierten Fachbegriffen nicht halt gemacht hat. Diverse Passagen konnte man nur verstehen, wenn man sie im Kopf 1:1 ins englische zurückübersetzt hatte…

Der Grund allerdings, warum mir “Life with UNIX” so in Erinnerung geblieben ist, ist der, dass ich das Buch damals nicht in den herkömmlichen Buchhandlungen, aber auch nicht im Katalog von Telebuch finden konnte. Eine E-Mail an den Online Buchhändler wurde allerdings prompt positiv beantwortet und in der Woche darauf hatte ich das Buch von dem ich nur den Titel, aber keinen Autor, geschweige denn eine ISBN hatte, in Händen. Fortan war Bücher kaufen nur noch online angesagt und Telebuch wurde bei jeder Gelegenheit hoch gelobt.

amazon_tasseIm April 1998 verkauften die Eigner von Telebuch dann ihre Firma ABC-Bücherdienst für einen zweistelligen Millionenbetrag an das drei Jahre jüngere, amerikanische Unternehmen Amazon.com. Die Übernahme ist mir immer noch präsent, denn zum Wechsel wurden die Kunden von Telebuch angeschrieben und erhielten eine Kaffeetasse mit Amazon Logo. Die Tasse habe ich heute, fast 20 Jahre später, immer noch. Genauso übrigens wie die seinerzeit online bestellten Bücher.

Am 15. Oktober des Jahres 1998 wurde dann die Domain telebuch.de auf Amazon umgeleitet und damit der Übergang auch technisch abgeschlossen. Meine erste Bestellung bei Amazon.de selber war dann bereits am 30. Oktober. Es handelte sich dabei um vier Bücher: Im Sturmkommerzieller Link von Tom Clancy, dass ich wie alle Clancy Bücher seinerzeit verschlungen habe, zwei Bücher zum Thema Goethes Faust und ein Buch Vorlesungen über die Ästhetik Ikommerzieller Link von Georg Wilhelm Friedrich Hegel, das ich allerdings bis heute nicht gelesen habe.

Somit kann ich mich als Amazon Deutschland Kunde der ersten Stunde betrachten.

Und heute?

Ich bin immer noch ein eifriger Kunde bei Amazon, der den Komfort des einfachen und schnellen Einkaufs am Computer schätzt. Auch kann ich mich getrost als Amazon Junkie bezeichnen, der Produkte wie Amazon Prime und Co. nicht links liegen lässt. Die darin enthaltene Videothek in Kombination mit dem Fire TV, das Musikstreaming und auch die Hörbücher via Audible treffen genau meinen Geschmack. Und auf meinem Wunschzettel finden Freunde und Bekannte immer wieder Ideen und Anregungen…

Um den Kindle habe ich einen Bogen gemacht, wenngleich er wirklich gut ist. Ich habe und nutze (gelegentlich) einen E-Book Reader, doch mir gefällt es nicht, dass ich digitale Produkte in einem proprietären Protokoll kaufen muss, die – sollte Amazon einmal genug von mir haben – nicht mehr genutzt werden können. Auch ist das Kaufen und Herunterladen von neuen Inhalten zu gefährlich für mein Portemonnaie.

Amazon verdient dennoch gut an mir und ein wenig verdiene ich auch an Amazon. Doch die Diskussionen um die Arbeitsweisen, Methoden und Bedingungen des Internetgiganten gehen auch an mir nicht spurlos vorüber.

Viele Produkte sind zum gleichen oder günstigeren Preis auch bei anderen Shops erhältlich. Eine kurze Recherche lohnt sich immer. Konventionelle Bücher allerdings kaufe ich heute wieder im Buchhandel vor Ort. Es kostet mich nur eine E-Mail oder ein Anruf um meinen Wunsch dort zu platzieren und ich freue mich jedes mal wieder persönlich mit Namen begrüßt zu werden – auch wenn ich hier nicht Kunde seit der ersten Stunde oder gar bereits seit über zwanzig Jahren bin.

Amazon hat das “Jubiläum” übrigens nicht bemerkt oder gewürdigt. Vielleicht muss ich dafür noch ein paar Jahre warten. Eine Tasse mit dem aktualisierten Logo hätte es allerdings schon sein können.

Ein Kommentar

  1. Spannender Blick in die Vergangenheit. Nach einer recht intensiven Amazonphase – häufig mit günstigen DVDs – bin ich {auch dank Netflix} in den letzten drei, vier Jahren – unbewusst – nahezu Amazonbestellfrei. Über Drittanbieter hab ich aber doch was gekriegt, was anderweitig schwer zu kriegen war. Und dieses ultragünstige DnD 5-GRW, da ist ihnen anscheinend ne Palette umgekippt.

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